Flüchtlinge teils bewusstlos geprügelt: Haftstrafen nur eventuell
Vier junge Männer sind auf drei Flüchtlinge losgegangen und haben einen davon bewusstlos geprügelt. Ihre Haftstrafe müssen sie vielleicht nicht antreten.
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dpa | Für einen Überfall auf Flüchtlinge sind vier junge Männer in Nordrhein-Westfalen zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Jugendschöffengericht Heinsberg bei Aachen verhängte Strafen von bis zu einem Jahr und neun Monaten, die aber nicht angetretenen werden müssen, wenn sie sich in den nächsten sechs Monaten nichts zu Schulden kommen lassen.
Das Gericht verurteilte die 18 bis 20 Jahre alten Männer am Freitag wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole.
Die jungen Männer waren an einer Bushaltestelle im Kreis Heinsberg mit Quarzsandhandschuhen, Teleskopschlagstock und Stahlkappenschuhen auf drei Flüchtlinge losgegangen. Als eines der Opfer zu Boden ging, soll ihm einer der Angeklagten mit seinem Stahlkappen-Schuh gegen den Kopf getreten haben.
Die Staatsanwaltschaft hat mehrjährige Haftstrafen für die vier junge Männer gefordert. Die 18 und 19 Jahre alten Männer hätten aus Ausländerhass zugeschlagen, sagte Staatsanwältin Ulrike Politzer am Montag vor dem Jugendschöffengericht. „Wir müssen die besondere Schwere der Schuld feststellen“, begründete sie die geforderten Haftstrafen nach dem Jugendstrafrecht.
Ein fünfter Angeklagter wurde wegen Beihilfe zur Körperverletzung bei einem anderen Überfall auf einen Flüchtling zu neun Monaten verurteilt.
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