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Finanzierungsstopp Goldene Morgenröte Seltene Einigkeit

Kommentar von

Jannis Papadimitriou

Das gemeinsame Vorgehen von Konservativen und Linken im Parlament überrascht. Dabei ist das Ende der Finanzierung der Nazipartei klug – für alle.

D ass die staatliche Finanzierung der griechischen Neonazi-Partei gestoppt wird, war eine taktisch kluge Entscheidung. Denn nichts schmerzt diese Partei so sehr wie die Einstellung der staatlichen Parteiförderung zu einem Zeitpunkt, an dem die Rechtsradikalen ihren ehrgeizigen Wahlkampf für die Europawahl und die Kommunalwahlen 2014 vorbereiten.

Da es noch keinen Präzedenzfall und kein Gerichtsurteil für eine derartige Radikalmaßnahme gibt, kann man noch nicht sicher behaupten, dass die Einstellung der staatlichen Finanzierung für eine als „kriminelle Vereinigung“ erklärte Partei wie der „Goldenen Morgenröte“ juristisch unangreifbar wäre.

Trotzdem: Die Entscheidung erhält dadurch ein besonderes Gewicht, dass sie eben nicht in ministerialen Hinterzimmern, sondern bei einer Namensabstimmung im griechischen Parlament getroffen worden ist. Als positive Überraschung muss man dabei verbuchen, dass sowohl die Koalitionsregierung unter Führung des Konservativen-Chefs Antonis Samaras als auch die größte Oppositionspartei Syriza unter dem populären Alexis Tsipras für die neue Gesetzesänderung gestimmt haben.

Lange genug haben sich die beiden Volksparteien – auch die Linkspartei Syriza muss man mittlerweile als solche bezeichnen – wie Streithähne verhalten, die nur auf die nächste Wahl schielen. Dass beide in einer derart wichtigen Angelegenheit doch noch gemeinsamen Boden gesucht und gefunden haben, zeugt davon, dass die im Verfassungsbogen stehenden Parteien Griechenlands gemeinsam gegen Rechtsextremismus vorgehen können – spätestens dann, wenn sie sich selbst dadurch bedroht fühlen. Daran sollten sich die Politiker auch im Wahljahr 2014 erinnern.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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4 Kommentare

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  • B
    Bastler4711

    @FINANZEN

    "Ich vermute, Teile des Staates, Teile der griechisch-orthodoxen Kirche, einige der reichen griechischen Unternehmerfamilien und der ein oder andere inländische und ausländische (Finanz-)Konzern hat da ausgeholfen"

     

    Wieviel Geld wurde denn in den 'aufwendigen' Wahlkampf gesteckt?

     

    Übst Du noch als Denunziant, oder qualifizierst du dich gerade als Dreckschleuder?

    Oder ist das hier eine Glaubens-Diskussion?

  • H
    Heinar

    Einerseits finde ich das ja gut dass die Nazibratzen kein Geld mehr bekommen. Andererseits muss man sich fragen ob das denn in Ordnung ist, wenn das Volk eube Partei ins Parlament wählt und die übrigen Parteien ihnen dann den Geldhahn abdrehen.

    • F
      Finanzen

      @Heinar:

      Interessant wäre ja mal nachzuforschen, wie die kleine Partei Chrysi avgii ("Goldene Morgenröte") den letzten Wahlkampf so aufwendig gestalten konnte.

      Ich vermute, Teile des Staates, Teile der griechisch-orthodoxen Kirche, einige der reichen griechischen Unternehmerfamilien und der ein oder andere inländische und ausländische (Finanz-)Konzern hat da ausgeholfen.

      • H
        Heinar

        @Finanzen:

        Das kann ich mir auch gut vorstellen. Und das erinnert mich an die AfD, der wir (zum Glück) gerade noch entkommen sind.