Fifa-Krise: Der Druck auf Infantino steigt
15 afrikanische Verbände wenden sich von Infantino ab. Die Uefa und die nordamerikanische Concacaf wollen eine gemeinsame Nations League ohne Fifa.
Der angeschlagene Fifa-Präsident Gianni Infantino gerät stärker unter Druck. Laut dem britischen Guardian sind 15 afrikanische Verbände aus dem Infantino-Lager ausgebrochen. Bisher hatte Infantino in Afrika uneingeschränkten Rückhalt und eine starke Machtbasis. Nun haben die oppositionellen Verbände offenbar Gespräche mit Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström geführt, ob dieser sich eine Gegenkandidatur vorstellen könne. Grafström hat sich dazu bisher nicht geäußert.
Mattias Grafström hatte sich initial gegen Infantinos Privatisierungspläne bei der Fifa gestellt und war dann eingeknickt. Doch offenbar, so der Guardian, habe seine erste Reaktion bei mehreren afrikanischen Verbandspräsidenten Hoffnung geweckt für die Wahl zum Fifa-Präsidenten im März 2027. Die anonymen Quellen brachten auch Scheich Salman, den Präsidenten des asiatischen Verbands AFC, als Infantinos Gegenkandidaten ins Spiel, der „mit Sicherheit gewählt“ werden würde.
Damit wird die Unterstützung für Gianni Infantino immer dünner. Der umstrittene Fifa-Chef hatte einen milliardenschweren Verkauf von Anteilen an den Fußball-Weltmeisterschaften an Investoren angestrebt. Mit dem Verkauf von rund 20 Prozent der Anteile sollten bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar eingenommen werden. Für die Umsetzung wollte die Fifa das Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) gründen. Auch der Trump-Clan sollte beteiligt sein.
Infantinos Alleingang löste Proteste und Boykottdrohungen vonseiten der Uefa, der nordamerikanischen Concacaf und der asiatischen AFC aus. Mittlerweile musste der Fifa-Boss einknicken. Längst geht es den Gegnern ganz grundsätzlich um seinen Sturz. Die Kontinentalverbände sind dabei allerdings keine geschlossenen Lager, weil vor allem kleine Verbände auf Fifa-Gelder angewiesen sind. So werden bei der Wahl im März insbesondere aus Asien und der Karibik Abweichler erwartet.
Neue Nations League
Die Uefa und die nordamerikanische Concacaf, die im Zuge der Proteste näher zusammengerückt sind, haben nun Pläne für eine gemeinsame Nations League verkündet. Alle 96 Nationen sollen dabei sein. Das Turnier könnte erstmals 2028 stattfinden. Nach einer Ligaphase soll es ein Final-Four-Turnier geben. Nach jetzigem Stand wäre es ein Wettbewerb ohne die Fifa und damit ein weiterer Affront gegen Infantino. Auch Asien ist mittelfristig an einer Teilnahme interessiert. Allerdings könnten die weiten Flugreisen und hohen Emissionen auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen.
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