Feuerwehrmann über Glasscheiben: „Aus Vitrinen wird niemand gerettet“
Diebe hatten im Berliner KaDeWe große Probleme, eine Scheibe zu zerstören. Es gibt verschiedene Techniken, sagt Feuerwehrmann Stefan Gerling.
Screenshot: www.youtube.com/watch?v=iV_8bDIv8aY
taz: Herr Gerling, das Überwachungsvideo von dem Überfall im Kaufhaus des Westens (KaDeWe) zeigt, wie sich die Räuber lange mühen, eine Vitrine aufzuschlagen. Wie öffnen Sie bei der Feuerwehr in Notsituationen Sicherheitsglas?
Stefan Gerling: Bei Autos handelt es sich beispielsweise um ein völlig anderes Sicherheitsglas. Das können wir einfach einschlagen und so Zugang zum Auto bekommen. Aus Vitrinen muss ja niemand gerettet werden, deshalb sind die Scheiben anders aufgebaut.
Autoscheiben splittern nicht, sondern sie werden körnig und können eingedrückt werden. Im Normalfall versuchen wir, die Verletzten aber über eine Tür zu retten.
Kann man sich notfalls durch die Fensterscheibe eines ICE selbst retten?
Früher waren die tragenden Scheiben im ICE nur schwer zerstörbar. Nach dem Unglück von Eschede hat man reagiert. Heute sind die Scheiben mit Sprengkapseln versehen, die durch einen roten Punkt gekennzeichnet sind.
Mit den kleinen roten Hämmern, die in den Zügen hängen, schlägt man auf den Punkt und die Sprengkapsel zündet. Dann kann man die körnig gewordene Scheibe einfach entfernen.
ist Pressesprecher der Berliner Feuerwehr.
Wie befreit man Insassen aus gepanzerten Fahrzeugen?
Dafür ist der Technische Dienst zuständig. Panzerglas ist äußerst schwer zu zerstören. Selbst wenn man mit dem Vorschlaghammer darauf einschlägt, schwingt die Scheibe lediglich.
Deshalb verwendet die Feuerwehr dafür sogenannte Trennschleifer. Natürlich kennt Sicherheitspersonal, das solche Limousinen begleitet, Möglichkeiten, um Insassen noch schneller zu befreien.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert