FFP-2-Masken bei Amazon unerwünscht: Zwist um Masken
MitarbeiterInnen von Amazon sollen OP-Masken, aber keine FFP-2-Masken tragen. Der Grund: Mit Letzteren seien längere Pausen nötig.
Foto: Müller-Stauffenberg/imago
Amazon verwehrt seinen MitarbeiterInnen am Standort Winsen (Luhe) in Niedersachsen, FFP-2-Masken für den Infektionsschutz zu tragen. Dem ARD-Magazin „Panorama“ liegen entsprechende Dokumente und Aussagen von Beschäftigten vor. Hintergrund ist die Empfehlung im Arbeitsschutz, dass beim Tragen von FFP-2-Masken in relativ geringen Zeitabständen längere Pausen nötig sind, weil die Atmung hinter diesen Masken anstrengender ist als hinter den sogenannten OP-Masken.
Laut dem Medienbericht hat Amazon in Winsen seinen MitarbeiterInnen per Aushang mitgeteilt, dass FFP-2 Masken nicht gestattet sind, sondern der Betrieb die sogenannten medizinischen Einwegmasken (OP-Masken) zur Verfügung stellt. Medizinische Gesichtsmasken gelten nach den Richtlinien der Berufsgenossenschaft BGW nicht als so belastend. Bei FFP2-Masken ohne Ausatemventil hingegen empfiehlt die BGW als „maximale Tragezeit“ „75 Minuten mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten“.
FFP2-Masken schützen die TrägerInnen besser als OP-Masken vor Infektionen, da sie in der Regel dichter anliegen. In den Vorgaben des Bundesarbeitsministeriums für den Infektionsschutz sind aber sowohl die OP-Masken als auch die FFP2-Masken für den Infektionsschutz in Unternehmen zugelassen.
„Arbeitgebende können ihren Beschäftigten den Wunsch, eine FFP2-Maske zum Selbstschutz zu tragen, nicht verweigern“, sagte ein Sprecher der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) der taz. Umstritten ist aber die Frage, inwieweit Unternehmen die bezahlten langen Pausenzeiten gewähren müssten. Auch in Pflegeheimen und Schulen werden Pausenzeiten nicht eingehalten, obwohl die Beschäftigten FFP-2-Masken tragen.
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