piwik no script img

Ewald bestreitet Schuld

Verteidigung fordert Freispruch für DDR-Sportführer

BERLIN dpa ■ Zum Abschluss des wichtigsten Prozesses um das DDR-Doping hat sich der langjährige DDR-Sportchef Manfred Ewald erstmals vor Gericht massiv gegen den Vorwurf der Körperverletzung gewehrt.

„Meine Entscheidungen betrafen überhaupt nicht die Dinge, die mir vorgeworfen werden“, sagte der 74-Jährige gestern in seinem Schlusswort vor dem Berliner Landgericht. Sein Verteidiger verlangte nach rund zwei Monaten Verhandlung einen Freispruch. Das Urteil soll morgen fallen.

„Ich schließe mich prinzipiell den Ausführungen meines Verteidigers an“, sagte Ewald, nachdem er während des Prozesses stets zu den Vorwürfen geschwiegen hatte. Auf die Doping-Opfer ging er mit keinem Wort ein. „Ich hätte zumindest erwartet, dass er sich heute entschuldigt“, kritisierte die Nebenklägerin Birgit Boese.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Ewald wie für den Mitangeklagten Sportmediziner Manfred Höppner, der zum Prozessauftakt ein Teilgeständnis abgelegt hatte, jeweils eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren verlangt.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen