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Eine Schulleiterin: „Wir sind vorbereitet“

Grundschulen auf Hybridunterricht umzustellen wäre fatal. Der Lockdown im Frühjahr war für unsere Schüler*innen eine Katastrophe. Besonders diejenigen, die ohnehin Schwierigkeiten beim Lernen hatten, haben sich in dieser Zeit noch mal verschlechtert. Viele der Kinder teilen sich ein Zimmer mit ihren Geschwistern. Während des Lockdowns waren alle beieinander – da ist es sogar in der Schule ruhiger.

Und selbst wenn alle Kinder einen ruhigen Arbeitsplatz und einen Laptop zu Hause hätten: Man kann Grundschüler*innen nicht sechs Stunden lang per Videokonferenz unterrichten. Sie können sich Inhalte noch nicht eigenständig beibringen und sind daher auf ihre Eltern angewiesen. Doch nicht alle Eltern können ihre Kinder bei Aufgaben unterstützen, zum Beispiel weil sie arbeiten müssen oder ihnen das Wissen fehlt.

Gerade in den ersten Schuljahren ist der direkte Kontakt zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen essenziell und digital nicht zu ersetzen. Das zeigt auch eine Lernstandserhebung, die wir nach den Sommerferien durchgeführt haben.

Honorarkräfte eingestellt

Bei den Kleinsten waren die Lücken am größten. Die Zweitklässler*innen wiesen starke Defizite beim Lesen und Schreiben auf. Um diese zu beheben, habe ich Honorarkräfte eingestellt, die den verpassten Stoff nun mit den Kindern aufarbeiten.

Obwohl ich hoffe, dass wir niemals auf das Wechselmodell umstellen müssen, sind wir vorbereitet. Die Klassen haben wir schon in A- und B-Gruppen eingeteilt. Mit einem Tag Vorlauf könnten wir den Hybridunterricht starten.

Protokoll: Rieke Wiemann

Astrid-Sabine Busse ist Leiterin der Grundschule in der Köllnischen Heide in Neukölln und Vorsitzende des Interessenverbands Berliner Schulleitungen (IBS)

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