Drohende Eskalation auf Madagaskar: Soldaten fahren Panzer auf
Der Machtkampf zwischen Präsident Marc Ravalomanana und Oppositionsführer Andry Rajoelin spitzt sich weiter zu. Meuternde Soladaten drohen jetzt mit einem Putsch.
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ANTANANARIVO rtr Der erbitterte Machtkampf auf der Tropeninsel Madagaskar droht zu eskalieren. Meuternde Soldaten fuhren am Freitag in der Hauptstadt Antananarivo Panzer auf und kündigten an, gegen jegliche Söldner des Präsidenten Marc Ravalomanana vorzugehen. Die Panzer stünden in einem Versteck zum Einsatz bereit, sagte ein Sprecher der Soldaten, die unlängst unverhohlen mit einem Putsch gedroht hatten. Präsident Ravalomanana appellierte in seinem privaten Radiosender an die Bewohner der Stadt, gemeinsam meuternde Truppen zurückzuschlagen und den Präsidenten und seinen Palast zu verteidigen.
Der Präsident liefert sich mit Oppositionsführer Andry Rajoelina einen Machtkampf, bei dem bereits mehr als 140 Menschen getötet wurden. Die traditionell neutrale Armee droht dabei auseinanderzubrechen. Die meuternden Soldaten weisen jedoch Berichte zurück, unter dem Befehl von Herausforderer Rajoelina zu stehen. Die Opposition fürchtet, der Präsident wolle mit Söldnern seine Macht verteidigen. Die Auseinandersetzungen beeinträchtigen zunehmend die Tourismus-Industrie der Inselrepublik vor Afrikas Südostküste.
Rajoelina, der Präsident Marc Ravalomanana Machtmissbrauch und autoritären Führungsstil vorwirft, hatte am Vortag wenige Stunden vor einer erneuten Verhandlungsrunde der Konfliktparteien seinen Boykott des Treffens angekündigt. Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen wird er mittlerweile von 80 Prozent der Soldaten unterstützt, die Präsident Ravalomanana ihren Gehorsam versagt haben.
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