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Die WahrheitDie tausendprozentig Fitte

Schurken, die die Welt beherrschen wollen – heute: Christiane „KristieMotten“ Schenderlein.

Kopfschütteln, Achselzucken, Weitergehen ohne ein einziges menschliches Wort – so fallen die Reaktionen aus, wenn man x-beliebige Leute fragt, wer Christiane Schenderlein ist. Nicht anders sieht es aus, wenn man sie fragt, wie die deutsche Ministerin für Sport und Ehrenamt heißt. Dabei ist es ganz einfach, denn die eine ist die andere – und umgekehrt!

Andererseits ist die Leere in den befragten Gesichtern – einschließlich der auf Aschenbahnen und in Sporthallen! – nicht verwunderlich. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, zeigt sich wenig in der Öffentlichkeit, weil sie ihr Amt ernst nimmt und bis zum Rand jedes Tages bis auf den Bruchteil der Sekunde mit Sport und Ehrenamt ausfüllt.

Wer sie zufällig in ihrem Büro findet, sieht sie nicht auf einem faulen Schreibtischstuhl hocken, sondern auf einen Hometrainer munter eintreten; und wer sie anruft, muss wissen, dass manche Gesprächsstockung federleicht zu erklären ist, weil sie mit der anderen Hand hurtig eine Hantel bewegt, die äußerlich einem alten Telefonknüppel ähnelt. Auch Skeptiker dürfen also überzeugt sein: Christiane Schenderlein treibt in ihrem Ehrenamt als Staatsministerin, wie es sein sollte, Sport.

Aufstieg in die Landesliga

Geboren wurde sie deshalb 1981 inmitten der Sportnation DDR, in Weißenfels. Dieser Prägung folgend, machte sie in Leipzig an einem nach dem Geistessportler Friedrich Schiller benannten Gymnasium Abitur und studierte in der nächsten Runde Politikwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Sportpolitik!) sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft (mit dem Fokus auf Sportberichterstattung in den Medien und Kommunikationskanälen!) plus Geschichte (mit dem Hauptfach Sportlergeschichten!). Im Finale an der auf den Ersten der ewigen Rangliste in ev.-luth. Theologie getauften Martin-Luther-Universität in Wittenberg setzte sie sogar die Promotion drauf; Thema: „Der Wettbewerb der Landesvertretungen im leistungssportlichen Entscheidungsprozess der Europäischen Union“ – summa cum laude (Gold!).

Schon während ihres Studiums trainierte die spätere Ministerin für Sport und Ehrenamt in Abgeordnetenbüros des Sächsischen Land- und des Bundestags; danach war sie als Breiten- wie als Leistungspolitikerin erfolgreich – das eine für die CDU im Kreistag Nordsachsen, wo sie als Kreisrätin durchs Ziel ging und abermals Gold gewann; das andere in der sächsischen Landesliga, dem sog. Landtag, bevor sie 2021 in den Bundestag aufstieg und nach vier Jahren intensiven Trainings 2025 das Staatsministerium für Sport und Ehrenamt (s. o.) gewann.

Boxtraining mit der Kollegin

Weder im Kabinett noch im Bundestag sieht und hört man allerdings viel von ihr – kein Wunder, man sieht und hört sie anderswo laufen und springen! Anders als viele Kollegen tummelt sie sich an der frischen Luft und beginnt den Tag mit leichter Morgengymnastik, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, bevor sie durch die noch leeren Straßen Berlins joggt und anschließend ein paar Bahnen im Schwimmbad des Bundestags zieht.

Danach nimmt sie eine kleine Stärkung im Parlamentsbistro ein und schwingt sich in die Sporthalle der sächsischen Landesvertretung, um ein halbes Stündchen Squash zu spielen, bevor das Boxtraining mit Reem Alabali Radovan vom Ministerium für Entwicklungshilfe auf dem Programm steht. Nach einem Abstecher in ihr Abgeordnetenbüro, wo sie die Post löscht und ihre Sekretärin die Platzwunden versorgt, studiert Christiane Schenderlein die Stellung auf dem Schachtischchen und notiert ihren Antwortzug für die Partie gegen Kanzler Merz; wie immer ist es 4. Dxf7 matt.

Getreu ihrer Devise „Ein gesunder Körper in einem gesunden Geist“ hat sie meist noch Dampf in den Lungen, treibt etwas Gewichtheben mit den Möbeln und radelt hinaus zum Pferdehof Falkenberg, wo sie ein wenig Springreiten übt und, um die sportliche Herausforderung zu erhöhen, sich das Pferd auf den Rücken klemmt. Der Abend und die Nacht aber gehören der Entspannung, solange im Fernsehen die Fußball-WM läuft.

Goldregen auch im Garten

Am Sonntag aber macht der begeisterte Familienmensch in Familie. Gemeinsam mit ihrem Mann und sportlich vielen Kindern aus beider Ehen lebt sie in Taucha, Landkreis Nordsachsen, und es wird gemeinsam geturnt mit Kniebeugen, Liegestütz und Saltos, bevor ein Waldlauf für Kohldampf vor dem Mittagessen sorgt.

Aber auch, wenn Ehefrau- und Muttersein ihr Ehrenamt ist: Der Beruf ist immer dabei, im Garten hält die Familie Goldregen, Silberpappel und, aus Neuseeland eingeflogen, die Bronze-Segge. Holz gibt es im Garten nur dort, wo es unvermeidbar ist, bei den Obstbäumen.

Den Vorwurf, sich im Bundestag und im Paul-Löbe-Haus nie blicken zu lassen, nimmt sie sportlich. Schließlich disqualifizieren sich solche Fragesteller selbst, weil sie nichts von dem übermenschlichen Arbeitspensum wissen, das Christiane Schenderlein sportlich und ehrenamtlich leistet!

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