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Die WahrheitLe nouveau Bond est arrivé!

Für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat sich schon jetzt eine Anschlussverwendung gefunden.

Bald als 007 vor der Kamera: Emmanuel Macron Foto: ap

„Mein Name ist Macron. Emmanuel Macron!“ Eine Vorstellung, die bei den meisten Menschen weit über die Europäische Union hinaus nur müdes Kopfschütteln bewirkt, mündet gerade in eine umfassende cineastische Sensation. Wie der Wahrheit und dem Wall Street Journal jetzt über hochkarätige Inform- und Diamanten zugespielt wurde, ist es dem französischen Staatschef, der im Mai 2027 unwiderruflich in jener Funktion verrentet wird, gelungen, das laufende Casting für Superagent 007 für sich zu entscheiden.

Das weitere Timing ist schon jetzt perfekt: Gleich nach den für alle demokratischen Parteien verlorenen Präsidentschaftswahlen und der Auslieferung der Demokratie an die rechtsextremen Marine Le Pen und/oder Jordan Bardella beginnen im Frühsommer 2027 die Dreharbeiten. Los geht es dann in Berlin-Neukölln, Abu Dhabi, Dijon-Senf und Genf. Der neue Bond-Film, Arbeitstitel „Mein Name ist Bond“, wird, das ist jetzt so Instagram wie amtlich, 2028 zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli weltweit herauskommen.

Das Nachsehen haben derzeit die gerade noch für die Revolverrolle hoch gehandelten britischen Mimen Josh O'Connor, der auf Netflix neben Letzt-Bond Daniel Wladimir Craig kürzlich einen hotten Priester spielte, und Callum Turner, hauptberuflich Verlobter der Sängerin und Liedschreiberin Dua Lipa. Letztere wurde just diesen Dienstag im winterlichen Park des Elysée-Palastes von einer Drohnenkamera der Promipostille Paris Match aufgespürt. Denn es stimmt! Dua Lipa wird den Titelsong für den nächsten Bond-Streifen, Arbeitstitel „Mein Name ist Bond“, einspielen. Was liegt da näher, als schon mal mit dem so abgedunkelten wie pilotenbebrillten Gestellträger Emmanuel Macron ein paar Takte Highfive-Rap zu trällern? Nichts! Erste Drohnenaufnahmen zeigen ein geheimnisvolles Duett aus Lippen und getönten Sehhilfen.

Macrons neuer Exklusivvertrag

Wie soeben vermeldet wird, hat Emmanuel Macron mit den Amazon MGM Studios gerade einen Exklusivvertrag über gleich sieben sogenannte Bond-Content-Movies abgeschlossen. Sein Debüt als Agent 007 wird er demzufolge in „Dr. Oui“ geben. Zitat der Nachrichtenagenturen: „Macrons markige Präsenz, sein Charme und seine Fähigkeit, genau den richtigen Mix aus Härte und Raffinesse zu verkörpern, werden ihn wieder zu einem Publikumsliebling machen.“

Als „smarter und unerschrockener Geheimagent“ wird Macron alias Bond, gehen wir von einem neuen Bond-Abenteuer pi mal Daumen alle vier Jahre aus, beim letzten MI6-Movie dann sexy 78 Jahre zählen. Bingo, besser kann es in der Aktivrente für den einstigen Banker und ewigen Selbstdarsteller nicht laufen. Der smarte dann Ex-Sonnenkönigpräsident wird im Dezember kommenden Jahres nämlich gerade mal frische 50 Lenze. Hohe Zeit, um im Hexagon in die Kreativpension einzusteigen.

Emmanuel Macron hat also doch alles richtig gemacht. Gemunkelt wird außerdem über eine Liaison von ihm mit Barbara Broccoli, die nach dem Verkauf der Filmfamiliendynastie an Amazon voriges Jahr Miteigentümerin am Bond-Franchise bleibt. Eins steht fest: Alle Hoffnungen, dass 007 vielleicht endlich mal eine Frau, ein Schwarzer, eine Brigitte oder eine LSBTIQ*-Person werden könnte, haben sich mit der Abwahl von Macron und seiner Wahl zum zukünftigen Bond leider erledigt.

Viereinhalb Jahre ist es her, dass 007 Daniel Putin Craig im 25. Bond „Keine Zeit zu sterben“ auf der Leinwand tschüss sagte. „Sag niemals nie“, ruft Emmanuel Bond Macron in seinem neuesten Pilotenimagebrillen-Video nun allen Fans in spe auf Youtube zu. Zum Schluss wird seine Autogrammadresse (ab 14. 7. 2028) bereits jetzt eingeblendet: c/o MI6, Babylon-on-Thames, 85 Albert Embankment, London.

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