Die Wahrheit: Seehundslos

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über tierische Liebe erfreuen.

Gesicht eines Seehunds

Foto: Reuters

Die Nordsee dehnt sich weit, so weit,

Und das schon seit geraumer Zeit.

Hier lebt, bei Ebbe wie bei Flut,

Der Seehund Sven, dem geht’s nicht gut.

Die Nordsee ist so tief, so tief,

Und unser Sven ist depressiv.

Es hat ihn, in der Wogen Gischt,

Vor vierzehn Tagen schwer erwischt:

Er liebt! Er liebt so heiß und wild,

Doch leider gänzlich unerfüllt.

„Und wen?“, so fragt nun atemlos

Die Leserin: „Wen liebt er bloß?“

Er liebt, wir sehn es mit Befremden,

Frau Paula Petersen aus Emden,

Die freilich – was es alles gibt! –

Nur ihren eignen Gatten liebt,

Der dicklich wirkt und früh vergreist

Und außerdem noch Herbert heißt.

Die Nordsee dehnt sich weit, so weit,

Und das wohl noch geraume Zeit.

Es zeigt sich täglich, wenn nicht stündlich:

Die Liebe – sie ist unergründlich.

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kari

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