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Deutsche Stiftungen optimistischTrotz Krise auf Wachstumskurs

Auch wenn in den nächsten Monaten weniger Geld zur Verfügung steht, sieht der Dachverband positiv in die Zukunft.

BERLIN taz Die Finanzkrise könnte auch die deutschen Stiftungen treffen. Diese Befürchtung äußerte Wilhelm Krull, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, gestern bei der Bekanntgabe der Jahresbilanz des Verbandes für 2008. "Die Finanzkrise geht an den Stiftungen nicht spurlos vorbei", sagte Krull. Jedoch hätten sich Stiftungen generell als krisenfest erwiesen. Der Grund: Die Gründer legen das Geld traditionell eher konservativ an und streuen das Stiftungskapital meist breit auf verschiedene Anlageformen. "Die realen Verluste in der Vermögenssubstanz der Stiftungen werden sich deshalb voraussichtlich in Grenzen halten", prognostizierte Krull.

Dennoch werde es in den Jahren 2009 und 2010 zu Kürzungen des Stiftungsvermögens kommen. Die Volkswagenstiftung beispielsweise, der Krull vorsitzt, werde 2009 voraussichtlich rund zehn Prozent weniger Geld zur Förderung unterstützenswerter Projekte zur Verfügung haben als noch 2008, sagte Krull.

Auch bei den Stiftungsneugründungen sei 2009 ein leichter Rückgang zu erwarten. Mit einem rasanten Einbruch rechne er jedoch nicht, da Stiftungsgründer häufig Überzeugungstäter seien. Dennoch wäre es denkbar, dass die Finanzkrise potenzielle Stifter und Spender verunsichere, sagte Krull.

Trotz dieser Prognose erwartet der Bundesverband Deutscher Stiftungen, dass in Deutschland langfristig immer mehr Stiftungen gegründet werden. Schon jetzt stehe Deutschland bei der Zahl der Stiftungen europaweit an erste Stelle.

2008 wurden gut 1.000 Stiftungen neu gegründet. Darunter war auch die taz Panter Stiftung mit einem Stiftungsvolumen von fast 710.000 Euro. Im Gegensatz zum Vorjahr sind die Stiftungsneugründungen damit zwar leicht zurückgegangen. Der Bundesverband führt diesen Rückgang jedoch auf die 2007 erfolgte Reform des Stiftungswesens zurück. Mit dem neuen Gesetz war die Möglichkeit, durch eine Stiftungsgründung Steuern zu sparen, verbessert worden.

Insgesamt gibt es in Deutschland 16.406 Stiftungen des bürgerlichen Rechts. Deren finanzielles Vermögen wird auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt. Genaue Zahlen über das in Stiftungen eingesetzte Geld gibt es nicht, da diese nicht verpflichtet sind, ihre Bilanzen zu veröffentlichen. Die meisten Stiftungen im Städtevergleich hat Frankfurt am Main. Würzburg steht an zweiter Stelle, gefolgt von Hamburg an dritter Stelle. Bei den Bundesländern führt Nordrhein-Westfalen.

Waren in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Stiftungen vor allem zur Unterstützung von Projekten im sozialen Bereich gegründet worden, verzeichnet der Stiftungsverband in den letzten Jahren eine Zunahme von Stiftungen, die kulturelle Projekte in den Bereichen Wissenschaft und Forschung unterstützen. Auch Umweltstiftungen haben in den letzten Jahren zugenommen. MARLENE HALSER

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