Der taz-Wahlcheck (3): Wieviele Frauen sind in der FDP?
Die Parteien treten mit unterschiedlichen Positionen zur Wahl an. Tun sie das wirklich? Die taz hat die Programme thematisch durchforstet. Diesmal: Frauen.
CDU/CSU: Die Union bietet eine 30-Prozent- Quote, aber frühestens 2020. Eltern sollen nach der Kinderpause auf einen Vollzeitarbeitsplatz zurückkehren können. Den älteren Müttern schenkt die Union ein Rentenpünktchen.
SPD: Eine 40-Prozent Quote so schnell wie möglich, kein Ehegattensplitting mehr, ein Entgeltgleichheitsgesetz und schließlich noch Frauenförderung als Kriterium bei der öffentlichen Auftragsvergabe. Kein schlechtes Paket.
FDP: Keine Änderung am Ehegattensplitting, keine Quote, dafür „männerpolitische Programme“. Wieviele Frauen gab es nochmal in der FDP?
Grüne: Alles wie die SPD, nur immer etwas mehr: 40-Prozent-Quote auf allen Ebenen der Firmen, Ehegattensplitting früher abschaffen, ein Gesetz für gleiche Löhne und dazu, Trommelwirbel: Gender Mainstreaming. Mutig!
Linkspartei: Weg mit den unabgesicherten Minijobs, her mit der Quote für alle Ebenen. Dazu soll das Antidiskriminierungsgesetz mit einem Verbandsklagerecht versehen werden: Verbände könnten dann gegen Benachteiligungen klagen.
Piraten: Auch die Piraten wollen das Ehegattensplitting abschaffen, und dazu gleich alle traditionellen Rollenmuster, die Frauen und Männer beengen könnten, Wie sie das tun wollen, bleibt allerdings etwas unklar.
Fazit: Bei Rotgrün und sogar bei Schwarzrot können sich interessante geschlechterpolitische Schnittmengen bilden. Auswanden können geschlechterpolitisch Interessierte, wenn die FDP in eine Regierung kommt.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert