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Der Zukunftzugewandt

In Halle (Saale) will eine Genossenschaft das leer stehende Stasi-Bezirksamt kaufen und zu einem Kulturzentrum machen. Zuständig für den Verkauf ist das Land Sachsen-Anhalt. Im September wird dort gewählt

Aus Halle (Saale) Amira Klute (Text) und Iona Dutz (Fotos)

Als Ulrich Möbius die Hälfte der Leute, die zum ersten Treffen kamen, nicht kannte, dachte er, es könnte was werden. Für seine Idee braucht es nämlich mehr Mitstreiter*innen. Möbius, 50, bunte Cap und zwinkernde Katze auf dem T-Shirt, dreht sich um und zeigt auf den Ort, um den es geht: die ehemalige Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) der DDR in Halle (Saale), Sachsen-Anhalt.

Es ist ein großes Vorhaben. 20.000 Quadratmeter, um genau zu sein: ein riesiger, leer stehender Betonskelettbau, Baujahr 1971, orange-silberne Aluminiumfassade, 7 Stockwerke, ein kleinere Bau daneben und ein paar Garagen. Als Genossenschaft wollen Möbius und seine Mit­strei­te­r*in­nen das alte Haupthaus und den kleineren Sozialbau daneben kaufen und zu einem Kulturzentrum machen.

Rein darf man heute nicht. In den oberen Stockwerken erkennt man vergilbte Lamellenvorhänge. Unten kann man durch zerbrochene Fenster ins Innere schauen. Zum Beispiel in den großen Saal mit Bühne, holzvertäfelte Wände, im Sozialbau, in dem Stasi-Mitarbeitende früher Feste feierten. „Was da alles reinkönnte!“, sagt Möbius.

Von 1971 bis 1989 wurde von hier aus Überwachung organisiert. Jetzt soll es ein „Gemeinschaftsamt“ für alle werden. Auf Instagram bekommt die Initiative viel Zuspruch. Ein Reel aus dem November 2025 hat 10.000 Likes. „Sachsen-Anhalt 2025, nur noch Panikmache und Weltuntergangsstimmung, während alle nur am Maulen sind, machen wir Pläne für die Zukunft“, sagt Genossenschaftsmitglied Max König.

Noch gehören die Gebäude dem Land. Dass es sie verkaufen will, steht schon fest. Aber nicht, an wen. Am 6. September sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Die jüngsten Umfragen prognostizieren der AfD, mit Abstand stärkste Kraft zu werden. Man könnte denken, da sollte es doch besser schnell gehen mit dem Kaufen. Aber so einfach ist es nicht.

Das ist keine Geschichte über die AfD, sondern eine über Leute, die in Halle was machen. Stand Anfang Juni sind schon 150 Menschen Genossenschaftsmitglieder. Damit der Kauf klappt, braucht es aber noch mehr, die Geld geben, ihre Ideen einbringen, Aufgaben übernehmen – und zwar bevor klar ist, dass das Gebäude auch wirklich gekauft werden kann.

In den vergangenen Monaten kommt man in Halle an den Plakaten des Gemeinschaftsamts kaum vorbei. Sie hängen in Cafés, in der Uni, an Tramhaltestellen und laden zu regelmäßig stattfindenden öffentlichen Treffen.

Wenn Ulrich Möbius die Idee erklärt, klingt es einfach. Sobald die Genossenschaft 250.000 Euro zusammen hat, wird sie einen Kredit aufnehmen und das Gebäude gemeinsam mit einer Stiftung dem Land abkaufen. Noch 2026 soll das passieren, ein Jahr später sollen die ersten Mie­te­r*in­nen einziehen und die Räume selbst renovieren. Sie rechnen mit einem Kaufpreis unter einer Million Euro. Die Kaltmiete soll unter fünf Euro liegen. Das Gelände hat 20.000 Quadratmeter, davon seien 13.500 vermietbar. „Es gibt viel Raum für Ideen!“, sagt Möbius. Das Freie Radio Corax hat schon Interesse bekundet, ebenso wie der Fanverein der Eishockeymannschaft Saalebulls. Die Initiative spricht von Ateliers, Proberäumen, Co-Working-Spaces, Werkstätten, Treffpunkten.

Möbius kommt aus Halle und ist stadtbekannt, auch weil er schon mal ein Gebäude aus DDR-Zeiten zu einem Café und Kulturort gemacht hat: das Peißnitzhaus, ein ehemaliges Pionierhaus auf der Peißnitzinsel, das heute ein beliebter Ort in der Stadt ist, eigentlich gute Werbung.

William Waltz, 62, ist Ende Mai zum ersten Mal bei einem Infotreffen der Initiative, im Paulusviertel in Halle. Er sucht sein Büro von damals. Am Stehtisch blättert er durch Grundrisse des ehemaligen Stasi-Gebäudes. War es der vierte Stock oder der fünfte?

Waltz sagt, er sei hier, um zu gucken, ob das realistisch wäre, sein altes Büro wiederzubekommen. „Wie eine Schnapsidee auf die Realität trifft.“ Waltz zeigt ein Foto auf seinem Handy. Es zeigt ihn, halb so alt wie heute, im blauen Hemd am Schreibtisch, vor einem klobigen, beigen Computer. Das war 1993 und er gerade aus Michigan, USA, hergezogen.

Waltz arbeitete bei der Anglistik an der Universität Halle. Die war kurz nach der Wende in das ehemalige Stasi-Haus eingezogen – und blieb bis Mitte der 1990er. „Stasianum“ hieß der Uni-Standort im Volksmund. 1995 kam das Finanzamt dazu. Waltz erinnert sich daran, dass seine Bürotür noch gepolstert war. Und wie er sich wunderte, dass niemand Witze über den Coca-Cola-Automaten in der Kantine machte.

Er ist an diesem Samstag einer von rund 30 Menschen, die zum Infotreffen gekommen sind. An den Wänden hängen Fotos der Gebäude, an Tischen beantworten Mitglieder vom Gemeinschaftsamt Fragen.

Eine von ihnen ist Sigrid Redeker, 74, aus Halle, gelernte Uhrmacherin. Dabei war sie erst skeptisch. Auch wegen des Namens: „Gemeinschaftsamt? Was will da jetzt wieder eine Behörde rein?“, habe sie gedacht. Aus Neugier kam sie zum Gründungstreffen im September vergangenen Jahres. Mittlerweile ist sie Genossin und verteilt regelmäßig Flyer für die Initiative. Sie hat auch schon Ideen für die Nutzung, denkt an ein Kunstgewerbestudio und würde gern über humanes Sterben informieren. „Und ich denke an ein Tanzcafé zum Thema Lindy Hop“, sagt sie. Sie findet, Halle könne wieder mehr Disko vertragen.

Die Unterlagen der Stasi

Die Aktenlage

Auf den geheimen Spuren der Stasi“ unterwegs sein kann man am 9. Juni bei einer Führung über das ehemalige Stasi-Areal in Halle. Dabei werden auch Einblicke in die Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs versprochen. In Halle hat man es dabei mit über 7.000 laufenden Metern Akten zu tun. Zusammen mit den auf den 13 weiteren Standorten des Stasi-Unterlagen-Archivs wie Suhl, Gera, Magdeburg, Leipzig und vor allem Berlin-Lichtenberg (dort ist das Archiv am historischen Standort des Hauptsitzes des Ministeriums für Staatssicherheit untergebracht) verteilten Unterlagen kommt man auf über 111 Kilometer Akten.

Die Einsicht

Das will auch heute durchaus noch gelesen sein. In den vergangenen Jahren haben jährlich immer etwa 30.000 BürgerInnen einen Antrag zur Akteneinsicht gestellt. Seit Beginn der Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs Ende 1990 sind bislang 7.561.665 (Stand: 31. Dezember 2025) Ersuche und Anträge eingegangen.

Manche haben aber auch Zweifel. Beim Infotreffen fragt eine Frau: „Wer kümmert sich um den Erhalt, wenn das Gebäude gekauft wurde? Und wer putzt?“ „Die Genossenschaft“, sagt Möbius. „Das ist ja nur ein Wort!“, sagt die Frau, „wer ist das?“ „Da gibt es viele Konzepte“, sagt Möbius freundlich, „Wir haben das noch nicht festgelegt, aber alle, die wollen, können mitbestimmen.“ Jedes Genossenschaftsmitglied habe eine Stimme, egal ob Privatperson oder Institution oder wie viele Anteile es hat. „Das soll ein Ort werden, wo Demokratie sich übt.“ Die Frau sieht nicht ganz überzeugt aus.

Wer Interesse hat, muss nicht gleich Genossenschaftsmitglied werden, man kann sich auch erst mal informieren, Vorschläge machen, was ins Gebäude reinkommen sollte oder sich einer Arbeitsgemeinschaft anschließen, erklärt Möbius. Es gibt zum Beispiel eine AG Finanzierung und eine AG Geschichte, die sich mit den Vergangenheiten des Geländes beschäftigt. Die suchen gerade noch Mitstreiter*innen.

Denn das Gelände hat verschiedene Vergangenheiten, und eine davon als Teil des Überwachungsapparats der DDR. In Halle gibt es viele Menschen, die sich erinnern können, wie die Stasi im Gebäude war.

Zu DDR-Zeiten war das Stasi-Gelände eine Stadt in der Stadt. 1971 zogen die ersten Mit­ar­bei­te­r*in­nen ein. Es gab einen Kinosaal, ein Casino, eine Zahnarztpraxis, einen Friseur, eine Sauna, eine Autowerkstatt, Wohnungen für die Mitarbeitenden und einen großen Zaun und mehrere Wachtürme. Die Mit­ar­bei­te­r*in­nen sollten das Gelände so wenig wie möglich verlassen müssen. Wer nicht da arbeitete, kam nicht rein. Es war auf dem Stadtplan von Halle nicht verzeichnet. Ein Gefängnis war es nicht, nur selten fanden dort Verhöre statt. Es war mehr eine riesige Datensammelmaschine.

Ulrich Möbius stand als 13-Jähriger zum ersten Mal vor der Stasi-Verwaltung. Das spiele jetzt keine Rolle für die Idee mit dem Kulturzentrum, sagt er. Aber es erzählt noch etwas über die Geschichte dieses Ortes.

Am 30. Oktober 1989, lief er als einer von rund zweitausend Menschen bei der Montagsdemo, die eine Reform der DDR forderte, aus der Innenstadt bis vor die Stasi-Bezirksverwaltung am Eingang zur DDR-Planstadt Halle-Neustadt. Sie blieben 20 Minuten rufend stehen und zogen wieder ab. Ein paar Wochen später besetzten 50 Menschen die Stasi-Verwaltung – wie an vielen anderen Orten in der DDR auch. Um zu verhindern, dass Mitarbeitende weiter die Millionen von Akten, die sie hier angelegt und gefüllt hatten, schredderten und verbrannten.

Heute lagern sie in einem kleinen Gebäude neben dem ehemaligen Haupthaus, in der halleschen Außenstelle des Stasi-Unterlagenarchivs. Wenn man die Akten nebeneinander stellen würde, könnte man 7 Kilometer lang an den Rücken der Ordner mit dem Fahrrad entlangfahren. Die Mitarbeitenden sind immer noch damit beschäftigt, die Schnipsel geschredderter Akten zusammenzusetzen.

Das Freie Radio Corax hat schon Interesse bekundet, ebenso wie der Fanverein der Eishockey­mannschaft Saalebulls. Die Initiative spricht von Ateliers, Proberäumen, Co-Working-Spaces, Werkstätten, Treffpunkten

Nachdem das Finanzamt ausgezogen war, öffnete das großen Haupthaus 2016 seine Türen zum ersten Mal für alle in der Nacht der Museen. 2021 residierte dort das Kunst- und Kultur-Festival Werkleitz, das sich jedes Jahr an einem anderen Ort mit Transfor­mation und Strukturwandel beschäftigt.

Beim Infotreffen Ende Mai hat William Waltz sein Büro gefunden – ziemlich sicher jedenfalls. „Hier gegenüber vom Aufzug, im fünften, mit Fenster.“ Er sieht ein bisschen aufgeregt aus und fotografiert sich den Grundriss ab. Ulrich Möbius tritt mit an den Tisch. Waltz will von ihm wissen, wie er an sein Büro kommt – also theoretisch.

Möbius erklärt: Das Konzept, wie die Räume vergeben werden, steht noch nicht fest. Aber grob, müsste Waltz erst mal zwei Genossenschaftsanteile à 200 Euro kaufen, um Mitglied zu werden. Dann wären es pro 5 Quadratmeter einer. Bei seinem 27 Quadratmeter großen Büro wären das ungefähr 1.200 Euro. Damit wäre er Miteigentümer und dürfe über die Fragen, die die Genossenschaft betreffen, mitbestimmen. Waltz nickt.

Allerdings sollen erst mal die unteren Stockwerke bezogen werden, Stück für Stück weiter nach oben. Die Mie­te­r*in­nen sollen selbst renovieren. Waltz sieht ein bisschen enttäuscht aus. Er wolle noch mal drüber nachdenken, sagt er, als er sich verabschiedet.

Nach der Zentrale in Berlin war in Halle der größte Sitz der Stasi in der DDR, gemessen an der Zahl ihrer Außenstellen, sogenannten Kreisdienststellen. Dass die Stasi-Stelle in Halle so groß war, lag an der Chemieindustrie in der Nähe. Es war eine Aufgabe der Stasi-Bezirksverwaltung, Umweltverschmutzungen durch die Werke in Leuna, Buna und Bitterfeld zu vertuschen.

Im Herbst 1989 arbeiteten in der Stasi-Bezirksverwaltung Halle 3.100 Hauptamtliche und 11.000 inoffizielle Mitarbeiter. Es gab eine große Telefonabhöranlage. Mehr als hundert Mitarbeitende waren allein damit beschäftigt, Briefe zu öffnen. Im Januar 1975 protokollierte die Bezirksverwaltung Halle, dass die Menschen in Halle pro Monat 1,1 Millionen Briefe und 240.000 Postkarten in die Bundesrepublik schicken sowie 65.000 Briefe nach West-Berlin. Durchschnittlich öffneten Mitarbeitende monatlich 58 000 davon.

Anne Kupke ist als Kind mit der Straßenbahn am Stasi-Gelände vorbeigefahren. Sie erinnert sich daran, wie sie versucht hat, etwas hinter dem kilometerlangen Zaun um die benachbarte Kaserne zu erspähen. Als Erwachsene hat sie im Hauptgebäude ihre erste Steuererklärung eingeworfen. Sie ist nicht die einzige in Halle, die darüber witzelt, dass ab 1995 nicht mehr die Stasi, sondern das Finanzamt im Gebäude saß: „Das Finanzamt, ja das weiß halt alles.“

Die Erinnerung an die Diktatur der SED ist ihr sonst ein ernstes Anliegen. Kupke ist im Vorstand des Vereins Zeit-Geschichte(n) Halle e. V., der 1995 von ehemaligen DDR-Bürgerrechtler*innen gegründet wurde. Die Mitglieder beschäftigen sich heute sowohl mit DDR-Geschichte als auch mit dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

„Die Idee, das alte Stasi-Gebäude als Genossenschaft zu kaufen, haben sie im Verein diskutiert“, sagt Kupke. Die Meinungen gingen auseinander. „Manch einer wünscht sich auch den Abriss.“ Zwei Bürger hätten ange­rufen und Sorge geäußert, dass „die Linken“ sich das Gebäude zurückholten. Der Verein hat jedenfalls entschieden, sich an der Genossenschaft zumindest vorerst nicht zu beteiligen. Sie selbst sei ­etwas reserviert, sagt Kupke, fände aber gut, dass ein Gebäude nicht sinnlos leer stehen soll. „Dieses Grundansinnen teilen, glaub ich, alle in Halle“, sagt sie.

Über den Verkauf entscheiden aber nicht die Menschen in der Stadt, sondern das Land Sachsen-Anhalt.

Bevor die Entscheidung fiel, die Gebäude zu verkaufen, hat das Land auch bei Johannes Beleites angefragt. Er ist seit 2024 Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und selbst in Halle geboren. Er hatte nach Rücksprache mit dem Stasi-Unterlagenarchiv keine Einwände. Was hält Beleites von der Initiative, die daraus ein Kulturzentrum machen möchte? Er äußert sich zurückhaltend: „Ich werde mich nicht dafür engagieren, aber auch nicht dagegen.“

Auch er erzählt, dass er Post bekommen hat, von Menschen, die ihn aufforderten, sich gegen die Initiative zu positionieren. „Es gibt die Befürchtung“, sagt er, „dass es sich hinsichtlich der Gruppe, die da sich darum bemüht, um ein relativ linkes Projekt handelt.“ Die Sorge einiger Stasi-Opfer: „Die­selben von damals bemächtigen sich jetzt ihrer Immobilie und wollen sich auch ihrer Geschichte bemächtigen und die Deutungshoheit haben.“

Die Sorge nehme er ernst, sehe sie aber nicht begründet. Er sei sich relativ sicher, dass keine ehemaligen Stasi-Mitarbeiter beim Gemeinschaftsamt aktiv sind, „allein schon aus Altersgründen“. Auch zweifele er nicht daran, dass die Initiative, wie sie sagt, sich mit der Vergangenheit sensibel auseinandersetzen möchte. Er würde sich nicht für das Gesamtprojekt engagieren, aber „einzelne Kooperationen im Blick auf die Aufarbeitung der Geschichte“ hält er für möglich.

Dazu, wie das Land zu den Ideen des Gemeinschaftsamtes steht, könnten „noch keine Aussagen getroffen werden“, schreibt das zuständige Finanzministerium auf taz-Anfrage. „Die Ini­tiative ist dem Land bekannt.“ Ein öffentliches Bieterverfahren werde noch im Laufe dieses Jahres beginnen.

Ist es also realistisch, dass das wirklich klappt? Was ist, wenn mit der Landtagswahl die AfD stärkste Kraft im Landtag wird? Oder ist das die falsche Frage?

Die Stadt Halle kann zwar nicht mitentscheiden über den Verkauf, sie steht aber hinter dem Projekt. „Die Stadtverwaltung begrüßt das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich“, schreibt der Pressesprecher des Bürgermeisters Alexander Vogt (parteilos) auf taz-Anfrage. Die Stadt steckt seit einigen Monaten in einer schweren Haushaltskrise. Es sei für das Gemeinschaftsamt daher derzeit „keine finanzielle Unterstützung möglich“, aber man könne unterstützend beraten.

Die Initiative Gemeinschaftsamt will nichts vom Land geschenkt bekommen, sondern ihm etwas abkaufen. Andere In­ter­es­sen­t*in­nen für das Gelände gibt es nicht – geschweige denn Konzepte, was mit den riesigen Gebäuden passieren soll. Deren Architekt, der Gropius-Schüler Richard Paulick, der auch die angrenzende Planstadt Halle-Neustadt entworfen hat, hatte im Herzen der Planstadt ein Kulturzentrum geplant. Realisiert wurde es nie.

Ulrich Möbius von der Initiative Gemeinschaftsamt ist optimistisch. Er denkt nicht nur bis September. Was es jetzt brauche, seien genug Genossenschaftsmitglieder, bis das Land die Gebäude voraussichtlich Ende des Jahres versteigern wird. Am Infotag Ende Mai wurden es wieder zwei mehr, 100.000 der benötigten 250.000 Euro haben sie schon zusammen.

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