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Laut dem bereits verstorbenen Science-Fiction-Autor Ray Bradbury ist der 4. August 2026 „Der Tag der Abrechnung“
Foto: Michael Kappeler/dpa/picture alliance
Von Martin Conrads
Die Menge der in den sozialen Medien geteilten Aufnahmen humanoider Roboter in Aktion übersteigt mittlerweile die Kapazitäten menschlicher Erinnerung.
Allein in diesem Jahr konnte man unter anderem sehen: Friedrich Merz muss in Hangzhou tanzenden „Unitree Bots“ (G1) zusehen; japanische Forscher stellen den Roboter-Mönch „Buddharoid“ vor; der Roboter „Helix 02“ von Figure zeigt, wie er ein komplettes Wohnzimmer selbstständig aufräumt – vom Aufheben von Gegenständen über das Reinigen von Oberflächen bis hin zum Zurücklegen von Kissen auf die Couch; ein humanoider Roboter jagt Wildschweine durch Warschau; in Peking absolvieren humanoide Roboter Testrunden für einen Halbmarathon; ein Roboter von Sharpa Robotics schält mit zwei Händen geschickt einen Apfel; Melania Trump wird im Weißen Haus von einem humanoiden Roboter namens „Figure 3“ begleitet. Die Liste ließe sich fortsetzen.
Dieser Tage werden uns neben den Clips mit all den Exemplaren von G1, Helix 02 oder Figure 3 auch immer wieder Szenen aus T2 – James Camerons Science-Fiction-Film „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ von 1991 mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle – vom Algorithmus eingespielt. Sie wollen uns daran erinnern, dass der in einem nuklearen Inferno endende Krieg zwischen den humanoiden Robotern aus Flüssigmetall und dem menschlichen Widerstand bereits 2029 ausbricht.
Dieses Datum, diese Geschichte sind aber möglicherweise nur ein superintelligentes Täuschungsmanöver des KI-Systems Skynet, das im Film gegen die Menschheit kämpft. Laut dem amerikanischen, im Jahr 2012 gestorbenen Science-Fiction-Autor Ray Bradbury ist nämlich schon der 4. August 2026 der Tag der Abrechnung. Seine Kurzgeschichte „There Will Come Soft Rains“ (1950), in der es um einen nach einem Atomkrieg so routiniert wie nutzlos für niemanden mehr seinen Dienst erfüllenden Haushaltsroboter geht, ist auf den heutigen Tag datiert.
Der gleichnamige sowjetische Animationsfilm von Nazim Tulyakhodzayev aus dem Jahr 1984, der sich Bradburys Geschichte als Vorlage nahm und den man auf YouTube finden kann, verlegte das Datum zwar in den – nuklearen? – Winter 2026, visualisierte aber schön drastisch, wie der zumindest in den Gesichtszügen ansatzweise humanoide Hausroboter diszipliniert ein komplettes Wohnzimmer in menschenleerer, postnuklearer Einöde selbstständig aufräumt – quasi vom Aufheben von Gegenständen über das Reinigen von Oberflächen bis hin zum Zurücklegen von Kissen auf die Couch. Ob wir uns heute Abend womöglich noch die netten Bilder mit Melania Trump zurückwünschen werden?
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