Menschen mit Atemschutzmasken in einer Buchhandlung

Foto: Gustavo Alabiso

Der Einzelhandel ist wieder geöffnet:Wachgeküsst

Seit Montag stehen die Türen wieder offen. Von einem Run der Kundschaft ist man im badischen Ettlingen aber weit entfernt.

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20.4.2020, 19:00 UHR

Ein barockes Schloss, ein neugotisches Rathaus, dazwischen die kopfsteingepflasterte Fußgängerzone. Bei dieser Kulisse liegt es nah, von einem Dornröschenschlaf zu sprechen, aus dem die schmucke Einkaufsmeile von Ettlingen erwachen soll. Doch ganz so idyllisch geht es hier im Badischen doch nicht zu. Das sieht man an den Gesichtsmasken, die einige Passanten tragen. Sie vermitteln die wenig märchenhafte Gewissheit, dass man nicht einfach so weitermachen kann wie vor der Krise.

Es ist ein langsames Tasten zurück in die Normalität, so haben es die Ministerpräsidenten der Länder mit der Kanzlerin entschieden. Jedes Land hat seine in Details eigenen Regeln getroffen, unter denen die Geschäfte an diesem Montag das erste Mal wieder öffnen dürfen. Ziel ist es, dass nicht gleich wieder ein Run wie beim Sommerschlussverkauf losbricht.

Von Massenaufläufen ist an diesem Morgen in der Fußgängerzone von Ettlingen nichts zu sehen. Nur vor dem Eingang von Schuh-Rissel ist eine kleine Schlange entstanden. Ein Rentnerpaar und eine Mutter mit zwei Kindern warten, dass sich die Glastür des Geschäfts öffnet, die Abstandsregeln werden leidlich eingehalten.

Drinnen treffen derweil die Verkäuferinnen mit buntem Mundschutz letzte Vorbereitungen. Das ganze Wochenende haben sie die neue Kollektion in die Auslage geräumt. Jetzt muss alles gezeigt werden, was auf Lager ist. Am Eingang stehen drei Flaschen Desinfektionsmittel, vor der Kasse gibt das Flatterband die richtige Wegrichtung vor.

Tag eins nach dem Lockdown in Ettlingen

Aus hygienischen Gründen müssen die Kunden selbst schauen, wie sie in die Schuhe kommen, das Personal soll bei der Anprobe nicht helfen. Eigentlich wollte Christian Rissel, der 35-jährige Inhaber, auch den Kunden einen Mundschutz anbieten, wie es die Öffnungsverordnung des Landes empfiehlt. 2.000 Stück hatte er für den großen Tag bestellt, schon vor zwei Wochen. Bisher ist aber nichts davon angekommen. Glücklicherweise ist die Bedeckung von Mund und Nase für die Kunden in Baden-Württemberg nur eine Empfehlung. Deshalb öffnet Rissel sein Geschäft auch ohne.

Tag eins nach dem Lockdown in Ettlingen. Hier am Fuß des Nordschwarzwalds ist die Geschäftswelt in Zeiten des Internethandels zwar nicht in Ordnung, aber zumindest weit entfernt vom Pimky-Zara-Footlocker-Wiener-Feinbäcker-Einerlei anderer Fußgängerzonen. Ein Vorteil, wo doch die kleinen Geschäfte öffnen dürfen, während die Einkaufszentren im benachbarten Karlsruhe geschlossen bleiben müssen. Ettlingen ist ein wohlhabender Ort, 40.000 Einwohner, ein bisschen Industrie und Gewerbe. Die Stadt ist überschaubar, mit mittelalterlicher Innenstadt und Barockschloss, in dem eigentlich schon bald Theaterfestspiele stattfinden sollten. Wer sich’s leisten kann, verbringt hier den Ruhestand. Ettlinger sind im Schnitt drei Jahre älter als der Rest des Südwestens.

VerkäuferInnen in einem Schuladen

Das Schuhgeschäft: Alles bereit für die Kunden am Montagmorgen Foto: Gustavo Alabiso

„Die attraktive Innenstadt ist für uns ein gewichtiges Pfund“, sagt Sabine Süß, Chefin des City-Marketing. Doch was nützen Barockfassaden und Fachwerk, wenn sie Handyläden und Ein-Euro-Shops beherbergen. Die Stadt hat zusammen mit den Ladenbesitzern in den vergangenen Jahren gehörig die Werbetrommel gerührt und sich so auch im benachbarten Karlsruhe und der Region bis Pforzheim den Ruf einer gemütlichen Einkaufsstadt erworben. Bis das Virus kam.

Christian Rissel, Schuhladenbesitzer

„Wir werden das überstehen. Aber das ist mit Sicherheit nicht bei jedem Geschäft hier so“

Christian Rissel zieht sich für das Gespräch im Freien seinen Mundschutz vom Gesicht. Mit seiner runden Brille und dem Bart sieht er eher wie ein Buchhändler aus. Er ist Vorsitzender der örtlichen Werbegemeinschaft der Einzelhändler. Vor acht Jahren hat er das Geschäft in vierter Generation von seinen Eltern übernommen. Er hat einen zweiten Laden aufgemacht und dafür Kredite aufgenommen, 22 Mitarbeiter stehen bei ihm auf der Gehaltsliste. Noch nie habe der Laden in seiner 137-jährigen Geschichte mehrere Wochen keinen Umsatz gemacht, selbst in Kriegszeiten nicht, sagt er. Soforthilfen, Kurzarbeit, neue Kredite, „wir werden das zu 90 Prozent überstehen, auch ohne Entlassungen“, sagt Rissel. „Aber das ist mit Sicherheit nicht bei jedem Geschäft hier in der Stadt so“, fügt er hinzu.

Werner Löffler steht zwischen seiner Kollektion an Outdoorjacken und ist irritiert. Gerade kam ein Ablehnungsbescheid für die Soforthilfe vom Land. Angeblich habe er eine falsche IBAN-Nummer angegeben, deshalb sei sein Antrag abgelehnt worden. Es könne schon sein, dass er da einen Fehler gemacht hat, schließlich habe er den Antrag morgens um fünf losgeschickt, weil die Server des Wirtschaftsministeriums die ganze Nacht überlastet waren. Löffler schickt seine Frau los, mit der er das Geschäft führt. Sie soll die Unterlagen von zu Hause holen, während der gut gebräunte 60-Jährige im Sportbekleidungsgeschäft die Stellung hält.

Kanzlerin mahnt: Angela Merkel warnt davor, mit voreiligen Öffnungen und Lockerungen "sehenden Auges" einen Rückfall in der Coronavirus-Krise zu riskieren. "Wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben", sagte Merkel am Montag. Sollten die Infektionszahlen wieder stark steigen, müssten die scharfen Einschränkungen und der "Shutdown" wieder verhängt werden. Zuvor hatte sie die „Öffnungsdiskussionsorgien“ kritisiert.

Laschet für Küchen: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verteidigte die weitergehenden Lockerungen in seinem Bundesland, wo auch große Möbelhäuser wieder öffnen dürfen. NRW sei das Land der Küchenbauer, sagte er.

Bayern mit Verspätung: Nicht in allen Ländern öffneten am Montag die Läden. In Berlin soll dies erst am Mittwoch möglich sein, in Bayern in einer Woche. (dpa, taz)

Heute Morgen seien einige Stammkunden gekommen, die neue Wanderschuhe gebraucht haben. Klar, der Shutdown ist die Zeit für Wanderungen und das Wetter stimmt seit Ostern auch. „Für uns waren die vergangenen Wochen schon existenziell“, sagt Löffler. Auch er hat zwei Geschäfte. Ein paar Straße weiter verkauft er vor allem Trikots, Schuhe und Trainingsanzüge bekannter Markenmultis. Dieses Geschäft hat er erst einmal nicht aufgesperrt, um Lohnkosten zu sparen. „Mit den ganzen Hilfen müssten wir ganz gut über die nächsten Monate kommen“, sagt Löffler. Viel hänge davon ab, ob das normale Geschäft im Herbst wieder zurückkommt. Dann kommt die neue Kollektion. Man dürfe sich nichts vormachen, sagt Löffler, die goldenen Zeiten des Einzelhandels seien auch in einer Stadt wie Ettlingen vorbei. Zu viel vom Umsatz ist in den vergangenen Jahren ins Internet und in die Outletcenter vor den Toren der Städte gewandert: „Der Kundenkreis ist schon sehr lokal.“

Immerhin haben sie in Ettlingen nicht erst im Shutdown reagiert, sondern mit dem selbstbewussten Label „Platzhirsche-Ettlingen“ eine Onlineplattform geschaffen, auf der der Einzelhandel seine Produkte im Web anbieten und vertreiben kann. „Da gab es manche Läden, die waren bis dahin nicht einmal unter einer E-Mail-Adresse zu erreichen“, sagt Sabine Süß.

Sandsteinhäuser und ein Marktplatz ,Blumenstand

Schön bunt hier: in der Fußgängerzone von Ettlingen Foto: Gustavo Alabiso

Es ist Mittag geworden, die Fußgängerzone hat sich gefüllt, man könnte fast meinen, es sei ein ganz normaler Montag. Die letzten Wochen seien schon recht trostlos gewesen hier, sagt die Verkäuferin in der Filialbäckerei, die als eines der wenigen Geschäfte die ganze Zeit geöffnet hatte, wie auch der Weltladen ein paar Ecken weiter nahe der Schlossmauer. Wegen seines Lebensmittelsortiments durften die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dort auch während des Lockdowns weiter verkaufen. Wegen der Nudelhamsterkäufe war ein eher steigender Umsatz zu verzeichnen.

„Schön, dass Sie wieder da sind“

Vor dem Schmuckladen bilden sich Warteschlangen. Es geht vor allem um Reparaturen. „Schön, dass Sie wieder da sind“, hört die Verkäuferin von Uhren-Dotter an diesem Morgen nicht zum ersten Mal. Diesen Satz vernimmt auch Monika Hirsch, die Chefin des Buchladens Abraxas, heute häufiger, obwohl das Geschäft auch während der letzten Wochen immer weiterlief. Die Kunden konnten online oder telefonisch bestellen, und die Ware dann abholen oder sich nach Hause liefern lassen. Dadurch musste die Chefin niemanden in Kurzarbeit schicken.

Aber Beratung am Telefon sei schon etwas anders, sagt Monika Hirsch. Und ihre Kollegin Corinna Preiß sagt: „Beraten Sie mal zu einem Bilderbuch am Telefon.“ Die Krisenzeit war Lesezeit, das merkte Abraxas am Umsatz, und als Buchhändlerin des Vertrauens schaute Monika Hirsch den Kunden ein wenig ins Gemüt. Klar Camus’ „Pest“ ging gut und „Liebe in den Zeiten der Cholera“, sonst vor allem schöne Literatur. „Vielleicht finden die Leute über die Krise auch wieder mehr zum Lesen, ich bin vorsichtig optimistisch“, sagt Hirsch.

Monika Hirsch, Buchhandlung Abraxas

„Vielleicht finden die Leute über die Coronakrise auch wieder mehr zum Lesen“

Nicht überall gibt es so viel Grund zum Optimismus. 25 Prozent des Umsatzes werde die Coronakrise ihn dieses Jahr kosten, sagt Christian Rissel vom Schuhladen. „Und sollten wir im Herbst noch einmal einen Lockdown erleben, dann wird das hier kaum einer überleben“, sagt er. Für die ganz harten Fälle hat die Stadt schon jetzt ein Spendenkonto eingerichtet. Immerhin 70.000 Euro sind bereits zusammengekommen. Das Geld soll Soloselbstständigen und Künstlern, aber auch dem bedrohten Kleingewerbe zugute kommen.

Doch die Auswirkungen der Krise sind im Großen wie im Kleinen noch lange nicht absehbar. Die Ettlinger Innenstadt wird mittelfristig ihr Gesicht verändern, glaubt Sabine Süß. Gerade jene Inhaber, die kurz vor der Rente stehen, könnten sich dafür entscheiden, lieber den Laden zu schließen, als die Kraftanstrengung eines Wiederaufbaus einzugehen. Das wären ausgerechnet die alteingesessenen Geschäfte. Für sie war es schon vor der Krise schwierig, Nachfolger zu finden. Wenn Ettlingen nach der Krise attraktiv bleiben soll, könne man sich eins nicht leisten, sagt Süß: Leerstand.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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