Der Corona-Städtevergleich III: Kleine Schritte Richtung Normalität

Wie sieht der Alltag der europäischen Großstädter in Corona-Zeiten aus? Die taz wirft erneut einen Blick nach Rom, Paris, Warschau und Berlin.

Ein mann fährt mit dem rad am Collosseum vorbei

Einsame Tour: Ein Radler vor dem Collosseum in Rom Foto: dpa

Rom

„Ich darf Oma sehen? Na, klasse!“ Die Stimme der 18-jährigen Tochter überschlägt sich nicht gerade vor Begeisterung. Nichts gegen die Oma, aber ihre Enkelin hat sich die von Ministerpräsident Giuseppe Conte für den 4. Mai angekündigte „Phase 2“ dann doch etwas anders vorgestellt.

War in den Vortagen nicht die Rede gewesen davon, dass man wenigstens engste Freunde besuchen könnte? Pustekuchen. Auch die meisten Geschäfte bleiben erst einmal noch bis zum 18. Mai zu, ebenso die Bars und Restaurants oder Friseursalons, die frühestens am 1. Juni ihre Rollläden wieder hochziehen dürfen.

„Von wegen Phase 2“, ätzt die Tochter, „jetzt gibt es gerade mal Phase 1 mit Oma.“ Verwandtenbesuche nämlich werden wieder gestattet, natürlich unter Wahrung des Abstands und mit Schutzmaske auf der Nase, auch in der Wohnung. Verboten bleibt es meiner Tochter dagegen, ihre beste Freundin zu treffen, die sie seit zwei Monaten nicht gesehen hat. Ansonsten gibt es ein paar weitere kleine Lockerungen des Lockdowns.

Die Stadtparks machen wieder auf, sie sollen streng überwacht werden von Sicherheitspersonal, aber auch mit Drohnen.

Die Stadtparks machen wieder auf, sie sollen streng überwacht werden, von Sicherheitspersonal, aber auch mit Drohnen, damit sich bloß keine Ansammlungen bilden. Und zum Joggen darf man sich auch wieder mehr als 200 Meter von der eigenen Wohnung entfernen.

Gelassen ertragen die meisten Nach­bar*innen aus dem großen Wohnblock den Lockdown, wenigstens ästhetisch haben sie sich in ihm eingerichtet. Rom: Das war bislang beim Dresscode der komplette Gegenentwurf zum Ruhrgebiet. Keiner zog hier in schlecht sitzenden Billig-Freizeitklamotten zum Supermarkt. Jetzt aber sieht man sie auf dem Weg zum nächsten Lebensmittelladen über den Hof gehen, Männer wie Frauen in schlabbernden grauen Jogginghosen, die sie früher höchstens zum Hausputz angezogen hätten.

Die von ihnen, die ab Montag wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können oder müssen, werden sich dann aber wohl wieder wie aus dem Ei gepellt auf den Weg machen. Auf einen Weg, der wenigstens für die Nutzer*innen des ÖPNV beschwerlich werden könnte. Die Passagierzahlen in Bussen und U-Bahnen werden streng kontingentiert, damit der Mindestabstand von einem Meter gewahrt bleibt – und die bange Frage vieler ist deshalb, ob sie überhaupt an ihren Arbeitsplätzen ankommen, wenn ein Bus nach dem anderen ohne Stopp an ihren Haltestellen vorbeirauscht, weil er schon zu voll ist. Michael Braun, Rom

Ein mann malt Abstandskreise auf den Boden

Abstand, aber ordentlich: Vorbereitungen an einem Pariser Bahnhof Foto: dpa

Paris

Für viele in Paris es ein Countdown. Zehn Tage, noch neun, acht … Am 11. Mai winkt der Tag der Befreiung. Das hat ihnen der französische Premierminister nach bald sieben Wochen Covid-Hausarrest versprochen. Zwar hat er nur von einer schrittweisen Lockerung der gegenwärtigen Ausgangsbeschränkungen gesprochen, aber nach so langer Zeit auf engem Raum fühlt sich die Hauptstadtbevölkerung so sehr an der kurzen Leine gehalten, dass sich die Erinnerung an die „Libération“, das Ende der Besetzung im August 1944, und an die historischen Worte von General de Gaulle aufdrängen: „Paris ist erniedrigt, gebrochen, gemartert, aber schließlich befreit worden!“

Vielleicht, oder sogar wahrscheinlich, ist das Pathos einer solche Erwartung übertrieben. Nicht nur scheinen die Details und die Organisation der Lockerung des jetzigen Lockdowns recht unklar, auch haben die Behörden bereits gewarnt, dass es nur eine Befreiung auf Bewährung sein wird, deren von der Respektierung der Hygieneregeln durch die Bürger und dem von Region zu Region unterschiedlichen Verlauf der Pandemie abhängen wird.

Die Stadt an der Seine – nur ein Schatten ihrer selbst – gehört kaum zu den Ersten, die wirklich aufatmen kann.

Gemäß ihrer Statistik der neuen Covid-Erkrankungen und der Auslastung der Intensivstationen werden die rund hundert Departements auf der Landkarte Frankreichs grün oder rot eingefärbt, wobei die grünen Regionen bereits für das Lockdown-Ende bereit wären, die roten dagegen mehr oder weniger nicht.

Heute ist Paris darauf rot, und das dämpft den Enthusiasmus. Die Stadt an der Seine, die nur ein Schatten ihrer selbst ist, gehört kaum zu den Ersten in Frankreich, die wirklich aufatmen kann. Trotzdem lassen sich die HauptstadtbewohnerInnen nicht demoralisieren. Sie klammern sich an jedes Zeichen der Hoffnung auf eine Normalisierung.

Der Blumenhändler am Boulevard des Invalides, dessen Geschäfte eigentlich noch mindestens bis zum 11. Mai geschlossen bleiben müssten, hat wie andere „Fleuristes“ die traditionellen Maiglöckchen als Glücksbringer zum 1. Mai direkt an der Ladentüre verkauft, obschon er sie nur auf Vorbestellung und Vorkasse liefern dürfte.

Zweifellos haben die Polizisten, die auf den Straßen die Passierscheine der Passanten kontrollieren, ein Auge oder zwei zugedrückt. Auch die Beamten möchten an diesem Feiertag, der sich sonst nicht vom tristen Covid-Alltag unterscheidet, nicht die zaghaft aufkeimende Vorfreude verderben. Rudolf Balmer, Paris

Berlin

eine Frau sitzt mit Maske beim Frisör

Haarige Angelegenheit: Die Frisöre in Berlin haben seit Montag wieder offen Foto: dpa

Es ist schon seltsam mit den Menschen in Berlin: Eigentlich gelten sie als ein Menschentyp, der wenig Wert darauf legt, alles vorgeschrieben zu bekommen. Sperrstunde? Pff, wir saufen, so lange wir wollen. Polizeidurchsagen? Da kommt doch sicher noch eine, bevor es ernst wird. Aber ausgerechnet bei den sichtbarsten Veränderungen des Alltags in der letzten Zeit wünschte mensch sich dann doch eine klare Ansage: Bis Dienstag war ein „Mund-Nase-Schutz“ in Geschäften von Senatsseiten lediglich „deutlich angeraten“. Und natürlich hat kaum jemand auf diesen Rat gehört.

Tags darauf war er Pflicht – und diese wurde sehr umfassend befolgt. Ähnlich war es eine Woche zuvor mit der Mundschutzpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln gewesen.

Einkaufen fühlt sich an wie BVG-fahren im Winter.

Das ist schon erstaunlich, wenn mensch das Wesen der BerlinerInnen kennt. Bleibt die Frage, woran diese überraschende Angepasstheit liegt. War sowieso allen klar (außer dem Senat), dass die umgangssprachlich auch Maskenpflicht genannte Vorschrift kommen würde, vielleicht sogar als sinnvoll akzeptiert ist und mensch hat sich dann stillschweigend den Realitäten ergeben? Oder ist der soziale Druck in den Läden so groß geworden, dass sich niemand traut, ohne Tuch vor dem Mund einzukaufen?

Wie dem auch sei: Generell hat das Einkaufen an sich an Reiz verloren. Die Schlangen vor den Läden wirken schon abschreckend. Und in den noch aus Vor-Coronazeiten viel zu voll gestellten Lebensmittelläden macht es wenig Spaß, Gurken, Tomaten und Melonen auszusuchen, dabei auf Abstand zu achten und nebenbei noch den MitarbeiterInnen des Ladens mit ihrem Klarsichtgesichtsschutz nicht in die Quere zu kommen. Einkaufen fühlt sich an wie BVG-fahren im Winter: alle sind schlecht gelaunt und in jeder Ecke lauert ein Virus. Eigentlich müsste es eine Gefahrenzulage geben, nicht nur für die VerkäuferInnen, sondern auch für KundInnen.

Und so stellt sich die Frage nach der Taktik: Nur noch ein Mal die Woche einkaufen, dann aber richtig viel und bis der Wagen voll ist? Oder spontan rein, wenn gerade keine Schlange vorm Geschäft ist, dann aber auch schnell wieder raus, um die epidemiologische Belastung gering zu halten?

Sicher ist nur: Einkäufe, die nicht wirklich notwendig sind, werden aufgeschoben. Was ganz im Sinne von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) ist. Sie hatte bei der Ankündigung, dass die Geschäfte wieder aufmachen, vor Shoppingtouren ganz aus Spaß gewarnt. Da muss sie sich derzeit keine Sorgen machen: Spaß lässt sich der Berliner nun wirklich nicht verordnen von oben. Bert Schulz, Berlin

Warschau
Drehorgelspieler auf der Straße

Langsam spielt wieder die Musik: Drehorgelspieler in Warschau Foto: dpa

In Polen gibt es derzeit eigentlich nur noch ein Thema: die Präsidentschaftswahlen in gut einer Woche. Noch weiß niemand, ob sie – trotz Corona – stattfinden, und wenn ja, wie. Als traditionelle Wahl im Wahllokal oder – zum ersten Mal in Polen überhaupt – als allgemeine Briefwahl? Sicher ist nur: der Souverän will diese Wahlen zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Umfragen zufolge wollen nur knapp 35 Prozent aller polnischen WählerInnen an den Mai-Wahlen teilnehmen. Sie gelten als zu gefährlich.

Polens Verfassung sieht die Verschiebung von Wahlen im Fall einer Naturkatastrophe, eines Ausnahme- oder Kriegszustandes vor. Viele hoffen, dass Polens Regierung sich doch noch für den Schutz von Leben und Gesundheit Zehntausender PolInnen entscheidet und den Naturkatastrophen-Zustand kurz vor den Wahlen ausruft.

Seit Montag dürfen Berufspendler an der deutsch-polnischen Grenze wieder zu ihren Familien in Polen.

Andererseits ist allen klar, dass der derzeitige Präsident Andrzej Duda nie wieder so gute Wiederwahlchancen haben wird wie jetzt. Denn einen Wahlkampf im eigentlichen Sinne – mit Wahlkampfveranstaltungen im ganzen Land, Wahlprogrammen und Fernsehdebatten der wichtigsten Kandidaten – hat es nicht gegeben. Inzwischen rufen viele Oppositionelle zum Boykott der Wahlen auf.

Einen gewissen Trost angesichts der staatlichen Misere bieten erste Freiheiten, die zu Beginn der Covid-19-Pandemie massiv eingeschränkt wurden und nun wieder wahrgenommen werden können. Spaziergänger, Jogger und Radfahrer dürfen zurück in Parks und Wälder, müssen allerdings bei Polizeikontrollen das Codewort „psychische Notwendigkeit“ angeben, sonst droht eine saftige Geldstrafe.

Seit Montag dürfen Berufspendler an der deutsch-polnischen Grenze wieder zu ihren Familien in Polen. Die 14-tägige Zwangsquarantäne entfällt – mit Ausnahme für ÄrztInnen, Krankenhauspflegepersonal, LaborantInnen und KrankenpflegerInnen, die laut polnischer Regierung eine höhere Infektionswahrscheinlichkeit haben. Ab Montag werden auch endlich wieder die großen Einkaufsmalls – in Polen „Galerien“ genannt – geöffnet sein. Ebenso Hotels und Pensionen, Bibliotheken, Archive und Museen.

Geschlossen bleiben bis auf Weiteres Schulen und Universitäten – so wie Fitnessstudios, Schwimmbäder, Restaurants, Kinos, Theater und Friseurläden. Doch viele Eltern von Kleinkindern können aufatmen: Horte und Kindergärten dürfen ab nächstem Mittwoch wieder ihre Tore öffnen, zwar zunächst nur für Gruppen von bis zu zwölf Kindern, doch immerhin – das ist ein Anfang. Gabriele Lesser, Warschau

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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