Corona-Eindämmung in Schweden: Holz- oder Königsweg?

In Schweden sind viele Menschen an Covid-19 gestorben. Doch die Regierung bleibt bei ihrem liberalen Kurs – und bekommt Lob von der WHO.

Menschen halten Abstand an einem See

Vorbildlich am Hellasgarten am Stadtrand von Stockholm: „Vermeiden Sie Gedränge“ Foto: TT NEWS AGENCY

STOCKHOLM taz | Ja, das ist fürchterlich“, gestand Anders Tegnell ohne Umschweife ein. Tegnell ist Staatsepidemiologe der Gesundheitsbehörde, die mit ihren Empfehlungen den Coronakurs der schwedischen Regierung steuert. Letzte Woche sagte er in einem TV-Interview: „Mit solchen Zahlen haben wir nicht gerechnet.“ 2.679 Coronatote war der Stand am Sonntag. In Relation zur Bevölkerungszahl sind das über dreimal so viel wie in Dänemark oder beinahe doppelt so viele wie in Baden-Württemberg oder Bayern.

Zwar findet man bei einem Ländervergleich auch schnell ein Dutzend Staaten mit ähnlichen oder höheren Todesraten. Aber das ist für Schweden kein Maßstab. Man strebt danach, zu den „Guten“ zu gehören. Und diesmal dümpelt man eindeutig im falschen Drittel der Statistik. Kein Wunder, meinen da vor allem manche ausländische Medien: Das Land habe eben mit seinem Laisser-faire-Kurs Vabanque gespielt. Bebildert wird das gern mit Fotos, die ein Gedränge in den Außenbereichen von Restaurants zeigen.

Solches Gedränge gibt es. Vereinzelt. Es entspricht nicht den geltenden Richtlinien, deshalb werden von den kommunalen Aufsichtsbehörden auch regelmäßig Lokale geschlossen, die sich nicht an die Vorschriften halten. Und solche Szenen sind nicht repräsentativ für Schweden.

„Nichts kann weiter weg von der Wahrheit sein“ als die Meinung, Schweden habe zur Eindämmung des Virus nicht die erforderlichen Maßnahmen getroffen, konstatierte vergangene Woche auch Michael Ryan, Direktor des „Health Emergencies Programme“ der WHO. Im Gegenteil sei Schweden dann, wenn man eine Normalität ohne Lockdown erreichen wolle, „in vielerlei Hinsicht ein Zukunftsmodell“.

Übersterblichkeit Als verlässlicher Faktor für die Folgen von Epidemien und anderen Katastrophen gilt die sogenannte Übersterblichkeit. Sie gibt an, wie viele Menschen mehr als saisonal üblich gestorben sind. Es wird hier also nicht mit Prognosen, sondern mit tatsächlichen Ergebnissen gerechnet. Das European Mortilty Monitoring (Euromomo) sammelt diese Zahlen aus 20 europäischen Staaten. Seit Ende März registriert das Institut einen „gravierenden Anstieg der Gesamtmortalität“, vor allem wegen hoher Sterberaten bei den über 65-Jährigen in einigen der beteiligten Länder. Laut den vorläufigen Zahlen sind im April in den 20 Staaten mindestens 100.000 Menschen mehr gestorben, als in dem Monat üblich gewesen wäre.

Schweden Für das

skandinavische Land hat Euromomo aktuell eine „sehr hohe Übersterblichkeit“ errechnet. Es rangiert damit genau wie Frankreich in der zweithöchsten von sechs Stufen. Darüber in der höchsten Klasse „extrem hohe Übersterblichkeit“ stehen nur England, Spanien und Belgien.

Deutschland: Hier werden bundesweite Sterbezahlen nicht aktuell erhoben. Euromomo wertet nur Zahlen aus Hessen und Berlin aus. Dort lässt sich bisher keine Übersterblichkeit erkennen. (ga)

Schweden kam bisher mit einem absoluten Verbot aus: dem von Veranstaltungen von mehr als 50 Personen. Für die beiden anderen, ein Besuchsverbot in Altenpflegeeinrichtungen und das Gebot des Distanzunterrichts an Hochschulen und den Klassen 10 bis 12 der Gymnasien, sind Ausnahmen möglich. Haben die offenen Schulen, Kitas, Restaurants und Geschäfte in wesentlichem Umfang die Ausbreitung des Virus begünstigt?

Die Gesundheitsbehörde geht nicht davon aus. Vor allem angesichts der insoweit bestehenden Hygiene- und Abstandsempfehlungen. Konkrete Studien fehlen. Man will daher aufmerksam verfolgen, wie sich in den nächsten Wochen die Zahlen in den Ländern entwickeln werden, die jetzt die Restriktionen für Bildungseinrichtungen und den Handel wieder lockern und sich damit der Situation in Schweden annähern.

Eine womöglich nicht ausreichende Versorgung von Coronakranken oder fehlende Intensivpflegekapazitäten könnten nicht der Grund der hohen Todeszahlen sein, betont Björn Eriksson, der Chef der Gesundheitsvorsorge der Region Stockholm. Die regulären Kapazitäten hätten immer ausgereicht. Landesweit waren in der vergangenen Woche 30 Prozent der für Coronakranke reservierten Intensivpflegeplätze frei, in manchen Krankenhäusern zwei Drittel. Schwedens R-Zahl ist seit dem 11. April nicht mehr über 1,0 geklettert, aktuell liegt sie bei 0,85.

Altenpflegesektor und MigrantInnen trifft es hart

Analysiert man die Todeszahlen genauer, fallen zwei Schwerpunkte auf: Die Altenpflege und Stadtviertel mit hohen Anteilen migrantischer Wohnbevölkerung sind deutlich überrepräsentiert. Beide Gruppen seien durch die hierfür Verantwortlichen nicht ausreichend geschützt worden, meint auch Anders Tegnell.

Die Rate der Coronatoten liegt in Stockholmer Vororten wie Rinkeby-Kista und Spånga-Tensta, die einen Anteil zwischen rund zwei Dritteln und drei Vierteln im Ausland geborenen MitbürgerInnen haben, mehr als doppelt über dem Hauptstadt-Schnitt und vierfach über den Raten einiger Villenvororte.

Viele wohnen in großer Enge. In der offiziellen Statistik gelten 38 Prozent der Wohnungen als „überbelegt“. Und hier wohnen in hohem Maße Menschen, die den Servicesektor Stockholms in Gang halten: In Pflegeberufen, im Transport- und Reinhaltesektor, im Handel, im Gaststätten- und Übernachtungsgewerbe.

Während in Stockholm der Großteil der Verwaltungsangestellten beim Coronaausbruch schnell ins Homeoffice wechseln konnte, drängten sich die PendlerInnen aus Rinkeby & Co weiter täglich in U-Bahnen und Bussen. Auf dem Weg zu und von Arbeitsplätzen, bei denen ständiger Kontakt mit vielen anderen Menschen Alltag ist. Ideale Voraussetzungen für Covid-19, sich zu verbreiten.

Obwohl sich die Gefahr schon früh abgezeichnet hatte – von den neun ersten Coronatoten Stockholms waren allein sechs Schweden-Somalier –, dauerte es viel zu lange, bis Politik und Behörden mit gezielten Aufklärungskampagnen in die Gänge kamen und Angebote für in besonderer Enge lebende Familien entwickelten. In den Bereitschaftsplänen habe man diese Menschen anscheinend schlicht vergessen, vermutet der Epidemiologe und Arbeitsforscher Svenn-Erik Mamelund.

Die Überrepräsentation des Altenpflegesektors „wundert mich überhaupt nicht“, sagt Lars Lindberg, ein Stockholmer Ex-Sozialchef. Seit Jahrzehnten wird dieser Sektor kaputtgespart. Er wurde zunehmend von Privatisierung und Profitdenken geprägt. Ein Viertel der 275.000 Beschäftigten in der stationären und ambulanten Altenpflege arbeitet mit zeitlich befristeten Stundenverträgen. Sie versorgen ein Fünftel der schwedischen Bevölkerung über 65 Jahren.

Man kann es den Beschäftigten, denen das Krankengeld nur Teile des Lohneinkommens ersetzt, kaum verdenken, wenn sie sich mit Erkältungssymptomen oder solchen bei Familienangehörigen zur Arbeit schleppen. Sie können es sich einfach nicht leisten, dem Appell der Regierung zu folgen, in so einem Fall zu Hause zu bleiben.

Zusammen mit fast vollständig fehlenden Tests und unzureichender Versorgung mit Schutzkleidung ergaben diese Arbeitsbedingungen eine Kombination, die dem Virus das Tor in die Altenpflege weit öffnete. „Der Ausverkauf unseres Sozialwesens hat sich bitter gerächt“, sagt Lindberg. „Wir haben ein Billiglohnproletariat bekommen, wo wir gut ausgebildetes und fest angestelltes Personal bräuchten“, äußerte Arbeitsmarktministerin Eva Nordmark. In der vergangenen Woche beschloss die Regierung endlich die Krankengeldregelungen für dieses „Billiglohnproletariat“ zu ändern.

Eigentlich solle man sich nicht „blind sehen“ an täglichen Ländervergleichen bei Todeszahlen, meint Anders Tegnell. Jedes Land rechne eben anders, Schweden besonders penibel. Nicht nur bekräftigte, auch bloß vermutete Coronatodesfälle landen in der Statistik. Und da ist dann auch die Frage, an welcher Stelle des Marathonlaufs der Bekämpfung von Covid-19 sich ein Land befindet, meint die Gesundheitsbehörde.

Portrait von Anders Tegnell

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell Foto: TT NEWS AGENCY

Es sei ein laufender Prozess, der noch lange andauern werde und bei dem jedes Land ein anderes Stadium erreicht habe, zu dem die Todesfälle eben in Relation gesetzt werden müssten. Man hofft darauf, für das jeweilige Stadium mittlerweile einen einigermaßen sicheren Orientierungspunkt zu haben: die mit Hilfe von Antikörpertests ermittelte tatsächliche Infektionsrate der Bevölkerung.

Der hoffnungsvolle Anti-Körper-Test

Was Schweden angeht, laufen derzeit Testreihen mit einem an der Stockholmer Technischen Hochschule KTH entwickeltem Antikörpertest, der als „nahezu hundert Prozent zuverlässig“ bezeichnet wird. Ein bereits veröffentlichter Teiltest konstatierte bei 20 Prozent der Untersuchten Antikörper: Sie hatten also – nahezu durchweg ohne Symptome – eine Covid-19-Erkrankung durchlaufen. Aufgrund weiterer Tests rechnet die Gesundheitsbehörde noch vor Mitte Mai für Stockholm mit einem Anteil von 25 Prozent der Bevölkerung, die bereits Antikörper entwickelt haben könnten.

Erweisen sich solche Zahlen als repräsentativ, könnte das bezüglich Schweden für eine wesentlich höhere „Durchseuchungsrate“ sprechen als die in anderen Ländern. Deutschland bewege sich bei dieser Rate „im einstelligen Prozentbereich“, meinte RKI-Präsident Lothar Wieler vor einigen Tagen. Ein Antikörpertest des finnischen Gesundheitsforschungsinstituts THL in Helsinki ergab vergangene Woche 2 Prozent.

Im Vergleich zu Schweden würde man eine Infektionsspitze erst wesentlich später erreichen, schätzt ein aktueller Rapport. Die Konsequenz wären längere negative Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und auf die Wirtschaft. Und eine Erholung werde ebenfalls länger auf sich warten lassen. „Es wurde mehr gebremst, als wir dachten“, sagte THL-Gesundheitssicherheitschef Mika Salminen in einem Interview: „Das ist der negative Effekt unserer Restriktionen.“

Jan Albert vom Karolinska Institut

„Ein Lockdown lässt das Virus nicht verschwinden“

Liegt Schweden also nur „weiter vorn“? Bei den Infektionsraten und deshalb auch den Todesfällen? Ein Lockdown lasse das Virus ja nicht verschwinden, betont Jan Albert, Professor für Infektionsschutz am Stockholmer Karolinska Institut. „Die Fälle tauchen einfach nur später auf“, sagt er.

Und Paul Franks, Epidemiologe an der Universität Lund, hält es für denkbar, dass sich die Todeszahlen der Länder mit strengen Abschottungsmaßnahmen mit denen der „liberaleren“ am Ende treffen könnten. Eine realistische Annahme? Tegnell will sich nicht an solchen Spekulationen beteiligen: „Irgendwann können wir Bilanz ziehen. In ein oder zwei Jahren.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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