Chinesische Dating-Show: Verliebt in die Producerin
„LeLaLes“ ist die erste chinesische queere Realityshow, die es so gar nicht geben dürfte. Aber am Ende ist die Liebe doch das Stärkste, was es gibt.
LeLaLes: Fluid Love“ beweist: Wenn man queere Menschen in einen Raum steckt und sie miteinander reden lässt, wird vieles besser.
Und es entsteht gutes Fernsehen. Ein Ort ohne patriarchale Dynamiken klingt fast zu schön, um wahr zu sein – die chinesische Datingserie kommt dieser Vorstellung aber erstaunlich nahe. Selbst das Team von Out China, das die Serie produziert hat, ist queer.
Dass sie überhaupt existiert, macht sie besonders. In China ist queere Liebe stigmatisiert. Gleichgeschlechtliche Paare können nicht heiraten, und der rechtliche Schutz vor Diskriminierung oder Gewalt aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität ist begrenzt.
„LeLaLes: Fluid Love“, bisher vier Folgen auf YouTube
Deshalb sei die Show in Thailand gedreht worden, sagte die Produzentin Ashley Jiang in einem Insta-Video. Sie übernimmt später sogar eine unerwartete Rolle. Spoiler: Eine der Teilnehmerinnen verliebt sich in sie.
Auch chaotische Momente
Das Konzept erinnert an andere Datingformate: Acht Lesben verbringen etwas mehr als eine Woche in einem Haus in Chiang Mai. Sie sprechen über ihre Coming-outs, erzählen skurrile Geschichten (eine Person wurde etwa kurzzeitig zur Schafhirtin, weil sie eine Frau beeindrucken wollte), sie gehen zum Thaiboxen oder Skateboardfahren. Dabei entstehen auch chaotische Momente. Als die Zimmer nicht reichen, wird kurzerhand ein Produktionsraum geräumt. Bei der Begrüßung singen einige vor Nervosität „Happy Birthday“, obwohl niemand Geburtstag hat.
Gerade diese Ungezwungenheit macht die Serie aus, Menschen schlüpfen spontan in neue Rollen. Klar, aus westlicher Perspektive wirken manche Momente befremdlich. So erzählt Teilnehmerin Stella von einer emotionalen Beziehung zu einer KI-Freundin.
Die NYT schrieb kürzlich, dass KI-Chatbots für viele Frauen in China eine Lücke in einer weiterhin stark patriarchal geprägten Gesellschaft füllen. Nicht alles lässt sich von außen vollständig verstehen. Aber genau darin liegt die Stärke von LeLaLes: Die Serie ermöglicht Einblicke in queere Lebensrealitäten, die im eigenen Land oft nur eingeschränkt gelebt werden können. Und das kostenlos, crowdfinanziert und frei zugänglich auf Youtube.
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