piwik no script img

Bundesrat beschließt HeroinabgabeUnionsländer gegen Union im Bund

Gegen die Bedenken der Unionsfraktion im Bundestag beschließt der Bundesrat eine Freigabe von synthetischem Heroin an Schwerstabhängige.

BERLIN taz/dpa Der Bundesrat hat mit seiner Mehrheit an Unions-Ländern die kontrollierte Abgabe synthetischen Heroins an Schwerstabhängige beschlossen. Damit wenden sich die Unions-geführten Länder gegen die Bedenken der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Die Gesetzesinitiative war von den CDU-geführten Bundesländern Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Saarland und Nordrhein-Westfalen eingebracht worden. Nun muss sich der Bundestag damit befassen, wo eine Unterstützung von SPD und Opposition erwartet wird.

Seit fünf Jahren bekommen schwer Abhängige in verschiedenen Großstädten - darunter Hamburg, Frankfurt und Bonn - bis zu drei Mal täglich künstlich hergestelltes Heroin. Und zwar zusätzlich zum Ersatzmittel Methadon, unter strenger Kontrolle und unter medizinischer Aufsicht. Rechtlich hatten die Ambulanzen nur den Status eines Modellprojekts, seit Juli arbeiten sie mit befristeten Sondergenehmigungen.

Denn die Union im Bundestag sträubt sich, die Heroinabgabe auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Die Gesundheitsexperten der Unionsfraktion verlangen weitere Modellprojekte, bevor die sogenannte Diamorphin-Behandlung in die Regelversorgung der Krankenkassen aufgenommen werden kann. Der Bundesrat will das Verfahren nun beschleunigen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare