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Bündnis von Verdi und Fridays for Future Arbeitskampf für Klimaschutz

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Gelungene Kombination: Die kommende Tarifrunde für den ÖPNV verbindet die Gewerkschaft mit der Klimakrise.

W as für ein geschickter Schachzug: Bei der kommenden Tarifrunde von Verdi für die Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verbindet die Gewerkschaft erstmals deren Lage mit einem höchst aktuellen allgemeinpolitischen Thema: der Klimakrise. Der Gedanke der GewerkschafterInnen ist richtig. Wer eine ökologische Verkehrswende und deshalb viel mehr Busse und Bahnen als heute haben will, muss auch dafür sorgen, dass es genug Menschen gibt, die die Fahrzeuge fahren. Dazu müssen Löhne und Arbeitsbedingungen erheblich besser werden, als sie es heute sind.

Verdi will aus diesem urgewerkschaftlichen Thema ein gesellschaftliches machen – und liegt damit genau richtig. Denn wer etwas gegen die Klimakrise unternehmen will, muss den Autoverkehr eindämmen und den öffentlichen Verkehr attraktiver machen – für NutzerInnen und Beschäftigte.

Die Strategie der GewerkschafterInnen ist vielversprechend. Sie suchen den Schulterschluss mit AkteurInnen wie den SchülerInnen von Fridays for Future, die das Anliegen-Dreieck Klimaschutz – Verkehrswende – gute Ar­beits­bedingungen zu ihrem eigenen machen. Der Zeitpunkt ist günstig, nicht nur, weil die Klimakrise zurzeit viel Aufmerksamkeit genießt. Zum ersten Mal ist die Gewerkschaft bundesweit im ÖPNV streikfähig, weil sie es geschafft hat, alle Manteltarifverträge gleichzeitig zu kündigen. Das gibt Verdi neue Macht und ein Mobilisierungspotenzial, das die Gewerkschaft für die AktivistInnen aus der Klimabewegung interessant macht.

Das neue Bündnis fordert zu Recht, dass die Politik schnell mehr Geld für den öffentlichen Nahverkehr zur Verfügung stellt. Denn die vielen Milliarden, die mit dem Klimapaket und diversen Förderprogrammen auf den Weg gebracht wurden, verstellen den Blick auf die finanziellen Löcher, die jetzt gestopft werden müssen und nicht erst in einigen Jahren. Schön wäre es, wenn sich andere Gewerkschaften ein Beispiel an diesem neuen Bündnis nähmen und sich etwa die IG Metall für ein Autobahn-Tempolimit ausspräche.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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2 Kommentare

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  • Das wundert mich auch. Mit verdi kann man als Klimagerechtigkeitbewegung nach deren Reaktion auf den sogenannten Kohlekompromiss nicht ernsthaft zusammenarbeiten....



    www.verdi.de/press...-b8cb-525400b665de

  • Nichts gegen die Unterstützung und Solidarisierung von FfF für ein gewerkschaftliches Anliegen, dass dem Ziel des Klimaschutzes dienlich ist. Im Gegenteil. Allerdings sollte FfF sehr genau darauf achten, ihren Status als Basisbewegung zu schützen und sich nicht vereinnahmen zu lassen. Erinnert sei an die Versuche von Seiten der Autokonzerne (Diess&Co).

    Es sei daran erinnert, dass die Förderung des ÖV seit Jahrzehnten a u s s c h l i e ß l i c h auf der politischen Agenda steht, aber bis heute nur am Katzentisch politischer Prioritäten sitzt. Ähnlich wie Güter auf die Schiene. Es ist nicht zu erkennen, dass sich daran etwas ändern kann und wird, wenn man sich die zur Verfügung gestellten Mittel für den Straßenbau und die Förderung der E-Mobilität anschaut.

    Von einer Verkehrswende kann überhaupt nicht die Rede sein! Höchstens von einer Wende zu einer weiteren Antriebsart für den motorisierten Individualverkehr. Die Milliarden für die E-Mobilität werden mit "Klimaschutz" begründet und vermarktet. Weshalb sollte also ein E-Mobilbesitzer, der eine Kaufprämie für die Anschaffung eines "klimafreundlichen" Autos bekommen hat, auf den ÖV umsteigen?