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Black History Month in BerlinDer Zukunft zugewandt

Schwarze Initiativen erinnern an das koloniale und rassistische Erbe Berlins. Sie kämpfen für die Auseinandersetzung mit Schwarzen Perspektiven.

G erade in Krisenzeiten, so lehren uns die Geschichte und die Gegenwart, werden rechte Stimmen lauter. Die anhaltende Coronakrise und der grassierende Rassismus bieten genug Anlässe für linke Kritik und eine aktive Antira.

Anti-Schwarzer Rassismus wurde im vergangenen Jahr auch im Mainstream vermehrt thematisiert. Nun stellt sich die Frage, war das Trend oder brachte das nachhaltig Veränderung? Gibt es wirklich eine Auseinandersetzungen mit Schwarzer Geschichte und Schwarzen Perspektiven?

Die Onlineveranstaltung „Let’s Talk About… Black History – wo stehen wir, wie weit sind wir gekommen?“ geht diesen Fragen nach. Sie richtet sich ausschließlich an Angehörige der Schwarzen Community. Das heißt an Menschen, die der afrikanischen Diaspora angehören, die Rassismuserfahrungen machen und von der Mehrheitsgesellschaft als nicht-Weiß gelesen werden.

Diese Begrenzung auf Schwarze Menschen soll Austausch in einem Safe Space ermöglichen. Die Veranstaltung findet auf deutsch statt, ein Unkostenbeitrag von 5 Euro wird empfohlen. Anmeldung unter: info@afropolitan.berlin. (Mittwoch, 24. Februar, Link nach Anmeldung, 19 Uhr)

tazplan

Der taz plan erscheint auf taz.de/tazplan und immer Mittwochs und Freitags in der Printausgabe der taz.

Gedenken an rassistische Gewalt

Das Komitee für die Errichtung eines afrikanischen Denkmals in Berlin (KADIB) ruft auf zum Gedenken an die schwarzen Opfer von Versklavung, Kolonialismus und rassistischer Gewalt. Es soll deutschlandweite, internationale und solidarische Gedenk-Aktionen geben.

Der jährliche Gedenkmarsch wurde vom KADIB ins Leben gerufen. Sein Datum fußt auf dem Ende der Berliner Kongokonferenz 1885, bei der der afrikanische Kontinent von den Kolonialmächten willkürlich aufgeteilt wurde. Die Aufrufenden bitten um das Tragen eines Mund-Nasenschutzes und um einen Mindestabstand von zwei Metern.

Es wird auch einen Livestream des Gedenkmarsches geben. #KeinVergessen, #KeinVergeben, #BLM, #StopDeportation, #NoJusticeNoPeace und #AktivGedenken sind die Hashtags, mit denen der Tag auf den sozialen Medien markiert werden kann. (Samstag, 27. Februar, Wilhelmstraße 92, 11 Uhr)

Kein Freund, kein Helfer

Um den Opfern rassistischer Polizeigewalt zu gedenken und zu zeigen, dass das Morden der Polizei nicht einfach hingenommen wird, ruft die Initiative Death in Custody zu einer Kundgebung in Kreuzberg auf. Das Motto ist: „Die Polizei beendet keine Konflikte, sondern Leben“.

Ziele der Zusammenkunft sind Vernetzung und das Erschaffen solidarischer Alternativen. Am Kundgebungsort steht auch ein Mahnmal in Gedenken an die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt. Es wird um das Tragen eines Mund-Nasenschutzes und um Abstand gebeten. (Sonntag, 28. Februar, Oranienplatz, 14 Uhr)

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Desiree Fischbach

Desiree Fischbach

Jahrgang 1984, Magistra Artium Kunstgeschichte/ Theaterwissenschaft, FU Berlin. In der taz seit 2011: Webentwicklung Abteilungsleiterin. Hauptthemen Subkultur und soziale/ politische Bewegungen in Berlin. Foto: Maximilian König
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