Frauen*-Kampftag in Berlin: Gerechtigkeit und Selbstbestimmung

Rund um den 8. März formiert sich vielfältiger feministischer Widerstand und praktische Solidarität.

Ein Protestplakat zum Frauenkampftag von 1914 zeigt eine Frau, die eine Fahne schwenkt

Plakat zum Frauenkampftag 1914 Foto: Wikimedia

Das könnte den Nutznießern patriarchaler Strukturen so passen. Ein Frauenkampftag, der sang- und klanglos verläuft, weil die Infektionsgefahr eine Großdemo nicht zulässt. Doch es regt sich vielfältiger Widerstand. Denn was zuvor schief lief, wird in der Krise extrem.

An die 100 Ak­ti­vis­t*in­nen haben einen Strafbefehl erhalten, weil sie 2019 den antifeministischen und queerfeindlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin blockiert haben. Die Angeklagten werden vor Gericht gezerrt, weil sie sich für das einsetzen, wofür Fe­mi­nis­t*in­nen schon seit Generationen kämpfen: Die Möglichkeit, über den eigenen Körper bestimmen zu können.

Die Spenden, die bei der Onlineparty CHOO­SE:fe­mi­nism gesammelt werden, gehen zur Deckung der Prozesskosten an das What-the-fuck-Bündnis. Gestreamt wird aus dem Mensch Meier, wo DJ Hengameh, Puneh b2b Punani, kaputse, isa tba und Miau* Sayonara auflegen. (Freitag, 5. März, 20 Uhr, hier auf Twitch)

„Die Krise ausbaden? Frauen sagen NEIN!“, heißt es wiederum in einem Kundgebungs-Aufruf des Solidaritätsnetzwerks Berlin, und weiter:„Es sind überwiegend Frauen, die im Handel und der Pflege arbeiten. Diese Frauenarbeit wird besonders schlecht bezahlt. Sie findet unter desaströsen Bedingungen statt.

„Die Krise ausbaden? Frauen sagen NEIN!“

In den ‚systemrelevanten‘ Berufen hat Frau viel Kontakt mit Menschen und ist mehr gefährdet, sich mit Corona anzustecken. Es sind überwiegend Frauen, die die sogenannte Sorge-Arbeit leisten: Sie betreuen die Kinder, schmeißen den Haushalt, pflegen Angehörige und stabilisieren emotional die 'armen, gestressten Männer.“

Auch gegen häusliche Gewalt geht das Solidaritätsnetzwerk auf die Straße. Abstand und Mund- Nasenschutz sind dabei Pflicht (Samstag, 6. März, 11 Uhr, Marzahner Promenade 1A).

Im Friedrichshainer Südkiez gibt es ebenfalls Gelegenheit das What-the-fuck-Bündnis zu unterstützen. Dort werden Waffeln und Tee zum Mitnehmen und Merch gegen eine Spende abgegeben. „Bringt dafür gerne einen Becher mit, wenn ihr könnt“, heißt es in der Einladung (Samstag, 6. März, ab 14 Uhr, Grünberger Straße 73).

Gerechtigkeit bei Pflege- und Sorgearbeit

Die Initiativen Hände weg vom Wedding, Walk of Care, Brot & Rosen, Feminist* Dialogues, der Feministische Streik Berlin, das Frau­en*­streik­ko­mi­tee Wedding, und das Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite wollen unter Einhaltung des gebotenen Abstands und mit Mund-Nasenschutz auf die Straße gehen.

Sie fordern unter anderem das Recht auf körperliche Selbstbestimmung, eine gerechte Bezahlung von Pflege- und Sorgearbeit sowie die konsequente Anerkennung und gerechte Verteilung derselben. Die Initiativen schreiben weiterhin:

Der taz plan erscheint auf taz.de/tazplan. Mehr Kulturtipps für Berlin in der Printausgabe der taz am Wochenende.

„Mit dem Sternchen in Frau* möchten wir sichtbar machen, dass Geschlechterrollen wie ‚Frau‘ oder ‚Mann‘ gesellschaftlich geprägt und keine festen Kategorien sind. Unser Ziel ist eine Welt, in der diese Rollen nicht mehr wichtig sind und Menschen als Individuen in ihrer Vielseitigkeit gesehen werden, anstatt sie in beschränkende Schubladen wie Geschlecht, Herkunft oder Sexualität zu quetschen.

Uns ist allerdings bewusst, dass diese Kategorien unser aller Leben prägen und Frauen* in einer kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft besondere Unterdrückung erfahren.“ (Montag, 8. März, 11 Uhr, Invalidenpark).

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Redakteur der taz Bewegung und im Social Media Team. Autor für Themen queer durch die Kirchenbank. Studierter Religions- und Kulturwissenschaftler.

Ein roter Blitz auf lila Hintergrund.

Dass viele Menschen in Deutschland bis heute nicht über ihren eigenen Körper bestimmen dürfen, zeigt der 150 Jahre alte Paragraf 218. Wie es um die reproduktiven Rechte in Deutschland, Polen, Lateinamerika und andernorts bestellt ist – darüber berichtet die taz zum internationalen Frauentag: taz.de/Frauentag

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