Autor über prekäres Aufwachsen: „Die Kosten von Armut aufzeigen“

Mit dem prekären Leben kennt sich Olivier David aus. Mit „Keine Aufstiegsgeschichte“ hat der Journalist sein erstes Buch vorgelegt.

Portrait von Olivier David

Hat gelernt, dass Bücher etwas Gutes sind: Olivier David Foto: Miguel Ferraz Araujo

taz: Herr David, gab es da, wo Sie aufgewachsen sind, Bücher um Sie herum?

Olivier David: Ja. Es war nicht so, dass wir in einem Haushalt aufgewachsen sind …

… Sie haben eine Schwester …

… in dem die Eltern Leseratten waren. Aber es gab Bücher und es gab auch das Bewusstsein dafür, dass Bücher etwas Gutes sind. Das hat zu tun mit der Geschichte meiner Mutter. Mein Vater hat auch gelesen, aber eher französische Comics.

Ihr Vater ist Franzose.

Ja, genau, und Comics waren sein Ding, „Corto Maltese“ und „Blueberry“. Meine Mutter ist selbst in Armut groß geworden und hat viel Gewalt in ihrer Familie erlebt. Sie ist in Hamburg aufgewachsen und hat sich in ihrer Kindheit eine Bücherhallenkarte erlogen. In der Lebensrealität ihrer Eltern gab es zwei wichtige Menschen im „Dorf“ – die haben ihren Stadtteil am Rande von Hamburg als Dorf empfunden, wohlgemerkt nur ein paar hundert Meter weg von den Hochhausblocks von Billstedt –, und das waren der Pfarrer und der Lehrer. Also hat meine Mutter gesagt: Mein Lehrer hat gesagt, ich brauche so eine Bücherhallenkarte – und hat sie bekommen. Sie hat sich Orte geschaffen, an die sie fliehen konnte, und die Bücherhalle war ein solcher Ort.

Der Mensch

Geboren 1988 in Hamburg, lebt Olivier David in Hildesheim, wo er im ersten Semester Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studiert. Nach einer Ausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg arbeitete er als Theaterpädagoge und Sprecher. 2018 absolvierte er ein Volontariat bei der Hamburger Morgenpost.

Das Buch

„Keine Aufstiegsgeschichte“ ist Davids erstes Buch. Darin beschreibt er sein Aufwachsen in einer Armut auf den zweiten Blick. Sie „bedeutete nicht hungern oder sich bei der Tafel anstellen zu müssen, sie bedeutete nicht, in dreckigen Lumpen in die Schule gehen zu müssen“. Aber: „Wenn jedes zu teure Preisschild einem Verbot gleichkommt, wenn man sich vor dem Betreten eines Ladens, in dem man sich die Produkte nicht leisten kann, wie Falschgeld fühlt, dann lernt man früher oder später, dass diese Läden nicht für einen gemacht sind.“ Im Buch erzählt David dazu, warum eine psychiatrische Diagnose Mitte 2019 eine große Erleichterung darstellte und, auch über seine individuelle Geschichte hinaus, „Warum Armut psychisch krank macht“, wie der Untertitel des bei Eden Books, Berlin, erschienenen Buchs lautet.

Für Sie auch?

Meine Eltern hatten eineinhalb oder zwei Jahre einen Bio-Gemüseladen im „Mercado“…

… ein anfangs sehr umstrittenes Einkaufszentrum im Hamburger Stadtteil Ottensen

… da waren wir öfter nach der Schule, und da gab es auch eine Bücherhalle, das war ein guter Ort, um uns zu „parken“. Ich war zwar der Zweitletzte in meiner Klasse, der lesen konnte, erst in den Sommerferien zur zweiten Klasse hab ich es auf Druck meiner Schwester gelernt. Aber die Bücherhalle war von Anfang an ein wichtiger Ort für mich. Ich habe nie megaviel gelesen, aber dafür relativ konstant. Außer ein, zwei Dostojewskis nur wenig hohe Literatur. Aber diese Lebensrealität von Büchern, die gab es schon.

Ich frage, weil es vielleicht nicht selbstverständlich ist, dass aus einer Geschichte wie Ihrer ein Buch wird. Das Klischee ist ja Lesen als Flucht. Dass auch die Leihbücherei selbst ­einen Fluchtort darstellen kann: das erzählt ja etwas über Lebens­verhältnisse, über Enge und übergriffige Eltern. Vielleicht nicht bei Ihnen selbst, aber bei Ihrer Mutter. Wie aber solche Generationenerfahrungen ineinandergreifen, das ist ja auch Thema Ihres Buches. Dass da etwas vererbt werden kann, um nicht zu sagen: muss.

Aber halt auch im Guten: Wo und wie meine Mutter Kraft geschöpft hat, so etwas vererbt sich auch. Hätte meine Mutter nicht von Anfang an geglaubt, dass das Leben mehr ist, als arm und alleine zu sein, dann würde ich viel weniger konsequent versuchen, mein Glück in der Welt zu finden. Sie selbst hatte dabei durchaus auch abstruse Ideen davon, wo ihr eigenes Glück liegt.

Inwiefern abstrus?

Meine Eltern waren einige Jahre lang bei den Hare Krishnas und davor in der Drogenszene. Das Milieu, aus dem ich komme, hat formal einen eher geringen Bildungsstand, aber es ist konsequent links. Meine Mutter und ihre Schwester sind auf eine Realschule gegangen und dort haben Stu­den­t:in­nen Arbeiterkindern Bildung angeboten, darüber haben sich die beiden politisiert.

Erfolgreich, in diesem Fall?

Meine Mutter ist mit 17 abgehauen und ist dann in WGs ebendieser Stu­den­t:in­nen gelandet, die gerade mal ein paar Jahre älter waren. Da hat eine Politisierung eingesetzt. Dieses Milieu ist sehr interessant. Armut wird medial oft gleichgesetzt mit Rechtsruck, mit rassistischen Reflexen, mit einer Arbeiter*innenschaft, die anderen marginalisierten Gruppen die Solidarität versagt. Diese Analyse mag ihre Berechtigung haben und ich erhebe gar keinen Anspruch darauf, die Geschichte armer Menschen in Deutschland an sich zu erzählen. Aber ich habe es eben anders erlebt.

Wie ist das heute?

In Altona, wo ich herkomme, wo viele meiner Freun­d*in­nen leben, also ich diskutiere mit denen nicht ständig über politische Themen … Aber einige sind Kommunist*innen, andere begreifen sich ebenfalls als links. Da gibt es so einen Handwerker-, Arbeiter*innen-Stolz, der sagt: Grundsätzlich glaube ich nicht, dass ihr da oben uns etwas Gutes wollt. Aber eben aus einer linken, einer solidarischen Richtung. Und das kommt mir in Armutserzählungen viel zu selten vor: ein großstädtisches, migrantisches Milieu, das versucht, Solidarität zu schaffen, wo es vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so auf der Hand liegt.

Ottensen wurde bereits erwähnt. Eines, das heute nicht mehr so zu finden ist, oder?

Ja, Ottensen ist viel homogener geworden, im negativen Sinne.

Wie war es früher?

In dem Viertel meiner Kindheit haben in den 90er Jahren auch Lehrer*innen, Künstler*innen, Arbeitslose, alle möglichen Leute gewohnt. Wenn ich darüber rede, dass in fast jedem Haus bei mir in der Straße irgendwelche Dealer waren und es da Razzien gab, dann war das eine Straße weiter schon wieder ganz anders. Ich will Kriminalität und Armut nicht glorifizieren, aber das hat parallel existiert. Auch heute gibt es noch kleine Inseln, wo dieselben Leute leben und dieselben Familien wie damals in Wohnungen wohnen mit alten Mietverträgen. Ich bin ein großer Fan von Durchmischung, weil ich in meinem Leben sehr oft davon profitiert habe.

Zum Beispiel?

Das fängt an mit der Waldorfschule, auf die ich gegangen bin. Dort habe ich andere soziale Kontexte kennengelernt und miterlebt, wie Menschen leben, die weniger dysfunktional aufwachsen als ich. Da konnte ich mir viel abgucken. Ich habe mich dort aber auch oft nicht zugehörig gefühlt, weil ich viele der Codes nicht kannte. Im Laufe der Jahre lernt man aber teilweise, diese Codes zu imitieren. Und das ist für mich und für mein Umfeld nicht untypisch. Da haben viele gleich mehrere Zungenschläge und wissen, dass sie mit ihrem Lehrer, den sie auf der Straße treffen, anders reden als mit ihren Freund*innen.

Der Titel Ihres Buches lautet „Keine Aufstiegsgeschichte“, und es gibt darin die schöne Formulierung, es sei eine „Ausstiegsgeschichte“, horizontal, nicht vertikal. Und trotzdem ließe es sich auch lesen als die eines Erfolges: Sie sitzen ja nicht als „Leistungsbezieher“ in einer Großwohnsiedlung. Gut, auch das steht im Buch: dass man als freier Journalist, je nach Auftraggebendem, zum Prekariat gehört. Aber hätte es nicht auch ganz anders ausgehen können?

Es ist es ein Unterschied, jetzt darüber zu sprechen oder in dem Zustand, in dem ich vor eineinhalb, zwei Jahren das Buch angefangen habe. Ich habe damals ein Volontariat bei einer Lokalzeitung gemacht, der Hamburger Morgenpost. Ich hatte mehrere psychische Erkrankungen und konnte das Volontariat nicht weiterführen, weil es einfach kräftemäßig nicht ging. Meine Depression hat mich so sehr aus meinem Leben geschleudert. Ich bin dann aus Hamburg weggezogen und habe ein halbes Jahr lang Krankengeld bezogen und das Buch geschrieben. Ich kannte niemanden in der Literaturbranche und wusste nicht, wie man mit Verlagen in Kontakt tritt. Ich wusste nicht, ob mein Buch genommen wird, ob es überhaupt je gedruckt wird, ob es erfolgreich wird. Ich hatte kein Studium, kein Abitur. Zu dem Zeitpunkt hat sich meine Geschichte nicht wie eine Erfolgsgeschichte angefühlt.

Und heute?

Lassen sich immer noch einige Indizien dafür finden, dass meine Geschichte höchstens ein Bildungsaufstieg werden kann. In Hildesheim beim Studium bin ich seit genau drei Monaten und ich fühle mich da einfach noch ein bisschen fremd. Ich habe den Impuls, arbeiten zu wollen, und ich glaube, ich muss das Schreibstudium und meinen Job als Journalist und Autor verbinden. Ich studiere ja nicht wegen des Abschlusses, ich bin da, um Schreiben zu lernen und Gleichgesinnte zu treffen, mit denen ich über Literatur sprechen kann. Natürlich sammle ich aber Kapitalsorten …

… nach Pierre Bourdieu

… und das habe ich auch schon bei der Morgenpost gemacht. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob ich Volontär bei einer Lokalzeitung war oder an der Henri Nannen Schule ausgebildet wurde – und vorher Journalismus studiert habe.

Wie zeigt sich das?

Freier Journalismus ist auch für sehr gut ausgebildete Leute schon prekär. Es wird nicht unbedingt besser, wenn man viele Dinge noch nicht weiß, nicht viel Berufserfahrung hat und wenig Kontakte. Wenn ich ein Buch schreibe und mit Medien darüber rede, ist das natürlich eine andere Stellung als die, die ich damals hatte, an der Supermarktkasse. Ich habe mehr Möglichkeiten, für mich zu sprechen und zu kämpfen, als es meine ehemaligen Ar­beits­kol­le­g*in­nen im Supermarkt haben. Aber ich strebe trotzdem einen Beruf an, der prekär ist und in dem ich mit großer Sicherheit in Altersarmut lande. Insofern ist es ein anderes Milieu, das ich erreicht habe, aber es ist immer noch dieselbe Klasse. Trotz der Unterschiede zwischen einem prekären Kulturmilieu und prekärer körperlicher Lohnarbeit plädiere ich für Solidarität und für gemeinsame Perspektiven. Letzten Endes steht man auf derselben Seite, wenn man wenig Geld hat.

Wie durchmischt oder eben nicht haben Sie den Journalismus erlebt?

Ich glaube, dass da gerade etwas passiert, dass es Tendenzen der Veränderung gibt. Aber auch da muss man sehr genau hingucken. Es ist vergleichsweise simpel, beispielsweise einen schwarzen Moderator, eine schwarze Moderatorin zu installieren und zu sagen: Guck mal, wir sind divers – aber die Strukturen nicht anzutasten. Und das ist ein Problem. Ich glaube nicht, dass die Branche an sich den Wunsch hat, ihre Strukturen zu ändern. Es sind nicht unbedingt die weißen Chefs, die sagen: wir brauchen mehr Perspektiven. Veränderung wird von einem journalistischen Prekariat erstritten.

Wer profitiert davon?

Die ganze Gesellschaft kann von einer diversen Medienlandschaft profitieren. Nur: Das eine ist, Diversität zu fordern oder zu sagen, man wolle sie. Das andere ist, sie dann auch auszuhalten. Denn wenn wir uns ­Diversität als ­flauschige Blumenwiese vorstellen, dann ist das naiv. Wenn es zum Beispiel um psychische Erkrankungen im ­Journalismus geht, um Menschen, die aus einer Armutsklasse kommen, dann ist so eine Integration mühsam. Ich habe damals als Volontär über viele Wochen nicht funktioniert. Wenn ich sage, ich habe eine psychische Erkrankung, dann ist es das eine, vom ­Journalismus zu sagen: Ja, cool, schildere deine Perspektive. Aber die Frage ist, ob die ­Solidarität auch noch da ist, wenn du deinen Abgabetermin nicht schaffst.

Wie offen konnten Sie umgehen mit Ihrer eingeschränkten Gesundheit, die man Ihnen ja nicht ansieht? Gegenüber Chefs, Vorgesetzten, Kolleg*innen?

Ich habe es lange geheim gehalten und musste mir sehr gut überlegen, ob ich das meinem Arbeitgeber gegenüber kommunizieren will. Ich habe mit dem Ansprechen am Ende gute Erfahrungen gemacht. Aber angesprochen habe ich es auch erst, als es eigentlich nicht mehr geheim zu halten war.

Eine andere Sphäre, in die Sie zumindest reingeschnuppert haben: Sie haben eine Schauspielausbildung gemacht. Auch nicht ganz selbstverständlich für jemanden Ihres Hintergrunds.

Überhaupt nicht selbstverständlich. Es war auch überhaupt nur möglich, weil meiner Mutter der Aufstieg gelungen ist. Sie hat acht Jahre lang Arbeitslosengeld bekommen und sich kurz vor Einführung von Hartz IV in Arbeit gebracht. Das heißt, meiner Mutter ist ein temporärer Aufstieg gelungen. Das war die Voraussetzung, dass ich die Ausbildung habe machen können, und das ist natürlich eine furchtbar privilegierte Geschichte: Keiner aus meiner Straße hat eine Schauspielausbildung gemacht. Aber ohne Schüler-Bafög und Nebenjob wäre es nicht gegangen.

Ein Thema, das sich durch Ihre Geschichte zieht: Fremdheit, Dazugehören, irgendwo reinkommen, wo man traditionell vielleicht nicht reingelassen worden wäre. Da gibt es die Waldorfschule, den Journalismus und eben eine private Schauspielschule, die ja Geld kostet.

Ich habe auch an staatlichen vorgesprochen und wurde nicht genommen. Eine Schauspielausbildung ist zumeist einem bildungsbürgerlichen Milieu vorbehalten. Das war einer von mehreren Momenten, wo ich mit Menschen aus anderen Klassen in Berührung gekommen bin – und daraus viel habe ziehen können. Das war vielleicht auch meine erste Selbsttherapie.

Ach ja?

Mir wurde schon mit Mitte 20 gesagt, ich solle Therapie machen, und ich hab dann gedacht: Nee, ich arbeite doch und bin auf der Schauspielschule. Während Freun­d*in­nen von mir eine Lehre in der Küche oder auf der Baustelle gemacht haben, steckte ich morgens in Ballettleggings und habe mich gestretcht, und für mich hat sich das wahnsinnig gut angefühlt, etwas für mich zu machen. Ich dachte: Ich betreibe Innenschau, versuche mit Menschen zu interagieren, beschäftige mich mit Musik und Tanz. Aber natürlich ersetzt das keine Therapie. Und ich habe im Schauspiel etwas gesucht, was es gar nicht bieten konnte.

Nämlich?

Ich dachte, Schauspiel sei der geeignete Ort, mein eigenes Milieu zu repräsentieren, widerzuspiegeln, was ich für Erfahrungen gemacht habe. Ich habe nicht verstanden, dass es um Spielfreude geht, um eine Verwandlung, darum in Rollen zu schlüpfen. Ich habe mich dann mit Kindertheater über Wasser gehalten. Da fährst du drei, vier Mal die Woche morgens um sechs oder sieben Uhr los, spielst sechs Mal hintereinander dasselbe Stück, hast 150 Euro verdient. Ich hatte immer noch Nebenjobs und musste mich durchschlagen. Für drei Jahre war das sehr okay. Nur irgendwann dachte ich dann: Das ist nicht meine Zukunft.

Sondern?

Ich kann nicht an der Front stehen und versuchen, Brände zu löschen. Ich muss einen Schritt nach hinten gehen – und darüber nachdenken. Dann habe ich mich politisiert, habe angefangen, mich mit dem Journalismus auseinanderzusetzen. Ich habe einen Blog betrieben und versucht, beim G20-Gipfel

… 2017 in Hamburg …

… Texte zu schreiben und geübt, wie man Kommentare schreibt. Dann habe ich irgendwann meinen Theaterjob ­gekündigt mit der Aussicht auf ein Praktikum bei der Hamburger Morgenpost. Das war einigermaßen dumm. Nur: Wenn dumme Dinge funktionieren, dann sagen alle, man war mutig, wenn man scheitert, ist man der Dumme.

Man tut Ihnen nicht unrecht, wenn man sagt: Sie sind kein Anhänger neoliberaler Eigenes-Glückes-Schmied-Theorien, oder? Also, dass es jeder und jedem gegeben wäre, sich aus der eigenen Herkunft zu befreien durch Leistung oder so was.

Ich glaube nicht nur nicht daran, es ist schlicht nicht so. Das bedeutet nicht, dass Aufstieg per se unmöglich ist. Jeder kennt irgendjemanden, der es trotz schlechter Karten geschafft hat. Aber wenn wir uns die Zahlen angucken, dann müssen wir die Analyse wagen und sagen: Die Regel ist eher gesellschaftlicher Abstieg. Ganz blank, ohne politische Agenda, sagen die Zahlen ja einfach: Aufstieg ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weniger möglich. Ein immer größerer Teil scheitert daran, während die Mittelschicht schrumpft und immer mehr absteigen. Insofern befinden wir uns, wie der Soziologe Oliver Nachtwey schreibt, in einer Abstiegsgesellschaft. Unser Wirtschaftssystem funktioniert nicht für alle gleich. Es produziert Lebensläufe, denen das Scheitern immanent ist. Und deswegen habe ich das Buch geschrieben. Ich will die Kosten von Armut aufzeigen. Ich will zeigen, was es bedeutet, arm zu sein – oder was es bedeuten kann.

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