Ausbreitung des Coronavirus: Warten auf die Pandemie

Das Coronavirus wird kommen. Solange es geht, müssen wir es lokal eindämmen – auch mit Zwangsmaßnahmen.

Ein Karnevalwagen mit einem grünen Coronavirus und einem Narrenkopf

Deutschland agiert eher nachlässig. Immerhin war Covid-19 ein Thema am Rosenmontag in Düsseldorf Foto: Martin Meissner/ap

Menschenleere Straßen, abgeriegelte Städte, rasant steigende Infektionszahlen – nicht von China ist die Rede, sondern von Italien. Das Coronavirus, das seit zwei Monaten das Leben in China lahmlegt, hat nun auch Europa erreicht. Mehr als 100 Infizierte melden die italienischen Behörden. Auch Iran und Südkorea melden drastisch steigende Zahlen. Was bei diesen Ausbrüchen Sorge bereitet: Die Ansteckungswege lassen sich nicht mehr zurückverfolgen.

Die weltweite Ausbreitung von Covid-19 ist kaum mehr zu stoppen. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch hierzulande die Zahlen deutlich steigen werden – zumal kein europäisches Land so intensiven wirtschaftlichen Kontakt mit China pflegt wie die Bundesrepublik. Umso mehr erstaunt die Nachlässigkeit, mit der Deutschland bislang agiert: Anders als etwa auf dem Flughafen von Wien wird im internationalen Drehkreuzflughafen Frankfurt auch weiterhin bei ankommenden PassagierInnen aus Fernost nicht standardmäßig Fieber gemessen. Eine Dunkelziffer an Infizierten dürfte in Deutschland schon jetzt vorhanden sein.

Soll man jetzt resigniert alles laufen lassen – und hoffen, dass es so schlimm nicht wird? Nein, solange eine Chance besteht, die Ausbreitung des Virus lokal einzudämmen, sind Zwangsmaßnahmen wie Quarantäne, Schließung öffentlicher Einrichtungen und die Absperrung ganzer Orte sinnvoll. Dass Chinas Führung nach anfänglichem Verschleiern mehr als 60 Mil­lio­nen Menschen unter Quarantäne gestellt hat, war richtig. Und auch wenn eine weltweite Ausbreitung trotz aller Maßnahmen nicht zu stoppen ist, gewinnen Behörden, Krankenhäuser und WissenschaftlerInnen wichtige Zeit, sich auf eine Pandemie vorzubereiten und an Impfstoffen zu arbeiten.

Nach derzeitigem Stand ist Corona nicht gefährlicher als ein Influenza­virus. Sollte die Zahl der Corona-Infizierten hochschnellen, sollten sich Gesundheitsbehörden, Ärzte und Pflegekräfte wie bei einer Grippe auf die Behandlung von Menschen konzen­trieren, die als besonders gefährdet gelten, also Ältere und chronisch Kranke.

Für alle anderen gilt: Gesund essen, häufig Händewaschen, ausreichend schlafen. Sprich: Ruhe bewahren.

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war von 2012 bis 2019 China-Korrespondent der taz in Peking. Nun ist er in der taz-Zentrale für Weltwirtschaft zuständig. 2011 ist sein erstes Buch erschienen: „Der Gewinner der Krise – was der Westen von China lernen kann“, 2014 sein zweites: "Macht und Moderne. Chinas großer Reformer Deng Xiao-ping. Eine Biographie" - beide erschienen im Rotbuch Verlag.

Die Coronapandemie geht um die Welt. Welche Regionen sind besonders betroffen? Wie ist die Lage in den Kliniken? Den Überblick mit Zahlen und Grafiken finden Sie hier.

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