Atomwaffengegner über Trump und Kim: Zeigt mal euren Abrüstungsplan
Anti-Atomwaffen-Organisationen fordern von USA und Nordkorea einen konkreten Abrüstungsplan. Die UN kündigt an, das Zurückfahren überwachen zu wollen.
dpa | Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Anti-Atomwaffen-Organisation Ican und die ärztliche Friedensorganisation IPPNW verlangen nach dem Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un einen konkreten Plan für die angekündigte atomare Abrüstung.
Dieser müsse auf Grundlage internationaler Verträge ausgearbeitet werden, ansonsten könne die Vereinbarung bald wieder infrage gestellt werden, erklärten Martin Hinrichs aus dem Vorstand von ICAN Deutschland und die IPPNW-Abrüstungsexpertin Xanthe Hall am Dienstag in Berlin. Hall ist auch Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. „Das Völkerrecht bleibt – auch dann, wenn Trump oder Kim keine Lust mehr auf Abrüstung haben“, sagte Hinrichs. Wichtig sei auch ein Plan mit konkreten Vorgaben, was Denuklearisierung bedeute. Das Gleiche gelte für die von den USA angebotenen Sicherheitsgarantien.
Unterdessen kündigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ihre Bereitschaft an, eine atomare Abrüstung Nordkoreas zu überwachen. IAEA-Chef Yukiya Amano sagte, dass die UN-Behörde bei entsprechenden Bitten der beteiligten Länder einsatzbereit sei. „Die IAEA wird den nun folgenden Verhandlungen zur Umsetzung des Gipfels zwischen den USA und Nordkorea genau folgen.“
Trump und Kim hatten bei dem historischen Gipfel am Dienstag in Singapur eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, in der sich der nordkoreanische Machthaber grundsätzlich zu einer „vollständigen“ atomaren Abrüstung bereit erklärte. Ein Zeitplan oder spezifische Schritte wurden jedoch nicht erwähnt. Trump erklärte sich im Gegenzug zu Sicherheitsgarantien bereit.
A new bromance
Trump sagte, der Prozess solle von US- und internationalen Inspekteuren überwacht werden. Die IAEA ist weltweit im Einsatz, um die ausschließlich friedliche Nutzung von Atomenergie zu überwachen. Dies geschieht aktuell vor allem im Iran. Die IAEA-Inspekteure waren 2009 aus Nordkorea verwiesen worden, kurz vor dem zweiten Atombombentest des Landes.
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