Atomausstieg: Vorbei, vorbei
Atomkraftgegner*innen und -befürworter*innen begehen den Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft. Und das jeweils auf ihre Weise.
Foto: Foto: Christoph Soeder/dpa
Kritiker*innen wie Befürworter*innen der Atomkraft haben die letzten Stunden der deutschen Atomkraftwerke mit Kundgebungen begleitet.
In Berlin fanden am Brandenburger Tor zeitgleich zwei Veranstaltungen statt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte auf der Seite zum Pariser Platz eine aufwendige Installation unter dem Motto „Tschüss, Atomkraft!“ aufgebaut. Ein großer gelber Dinosaurier lag tot auf rostigen Atommüllfässern – auf seinem leblosen Körper triumphierte die rote Anti-AKW-Sonne mit Schild und Schwert. „Die Entscheidung für den Einstieg in diese Technologie war ein historischer Fehler“, sagt der Grünen-Politiker Jürgen Trittin. „Heute korrigieren wir diesen Fehler.“
Wirkliche Feierlaune kommt jedoch bei mäßigem Andrang nicht auf. Liegt das daran, dass Deutschland zwar aus der CO2-armen Kernenergie aussteigt, aber weiterhin viel Kohle und Gas verstromt? Der Kernphysiker und Greenpeace-Aktivist Heinz Smital will sich davon nicht beirren lassen. „Der Atomausstieg wird ein Booster sein für die erneuerbaren Energien“, sagt er.
Etwas mehr Zulauf bei Befürworter*innen
Auf der anderen Seite des Brandenburger Tors freute man sich hingegen gar nicht über den Atomausstieg. Der Verein Nuklearia, der sich für den Ausbau der Atomenergie einsetzt, hatte hier eine Bühne und mehrere Stände aufgebaut. Am frühen Nachmittag ist hier deutlich mehr los als vor der Installation von Greenpeace, weit über hundert Menschen haben sich versammelt.
Eine von ihnen ist Lisa Rass. Sie engagiert sich im Vorstand von Nuklearia. Obwohl laut Umfrage eine hauchdünne Mehrheit der Deutschen derzeit wieder für Atomkraft ist, bleibt das Mobilisierungspotenzial auch hier gering. „Die Kernkraft ist mit so einem starken Tabu belegt, dass viele Leute sich einfach nicht getraut haben“, meint Rass.
Umverteilung gegen rechts
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