Antisemitischer Anschlag in London: Verdächtige vor Gericht
Im März wurden zwei Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Golders Green in Brand gesetzt. Drei mutmaßlichen Tätern soll nun der Prozess gemacht werden.
afp | Knapp zwei Wochen nach einem Brandanschlag auf einen jüdischen Rettungsdienst in London müssen sich drei Verdächtige vor Gericht verantworten. Wie die Polizeibehörde der britischen Hauptstadt am Freitag erklärte, sollen die britischen Staatsbürger Hamza Iqbal und Rehan Khan sowie ein dritter, nicht namentlich erwähnter britisch-pakistanischer Doppelstaatsbürger am Samstag vor einem Gericht im Stadtteil Westminster erscheinen.
Den drei Beschuldigten im Alter zwischen 17 und 20 Jahren werden Brandstiftung und die „fahrlässige Gefährdung von Menschenleben“ vorgeworfen, erklärte die Metropolitan Police weiter. Sie waren am Mittwoch an unterschiedlichen Orten im Osten Londons festgenommen worden. Zwei weitere Verdächtige waren am 25. März, zwei Tage nach dem Brandanschlag, auf Kaution vorläufig freigelassen worden.
In der Nacht zum 23. März waren mehrere Krankenwagen des jüdischen Rettungsdiensts Hatzalah in Brand gesetzt worden, die in der Nähe einer Synagoge im Londoner Viertel Golders Green gestanden hatten. Verletzt wurde niemand. Die Polizei wertet den Vorfall als antisemitisch motiviertes Verbrechen, britische Anti-Terror-Ermittler leiten die Ermittlungen.
Premierminister Keir Starmer hatte die Tat verurteilt und erklärt, Antisemitismus habe „keinen Platz“ in der britischen Gesellschaft.
Zu der Tat bekannte sich eine wenig bekannte islamistische Gruppe mit mutmaßlichen Verbindungen zum Iran. Die Organisation mit dem Namen Harakat Aschab al-Jamin al-Islamija erklärte, auch hinter ähnlichen Angriffen in Belgien und den Niederlanden zu stehen.
Seit dem Angriff hat die Polizei verstärkte Sicherheitsmaßnahmen rund um jüdische Einrichtungen in London angekündigt.
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