piwik no script img

Anschlag in KabulTaliban greifen Flughafen an

In der afghanischen Hauptstadt kommt es am Flughafen zu einem mehrstündigen Feuergefecht. Vier Talibankämpfer sprengten sich in die Luft oder wurden erschossen.

KABUL afp/dpa | Taliban haben am frühen Donnerstagmorgen den internationalen Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul attackiert. Vier Kämpfer griffen mit automatischen Waffen und Panzerfäusten an, wie das Innenministerium mitteilte. Der Angriff endete nach einem mehrstündigen Feuergefecht mit dem Tod der Extremisten, die erschossen wurden oder sich selbst in die Luft sprengten. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

Das Innenministerium teilte mit, die Kämpfer seien gegen 04.30 Uhr in ein im Bau befindliches Gebäude am Rand des Flughafens eingedrungen und hätten das Feuer eröffnet. Wie ein Fotograf berichtete, waren auf dem streng gesicherten Flughafen, auf dem sich auch der wichtigste Nato-Stützpunkt in der Hauptstadt befindet, Explosionen und Schüsse zu hören. Nach Angaben eines Behördenvertreters wurde der zivile Luftverkehr unterbrochen. Über dem Gelände kreisten Militärhubschrauber.

Vor dem Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes Ende des Jahres hat die Gewalt in Afghanistan wieder deutlich zugenommen. Am Dienstag waren bei einem verheerenden Selbstmordanschlag in der südöstlichen Provinz Paktika mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Der Anschlag mitten in dem für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan war der schwerste in dem Land seit Jahresbeginn. Die Taliban wiesen jede Verantwortung für die Tat zurück.

Zugleich sorgt für Unsicherheit im Land, dass immer noch kein Sieger der Präsidentenwahl feststeht. Der Angriff erfolgte kurz nach Einleitung der Neuauszählung sämtlicher Stimmen der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl von Mitte Juni. Dazu sollen alle 8,1 Millionen Stimmzettel nach Kabul gebracht werden, um dort unter internationaler Aufsicht neu ausgezählt zu werden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare