Alec Baldwin mimt Donald Trump: Keine Anstrengung für das Groteske
Der US-Schauspieler verkörpert den künftigen Präsidenten recht glaubhaft. Darüber kann man herzlich lachen. Wirklich lustig ist es aber nicht.
Foto: ap
Das Erstaunliche, wenn Alec Baldwin in der Comedy-Sendung „Saturday Night Live“ den Donald Trump gibt, ist das: Der Schauspieler muss nicht viel tun, um Trump ins Groteske zu überzeichnen.
Baldwin erinnert an seine Kollegin Tina Fey, die im Wahlkampf 2008 Sarah Palin parodierte. Einmal gab sie ein ganzes Palin-Interview im Originalwortlaut wieder, weil das parodistisch nicht mehr zu steigern war. Das Publikum lachte sich kaputt.
Bei Baldwins Trump ist es ähnlich. Vorgeschobene Lippen und die Stimmlage gut getroffen, plappert Baldwins Trump unzusammenhängend wie der echte. Mehr braucht es nicht, um aus dem gewählten Präsidenten einen Comedy-Act zu machen.
Am vergangenen Samstag kehrte Baldwin zum ersten Mal nach der Wahl als Trump zurück auf die „Saturday Night Live“-Bühne. Trump mit Mitt Romney, Trump mit Mike Pence. Trump, wie er anfängt, „ISIS“ zu googeln. Dem Publikum gefiel das, der Parodierte kochte vor Wut.
Wie schon während des Wahlkampfs, als Trump die Show abgesetzt sehen wollte, setzte er sich an seinen Twitter-Account und wetterte los. Die Show sei einseitig und überhaupt nicht witzig. Und er wolle „gleiche Sendezeit für uns“.
Empfohlener externer Inhalt
I watched parts of @nbcsnl Saturday Night Live last night. It is a totally one-sided, biased show - nothing funny at all. Equal time for us?
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 20. November 2016
Das war eine Steilvorlage für Baldwin. „Gleiche Sendezeit? Die Wahl ist vorbei. Jetzt versuchen Sie, Präsident zu sein, und die Menschen reagieren darauf, so ist das“, tweetete Baldwin zurück. Um dann noch Trump zu belehren, worauf er, Baldwin, sich konzentrieren würde, wenn er Präsident wäre.
Empfohlener externer Inhalt
...@realDonaldTrump
— ABFoundation (@ABFalecbaldwin) 20. November 2016
Equal time?
Election is over. There is no more equal time. Now u try 2 b Pres + ppl respond. That's pretty much it.
Der 58-Jährige gehört nicht zum festen Team der Sendung, tritt aber seit 1990 immer wieder dort auf. Bekannt durch etliche Rollen in Serien und Filmen, äußert sich Baldwin auch immer wieder zu aktuellen politischen Themen, und das mit recht profunden Kenntnissen. Vor der Schauspielerei hat er Politikwissenschaften studiert und schreibt immer wieder auch für die Huffington Post.
Von Donald Trump ist bekannt, dass er es nicht leiden kann, irgendwo bloßgestellt zu werden. Baldwin tut eben das in der Sekunde, in der er auf die Bühne tritt. Er wird Trump immer wieder provozieren.
Aber auf eine Art hat Trump recht: Wirklich lustig ist das alles nicht.
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