AfD in Mecklenburg-Vorpommern: Partei dementiert Spaltung
Der Streit um die Linie der AfD könnte im Landtag eskalieren. Mehrere Abgeordnete sollen den Austritt wegen der „völkisch-nationalen“ Ausrichtung planen.
Noch ist die AfD die stärkste Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, jedoch meldete der Nordkurier am Samstag vor der Bundestagswahl, dass mehrere Abgeordnete die Fraktion verlassen wollen. Hintergrund sei die „völkisch-nationale“ Ausrichtung der Fraktion.
Insgesamt fünf wechselwillige Abgeordnete zählt der Nordkurier und nennt unter anderem den Parlamentarischen Geschäftsführer Matthias Manthei und den Abgeordneten Gunter Jess. Beiden ist gemein, dass sie tatsächlich in der bisherigen Berichterstattung über die Radikalisierung der AfD eher im Hintergrund standen.
Die taz und der NDR hatten in den vergangenen Wochen mit der Veröffentlichung von Chatprotokollen von Fraktionsangehörigen über rechtsradikale Gewaltfantasien des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Holger Arppe berichtet. Arppe war daraufhin aus Partei und Fraktion ausgetreten. Andere Teilnehmer der Chats sind weiterhin in Partei- und Fraktionsämtern.
Inzwischen haben die Recherchen verschiedener Medien eine Verbindung zwischen Personen aus dem Umfeld einer mutmaßlichen rechtsradikalen Terrorzelle und Mitgliedern der AfD in Mecklenburg-Vorpommern aufgedeckt.
Update: Gegenüber der taz erklärte der Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, am Sonntag in Bezug auf die Spaltungsgerüchte: „Das stimmt wohl nicht.“ Der Abgeordnete Gunter Jess sekundiert auf der Webseite der AfD Vorpommern-Greifswald und nennt die Berichterstattung eine „perfide Falschmeldung der genannten Printmedien“.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert