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ARD-Podcast „Klang der Macht“Herr Putin und die Semperoper

Ein Podcast folgt den Spuren russischer Einflussnahme auf den deutschen Kulturbetrieb. Ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der deutsch-russischen Abhängigkeit.

Dresden und der russische Autokrat Wladimir Putin sind bekanntermaßen enge Bekannte. Während die DDR-Bürger 1989 damit begannen, den Staat zu demolieren, war Putin dort KGB-Agent. 20 Jahre später, im Januar 2009, wurde ihm auf dem Dresdner Semperopernball der St.-Georgs-Orden für seine Verdienste um das „Gute in der Welt“ verliehen. Wie kann das sein?

Der neue ARD-Podcast „Klang der Macht – Dresdens Freiheitskampf & Putins Kulturagenda“ verfolgt die Spuren geheimdienstlicher Aktivitäten und russischen Einflusses auf die Dresdener Semperoper. Ausgerechnet am 7. Oktober 1989, am 40. Geburtstag der DDR, wird dort Beethovens Freiheitsoper „Fidelio“ mit einem Bühnenbild inszeniert, das an ein Stasigefängnis erinnert. Währenddessen demonstrieren draußen Tausende gegen die DDR. Warum hat die Stasi diese Aufführung nicht verhindert, wo sie doch zwei Spitzel in der Oper platziert hatte? Und wo war der sächsische SED-Chef Hans Modrow an dem Abend wirklich?

Die beiden Podcast-Macher*innen Alexander Brüggemann und Jeanny Wasielewski besuchen Stasiarchive und sprechen mit Zeit­zeu­g*­in­nen wie Modrow und der Regisseurin der geschichtsträchtigen Aufführung, Christine Mielitz. Was sie dabei erfahren, ist historisch interessant und akut gegenwärtig.

Putin sah eine Lücke – und sprang hinein

Die beiden Hosts erzählen – zwar spannend, mitunter aber dem Storytellingtrend folgend ein bisschen zu redundant – wie russische Künstler*innen, darunter Stardirigent Waleri Gergijew oder der Cellist Sergej Roldugin, Teil deutscher Kulturszenen wurden, während sie für Putin Kulturpropaganda machten und dafür Milliarden kassierten.

Eine These des Podcasts ist, dass Putin die mangelhafte Kulturförderung deutscher Institutionen von Semperoper bis Usedomer Musikfestival für seine Zwecke nutzte. Im Kampf um die Fördergelder nahmen so einige Kulturmanager das angebotene russische Geld an, damit aber auch die russischen Bedingungen. Putins Netzwerke in Deutschland sind immer noch nicht vollständig aufgedeckt. Der Podcast ist ein wichtiger Schritt.

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