+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Selenskyj schlägt Ablösung von Ministerpräsidentin vor
Präsident Selenskyj schlägt die Ablösung von Ministerpräsidentin Swyrydenko vor. Die Ukraine greift 14 weitere russische Schiffe an.
Foto: Adam Warzawa/PAP/dpa
Selenskyj schlägt Ablösung von Ministerpräsidentin Swyrydenko vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt die Ablösung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko vor. Er danke Swyrydenko für ihre Arbeit und habe ihr eine neue Aufgabe bei den Beziehungen zu einem wichtigen Partner angeboten, teilt Selenskyj auf der Plattform X mit. Er erwarte, dass das Parlament den entsprechenden Änderungen in der Regierung zustimme. Weitere Details gibt er zunächst nicht bekannt. (rtr)
Vier Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen
Bei erneuten russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nacht zu Sonntag nach örtlichen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. In der Region Dnipropetrowsk im östlichen Zentrum des Landes seien drei Menschen bei Drohnen- und Artillerie-Angriffen gestorben, erklärte der örtliche Militärgouverneur Olexandr Gandscha. Zwei der Todesopfer gab es demnach bei einem Angriff auf eine Industrieanlage in Krywyj Rih.
In Cherson im Süden der Ukraine wurde überdies ein 48-jähriger Mann durch eine von einer Drohne abgeworfene Sprengvorrichtung getötet, wie der Chef der Militärverwaltung der frontnahen Stadt, Jaroslaw Tschanko, im Onlinedienst Telegram mitteilte.
Die russischen Angriffe ereigneten sich kurz vor dem Treffen der Unterstützerstaaten der Ukraine in Paris, an dem auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilnehmen will. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird zu dem Austausch der sogenannten Koalition der Willigen am Montagnachmittag erwartet.
Die ukrainische Regierung fordert von ihren Verbündeten mehr Druck auf Russland für ein Ende von dessen Angriffskrieg sowie mehr Unterstützung für die ukrainische Luftabwehr. Vergangenen Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, der Ukraine die Erlaubnis zu erteilen, US-Patriot-Luftabwehrsysteme in Lizenz selbst herzustellen. Die Produktion dieser Raketen ist allerdings sehr zeitaufwändig. (afp)
Russische Tanker attackiert
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht 21 russische Tanker im Asowschen Meer mit Drohnen angegriffen. Dies sei Teil einer Kampagne, den russischen Streitkräften in der besetzten Ukraine den Treibstoff zu entziehen. Außerdem seien vier Schlepper, zwei Frachtschiffe und ein Baggerschiff getroffen worden.
Bei einem weiteren ukrainischen Drohnenangriff auf vier Schiffe im Asowschen Meer ist nach russischen Behördenangaben eine Person getötet worden. „Ein Seemann auf einem technischen Versorgungsschiff ist ums Leben gekommen“, schrieb Juri Sljusar, Gouverneur der südrussischen Region Rostow, auf Telegram. Verletzte habe es keine gegeben. Eines der in der Bucht von Taganrog angegriffenen Schiffe sei ein Methanol-Tanker.
Schon in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine immer wieder Schiffe auf dem Asowschen Meer, aber auch Umschlagkapazitäten an Land wie den Hafen in Taganrog angegriffen. Kyjiw zielt eigenen Angaben nach darauf, die Treibstoffversorgung der im Süden und Osten der Ukraine stationierten russischen Truppen und den lukrativen russischen Ölexport zu unterbinden. (rtr)
Ukraine attackiert Raffinerie im Wolgagebiet Samara
Im russischen Gebiet Samara an der Wolga ist offiziellen Angaben nach ein Mann durch ukrainische Drohnenangriffe ums Leben gekommen. „Drei Personen wurden verletzt, darunter auch ein Kind“, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew mit. Es gebe Schäden an Wohnhäusern und an einem Industrieobjekt, schrieb er zudem, ohne genauere Angaben dazu zu machen. Dabei handle es sich um die Ölraffinerie in Sysran, berichtete das unabhängige Internetportal „Astra“ nach Auswertung von Bildern und Videos aus sozialen Netzwerken. In der Anlage sind mehrere große Brände zu sehen.
Der ukrainische Generalstab bestätigte später die Attacke. Explosionen und Brände seien auf dem Gelände fixiert worden, heißt es in der Mitteilung des Generalstabs. Neben der Raffinerie haben die Drohnen nach Angaben aus Kiew auch zehn weitere Öltanker und vier Fähren im Asowschen Meer getroffen.
Das russische Militär hat eigenen Angaben nach in der Nacht 349 ukrainische Drohnen abgeschossen. Die Größenordnung deckt sich mit den Angriffen der vergangenen Tage. (dpa)
Ukraine: 14 weitere russische Schiffe angegriffen
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben am Sonntag 14 russische Schiffe angegriffen, darunter zehn Tanker. Vier der Ziele seien Fähren gewesen, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, auf Telegram mit. In den vergangenen sieben Tagen seien insgesamt 90 russische Schiffe getroffen worden. Die russische Seite teilte mit, eine ukrainische Drohne habe einen Tanker getroffen, als dieser in den Kanal zwischen Asowschem Meer und Schwarzem Meer einfuhr. Ein durch den Angriff verursachtes Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden und es habe keine Gefahr einer Ölpest bestanden, da das Schiff leer gewesen sei, erklärte Juri Sljusar, Gouverneur der russischen Region Rostow, auf Telegram. (rtr)
Mehrere Verletzte in Kyjiw nach russischen Angriffen
Russland hat seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw fortgesetzt – dabei wurden nach offiziellen Angaben am Samstag mindestens elf Menschen verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Armee habe „die meisten“ Flugkörper abgeschossen, „aber nicht die ballistischen“. Er appellierte an die USA, die zugesagte Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen rasch zu erteilen. In den USA zeichnen sich derweil verschärfte Russland-Sanktionen ab.
Foto: Danylo Antoniuk/ap/dpa
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Samstagmorgen zwei Serien von Explosionen. Die Sirenen des Luftalarms ertönten erst Minuten nach der ersten Detonation. Der Chef der Militärverwaltung in Kyjiw, Tymur Tkatschenko, rief die Menschen wegen des „Angriffs auf die Hauptstadt mit Raketen“ dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.
Unter den elf Verletzten sei ein Kind, teilte Selenskyj im Onlinedienst X mit. Er veröffentlichte Videos, die in Trümmern und Rauch arbeitende Einsatzkräfte zeigten. Russland habe in der Nacht mehr als 120 Drohnen gestartet und zwölf Raketen abgefeuert, „die Hälfte von ihnen ballistische“, erklärte der ukrainische Staatschef. Noch vor dem ersten Sirenenalarm sei „zivile Infrastruktur“ getroffen worden, darunter Wohnhäuser und Bürogebäude.
Ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, erklärte, womöglich habe die russische Armee Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400 für Angriffe genutzt. „Bei Bodenangriffen sind diese Raketen für Radar schwerer zu erkennen“, schrieb er im Onlinedienst Telegram. „Es gibt keine militärische Logik für solche Angriffe. Es ist einfach Terrorismus um des Terrorismus willen.“
Selenskyj forderte die Verbündeten erneut zu weiterer militärischer Unterstützung für die Ukraine auf. Zudem appellierte er an die US-Regierung, ihr Versprechen zügig umzusetzen, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen zu erteilen.
Das Patriot-System spielt eine wichtige Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur insbesondere vor ballistischen Raketen. Nato-Staaten haben der Ukraine mehrere Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt, bislang liefern sie ihr auch die Raketen. Zuletzt gingen die ukrainischen Reserven jedoch zur Neige. Die Luftabwehr hatte daher erhebliche Probleme beim Abfangen der Raketen.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit Selenskyj am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara bekannt gegeben, sein Land werde der Ukraine „das Recht geben, Patriots herzustellen“. Selenskyj sagte am Donnerstag, es seien noch technische Details zu klären. (afp)
Proeuropäischer Unternehmer Tofan als neuer Regierungschef in Moldau nominiert
Gut eine Woche nach dem Rücktritt von Moldaus Regierungschef Alexandru Munteanu hat Präsidentin Maia Sandu den pro-europäischen Unternehmer Vasile Tofan als Nachfolger nominiert. Sein wichtigstes Ziel müsse sein, Moldau auf dem Weg der „Integration“ in die Europäische Union voranzubringen, sagte Sandu in einem am Samstag in Onlinediensten veröffentlichten Video. Außerdem solle er die staatlichen Institutionen stärken und „die Wirtschaft ankurbeln“.
Laut Sandu muss Tofan in den kommenden zwei Wochen dem Parlament sein Regierungsprogramm und die geplante Kabinettszusammensetzung vorlegen. Dann müssen die Abgeordneten grünes Licht für den Regierungswechsel geben. Der Vorsitzende der Regierungspartei PAS, Igor Grosu, hatte am Freitag die Entscheidung für Tofan bekanntgegeben. Tofan war bereits im Herbst als möglicher neuer Regierungschef gehandelt worden, nachdem die PAS die Parlamentswahl gewonnen hatte. Stattdessen wurde dann Munteanu neuer Ministerpräsident.
Nach nur acht Monaten im Amt gab Munteanu dann am Freitag vergangener Woche seinen Rücktritt bekannt. „Ich kann mein Amt nicht mehr im Einklang mit meinen Prinzipien und Überzeugungen ausüben“, erklärte der Ökonom und Geschäftsmann, der wie Sandu bei der Weltbank tätig gewesen war. Nähere Details zu den Gründen seines Rücktritts nannte er nicht. Vizeregierungschef und Wirtschaftsminister Eugen Osmochescu übernahm kommissarisch die Regierungsgeschäfte. (afp)
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