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+++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++Israelische Armee ruft zu Evakuierung auf

Im Gazastreifen sind bei israelischen Angriffen 29 Menschen getötet worden. Frankreichs Präsident Macron hat Israels Vorgehen heftig kritisiert.

Mindestens 29 Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Bei erneuten israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben am frühen Mittwochmorgen mindestens 29 Menschen getötet worden. Bei Angriffen in der Flüchtlingssiedlung Dschabalija im Norden des Palästinensergebiets habe es mindestens 25 Todesopfer gegeben, teilte Zivilschutzsprecher Mahmud Bassal mit. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden. Bei einem weiteren israelischen Angriff im Westen von Chan Junis im Süden des Gazastreifens seien vier Menschen getötet worden.

Am Dienstag hatte es nach Angaben der von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzbehörde bei einem israelischen Angriff in der Nähe eines Krankenhauses in Chan Junis mindestens 28 Tote gegeben. Die israelische Armee hatte erklärt, das Nasser-Krankenhaus angegriffen zu haben, da die Hamas dort ein „Kommando- und Kontrollzentrum“ zur Planung und Ausführung von Angriffen betrieben habe.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte am Dienstag an, bei dem Einsatz zur „Zerschlagung“ und „Zerstörung“ der Hamas in den kommenden Tagen „mit voller Kraft“ im Gazastreifen vorzurücken. Die israelische Armee hat die Bewohner mehrerer Gebiete im Norden des Küstenstreifens zur Evakuierung aufgerufen. Es handele sich um eine „letzte Vorwarnung vor dem Angriff“, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee am Dienstag im Onlinedienst X. Das israelische Militär werde jedes Gebiet angreifen, aus dem Raketen abgefeuert wurden. (afp)

Israels Armee: Rakete aus dem Jemen abgefangen

Israels Armee hat nach eigenen Angaben erneut eine Rakete aus dem Jemen abgefangen. Die Armee erklärte, sie habe am Mittwoch in mehreren Regionen Israels Luftalarm ausgelöst und kurz darauf „eine im Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen“. In Jerusalem waren mehrere Explosionen zu hören, vermutlich durch den Abschuss der Rakete.

Es war der zweite Abschuss einer Rakete aus dem Jemen durch die israelische Luftabwehr innerhalb von weniger als 24 Stunden. Am Dienstag hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben eine Rakete abgefangen, die von der jemenitischen Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen von Tel Aviv abgefeuert worden war.

Am 4. Mai war der wichtigste Flughafen des Landes von einer Rakete aus dem Jemen getroffen worden. Das Geschoss schlug in der Nähe des Terminalgebäudes ein, es gab mehrere Verletzte. Israel reagierte mit einem Angriff auf den Flughafen der von den Huthis kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa und drei nahegelegene Kraftwerke.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz gehört neben der Hisbollah im Libanon und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen zu der vom Iran angeführten und gegen Israel und die USA gerichteten „Achse des Widerstands“. Seit dem Beginn des Gazakriegs zwischen Israel und der Hamas feuert die Huthi-Miliz immer wieder Raketen und Drohnen auf Israel ab – nach eigener Darstellung „aus Solidarität“ mit den Palästinensern. Zudem greift die Miliz immer wieder Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an. (afp)

Macron kritisiert israelisches Vorgehen in Gaza scharf

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat das israelische Vorgehen im Gazastreifen heftig kritisiert. „Was die Regierung von Benjamin Netanjahu aktuell macht, ist inakzeptabel“, sagte Macron im Sender TF1. Humanitäre Hilfe aus Frankreich und anderen Ländern für die Bevölkerung in Gaza werde von Israel blockiert. Die humanitäre Krise in dem Küstenstreifen sei verheerend. Es gebe kein Wasser und keine Medikamente. Macron sprach von einer Schande.

Frankreich habe das Recht Israels auf Verteidigung nach dem Massaker der Hamas und anderer Terrorgruppen am 7. Oktober 2023 stets anerkannt, aber ebenso deutlich gemacht, dass die Lösung nicht in undifferenzierten Angriffen auf den Gazastreifen liege. Israels Regierung hatte jüngst angekündigt, die Angriffe im Gazastreifen auszuweiten.

„Es ist Präsident Trump, der einen Hebel hat“, sagte Macron mit Blick auf den US-Präsidenten. Er selbst habe scharfe Worte gesprochen und sich mit Netanjahu gestritten. „Aber Frankreich alleine, selbst mit den anderen Europäern, kann allen Druck der Welt ausüben“ – Israel hänge nicht von ihnen ab, sondern von US-Waffen. (dpa)

UN-Nothilfechef: Völkermord in Gaza muss verhindert werden

Auch der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher hat Israels Blockade des Gazastreifens mit scharfen Worten angeprangert. „Israel schafft bewusst und schamlos unmenschliche Bedingungen für die Zivilbevölkerung in den besetzten palästinensischen Gebieten“, sagte Fletcher vor dem UN-Sicherheitsrat bei einer Sitzung in New York. Weil humanitäre Hilfe zurückgehalten werde, seien 2,1 Millionen Palästinenser im Gazastreifen vom Hungertod bedroht.

„Welche Beweise brauchen Sie jetzt noch?“, fragte Fletcher in die Runde des mächtigsten UN-Gremiums. „Werden Sie entschlossen handeln, um Völkermord zu verhindern und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts zu gewährleisten? Oder werden Sie stattdessen sagen: ‚Wir haben alles getan, was wir konnten‘?“ (dpa)

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1 Kommentar

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  • „Es ist Präsident Trump, der einen Hebel hat“



    Das allerdings ist eine schwache Ausrede. Natürlich haben die USA den größten Einfluss auf Israel, aber die Europäer könnten, wenn sie denn wollten, erheblichen Druck ausüben, etwa mit einem Stopp von Waffenlieferungen und Sanktionen. Wenn man darauf verzichtet und stattdessen Trump den schwarzen Peter zuschiebt, wohlwissend, dass er ebenfalls nichts tun wird, ist das keine Hilflosigkeit, sondern Komplizenschaft.