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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Krieg geht mit voller Wucht weiter

Iran bestätigt den Tod des Marinekommandanten der Revolutionsgarden. Spanien sperrt den Luftraum für Militärflüge. Auch Polen will den Spritpreis senken.

Rauch über Beirut nach einem israelischen Angriff am 30. März Foto: Adnan Abidi/rtr

Iran-Krieg gefährdet globale Versorgung mit Dünger

ap | Landwirte in aller Welt bekommen die Folgen des Krieges am Persischen Golf bereits sehr konkret zu spüren. Dass sie mehr Geld für Treibstoff bezahlen müssen, ist für die meisten noch das kleinere Problem. Doch weil Teheran als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA die für die Schifffahrt so wichtige Meerenge von Hormus blockiert, gibt es auch nicht mehr genug Dünger. Deswegen dürften dieses Jahr an vielen Orten die Ernten geringer ausfallen. Gerade in Entwicklungsländern könnte das viele Menschen in existenzielle Not bringen.

Die ärmsten Bauern in der nördlichen Hemisphäre seien von Düngemittel-Importen aus der Golfregion abhängig – und die Verknappung komme gerade jetzt, wo die Pflanzzeit beginne, sagt Carl Skau, stellvertretender Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms. „Im schlechtesten Fall wird dies zu geringeren Erträgen und Ernteausfällen in der bevorstehenden Saison führen. Im günstigsten Fall werden höhere Produktionskosten nächstes Jahr in die Preise für Lebensmittel mit einfließen.“

Iran hält US-Verhandlungsvorschläge für unrealistisch

rtr | Iran hat nach eigenen Angaben über Vermittler Nachrichten erhalten, die eine Verhandlungsbereitschaft der USA signalisieren. Die Führung in Teheran halte die US-Vorschläge jedoch für „unrealistisch, unlogisch und übertrieben“, erklärt der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei.

Iran bestätigt Tod des Marinekommandanten der Revolutionsgarden

afp | Iran hat am Montag den von Israel in der vergangenen Woche gemeldeten Tod des Marinekommandanten der Revolutionsgarden bestätigt. Aliresa Tangsiri sei „seinen schweren Verletzungen erlegen“, meldeten die Revolutionsgarden auf ihrer Webseite Sepah News. Am Donnerstag vergangener Woche hatte die israelische Regierung erklärt, Tangsiri sei bei einem „präzisen und tödlichen Einsatz“ der israelischen Streitkräfte getötet worden.

Die Revolutionsgarden sind die ideologische Armee der Islamischen Republik. Seit Beginn der gemeinsamen Angriffe der USA und Israels am 28. Februar wurden mehrere ranghohe Mitglieder der iranischen Führung getötet, unter ihnen vor allem der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei sowie der einflussreiche Sicherheitschef Ali Laridschani.

Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge im Iran-Krieg

dpa | Die spanische Regierung hat den Luftraum des Landes für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg der USA und Israels gegen Iran in Verbindung stehen. Diese Maßnahme „ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo im Interview des Radiosenders „Cadena Ser“.

Das Verbot betreffe nicht nur Starts von spanischem Boden, sondern auch den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in Großbritannien oder Frankreich aus operieren, hatten zuvor die Zeitung El País und die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez berichtet.

Madrid zählt in Europa zu den schärfsten Kritikern der militärischen Operationen der USA und Israels. Sánchez sagt immer wieder: „Nein zum Krieg!“. Bereits kurz nach dem Beginn des Krieges hatte der sozialistische Politiker vor knapp einem Monat den USA die Nutzung der Militärbasen Rota und Morón für die Einsätze gegen Iran untersagt. Diese Stützpunkte in Andalusien im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA betrieben.

Iran weist 1.200 Staatsbürger der Emirate aus

dpa | Vor dem Hintergrund des Kriegs weist die iranische Regierung 1.200 Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate aus. Ihre Aufenthaltstitel seien aufgehoben worden, berichtete das Onlineportal Nurnews unter Berufung auf die Justiz. Sie seien angewiesen, Iran innerhalb von einer Woche zu verlassen. Zuvor hatten die Emirate ihrerseits Iranerinnen und Iraner zur Ausreise gezwungen. Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Iran und den Emiraten sind nach Kriegsbeginn eskaliert. Seitdem feuern die iranischen Streitkräfte im Rahmen ihrer Vergeltungsangriffe fast täglich auf Ziele im Golfstaat.

Polen: Spritpreissenkung kommt am Dienstag

dpa | Polens Regierung rechnet damit, dass neue Gesetze zur Senkung der Spritpreise ab Dienstag den Verbrauchern Erleichterung bringen werden. Derzeit sammle das Energieministerium noch Daten von Großhändlern, um auf dieser Grundlage den aktuell erlaubten Höchstpreis festzulegen, sagte Vize-Energieminister Wojciech Wrochna dem Sender Rmf.fm. „Am Dienstagmorgen soll der Höchstpreis, an den sich alle Anbieter halten müssen, bereits in Kraft sein.“ Die Regierung rechnet damit, dass die Preise für Benzin und Diesel um umgerechnet 28 Cent pro Liter sinken werden.

Am Freitag hatte Präsident Karol Nawrocki ein Spritpreispaket der Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk unterzeichnet. Die Gesetze sehen eine Senkung der Mehrwertsteuer für Treibstoffe von bislang 23 Prozent auf 8 Prozent vor. Außerdem erhält der Energieminister die Möglichkeit, bis Ende Juni die Höhe der Energiesteuer auf Treibstoff zu reduzieren. Die Regierung hat bereits eine Senkung auf das nach EU-Recht zulässige Minimum von umgerechnet knapp sieben Cent pro Liter Benzin und Diesel angekündigt.

Überdies soll künftig ein maximaler Kraftstoff-Einzelhandelspreis gelten, der täglich vom Energieminister auf der Grundlage der durchschnittlichen Großhandelspreise und der Betriebskosten der größten Lieferanten festgelegt wird. Verstöße können mit Geldbußen von umgerechnet bis zu 230.000 Euro geahndet werden.

In Polen ist Treibstoff grundsätzlich sehr viel billiger als in Deutschland. Dies hatte kurz nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten für erheblichen Tanktourismus in den Grenzregionen gesorgt. Doch auch in Deutschlands Nachbarland sind die Preise in den vergangenen Wochen sehr stark gestiegen. Dies geht aus den Daten der EU-Kommission hervor, die einmal pro Woche Durchschnittspreise für die Länder veröffentlicht.

Ifo: Unternehmen wollen Preise wegen Iran-Krieg erhöhen

dpa | Wegen der Folgen des Iran-Kriegs wollen deutlich mehr Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts ihre Preise erhöhen. Der entsprechende Indikator kletterte um fünf Punkte auf den höchsten Wert seit März 2023, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. „Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten erhöhen.“

Seit Wochen greifen die USA und Israel Iran an, die Führung in Teheran attackiert ihrerseits die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten, in denen US-Soldaten stationiert sind. Zudem ist die Straße von Hormus de facto gesperrt, durch die ein großer Teil der weltweiten Rohstofftransporte geschifft wird. Daher steigen die Preise für Rohöl, Treibstoff, Gas und Strom.

„Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter“, sagte Wohlrabe. „Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen.“

Besonders stark steigen die Preiserwartungen laut Ifo in der Industrie sowie im Baugewerbe. Auch die konsumnahen Dienstleister, also zum Beispiel Gastronomie, Einzelhandel oder Gesundheit, erhöhten ihre Preiserwartungen kräftig. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Preisdruck über viele Branchen hinweg wieder zunimmt“, betonte das Ifo-Institut.

Iran richtet zwei Oppositionelle hin

rtr | In Iran sind einem Bericht staatlicher Medien zufolge zwei der Opposition nahestehende Männer hingerichtet worden. Sie hätten Verbindungen zur Organisation der Volksmudschahedin gehabt und seien wegen der Planung bewaffneter Angriffe in Teheran verurteilt worden, meldet das Nachrichtenportal der Justiz. Details zum Zeitpunkt der Festnahme der beiden Männer nennt das Portal nicht.

Starke Kurseinbrüche in Tokio und Seoul

dpa | Die Börsen in Ostasien haben die Handelswoche im Zuge des eskalierenden Iran-Kriegs mit deutlichen Kursverlusten begonnen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 brach zum Handelsstart ein und stand am Nachmittag (Ortszeit) rund 3,2 Prozent im Minus. Der südkoreanische Kospi sank ebenfalls um knapp 3,2 Prozent. Etwas milder fielen die Verluste in Hongkong aus, wo der Hang Seng Index am frühen Nachmittag rund 0,9 Prozent im Minus rangierte.

Die Märkte reagieren damit auf den weiter steigenden Ölpreis. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Mai liegt derzeit bei rund 115 Dollar und nähert sich seinem vor drei Wochen erreichten Zwischenhoch von 119,50 Dollar an. Die ostasiatischen Volkswirtschaften, insbesondere Japan und Südkorea, sind stark von Öllieferungen über die derzeit nahezu geschlossene Straße von Hormus vor Iran angewiesen.

Zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen

ap | Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben am frühen Montagmorgen zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hatte am Samstag erstmals seit dem Beginn des US-israelischen Krieges gegen Iran einen Raketenangriff auf Israel für sich reklamiert.

Angriffe auf Soldaten im Westjordanland vereitelt

ap | Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben zwei Angriffe auf Soldaten im besetzten Westjordanland vereitelt. Das Militär teilte am frühen Montagmorgen mit, israelische Soldaten hätten das Feuer auf zwei Männer eröffnet, die als Bedrohung eingestuft worden seien. Bei den zwei separaten Vorfällen sei einer der Männer getötet und einer „neutralisiert“ worden, hieß es.

Der Mitteilung zufolge rannte einer der Männer in der Nähe von Dura im Süden des Palästinensergebiets mit einem Messer auf Soldaten zu und wurde getötet. Der andere habe in der Nähe eines Dorfs nördlich von Jerusalem sein Auto beschleunigt und sei in Richtung israelischer Soldaten gefahren, die daraufhin das Feuer eröffnet hätten.

Brent nähert sich Marke von 120 Dollar

dpa | Die Ölpreise sind zum Start in die fünfte Handelswoche nach dem Beginn des Iran-Kriegs gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Mai stieg in der Nacht auf Montag um bis zu vier Prozent auf fast 117 Dollar. Damit näherte sich der Ölpreis wieder seinem vor drei Wochen erreichten Zwischenhoch von 119,50 Dollar an. Am frühen Morgen lag der Preis bei 115,55 Dollar und damit 2,7 Prozent höher als Ende vergangener Woche.

Seit Beginn des Iran-Kriegs hat sich die Referenzsorte Brent um fast 60 Prozent verteuert. Auch die Preise anderer Ölsorten zogen seit dem Angriff Israels und der Vereinigten Staaten auf Iran kräftig an. So kostet ein Barrel der US-Sorte WTI am Montagmorgen etwas mehr als 100 Dollar – und damit etwas über 50 Prozent mehr als vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Der Preisschub hat Folgen für Wirtschaft und Verbraucher weltweit, so sind unter anderem die Kosten für Treibstoff in die Höhe geschnellt.

UN-Blauhelmsoldat von Geschoss im Südlibanon getötet

afp | Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Mission im Libanon (Unifil) ist ein Blauhelmsoldat getötet worden. Der UN-Soldat sei am Sonntagabend getötet worden, als „ein Geschoss in einer Unifil-Stellung in der Nähe von Adschit al-Kusair explodierte“, teilte Unifil am Montagmorgen mit. Ein weiterer UN-Soldat sei lebensgefährlich verletzt worden. Nach Angaben der Regierung in Jakarta handelte es sich bei dem Todesopfer um einen indonesischen Soldaten.

„Wir kennen die Herkunft des Geschosses nicht“, teilte Unifil weiter mit. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, um die Umstände der Explosion zu klären. Die UN-Mission äußerte sich bestürzt über den Tod des Blauhelmsoldaten: „Niemand sollte jemals sein Leben verlieren, während er sich für den Frieden einsetzt.“

Das indonesische Außenministerium bestätigte später, ein indonesischer Blauhelmsoldat sei nahe Adschit al-Kusair getötet worden. In Onlinediensten sprach das Ministerium in Jakarta von drei verletzten Soldaten und forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Die Sicherheit und der Schutz der UN-Friedenstruppen müssten „zu jedem Zeitpunkt“ gewährleistet sein.

Die libanesische staatliche Nachrichtenagentur NNA hatte zuvor berichtet, die getroffene Stellung gehöre zu einem indonesischen Unifil-Bataillon. Die Stadt Adschit al-Kusair liegt nahe der Grenze zu Israel.

Israel meldet Raketenbeschuss und Angriffe auf Teheran

ap | Das israelische Militär hat neue Luftangriffe auf Iran geflogen. Angegriffen werde „militärische Infrastruktur“ in verschiedenen Teilen der Hauptstadt Teheran, teilte das Militär am Montagmorgen mit. Zuvor hatte die Armee den ersten iranischen Raketenbeschuss des Tages auf Israel gemeldet. Sirenen heulten in der Nähe des wichtigsten israelischen Atomforschungszentrums. Das Gebiet war in den vergangenen Tagen wiederholt Ziel von Angriffen. Auch in Bahrain gab es bis zum Morgen zweimal Raketenalarm.

Australien senkt Spritsteuern

ap | Australien will die Steuern auf Benzin und Diesel halbieren und eine Steuer für schwere Nutzfahrzeuge abschaffen, um die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten abzufedern. Die Regierung teilte am Montag mit, die Steuererleichterungen würden den Bund innerhalb von drei Monaten voraussichtlich 2,55 Milliarden australische Dollar (etwa 1,52 Milliarden Euro) kosten. Die Senkung der Spritsteuer werde am Mittwoch in Kraft treten, hieß es.

Israelisches Militär greift Infrastruktur in Teheran an

rtr | Das israelische Militär greift nach eigenen Angaben derzeit im gesamten Stadtgebiet von Teheran Infrastruktur der iranischen Führung an.

Trump meldet Zerstörung weiterer Ziele in Iran

dpa | Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump in Iran mehrere wichtige Ziele angegriffen und zerstört. „Großer Tag in Iran“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Viele seit langem verfolgte Ziele seien vom „großartigen“ US-Militär, dem besten und tödlichsten der Welt, ausgeschaltet und zerstört worden, erklärte er. Weitere Einzelheiten dazu nannte Trump jedoch nicht.

Indischer Arbeiter in Kuwait getötet

rtr | Bei einem iranischen Angriff auf ein Strom- und Wasserentsalzungswerk in Kuwait ist nach Angaben von Behörden ein indischer Arbeiter ums Leben gekommen. Zudem wurde ein Betriebsgebäude der Anlage beschädigt, teilte das kuwaitische Ministerium für Elektrizität und Wasser auf der Online-Plattform X ‌mit.

Trump legt weitreichende Zustimmung Teherans zu 15-Punkte-Plan nahe

ap | US-Präsident Donald Trump hat eine weitreichende Zustimmung Teherans zu einem 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende nahegelegt. Auf die Frage, ob Iran auf seinen Vorschlag reagiert habe, antwortete Trump an Bord des Regierungsfliegers Air Force One: „Sie haben uns die meisten Punkte gegeben. Warum auch nicht?“ Der Republikaner ging nicht näher auf die angeblichen Zugeständnisse der Islamischen Republik ein.

Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar hatte am Sonntag baldige Gespräche zwischen Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten angekündigt. Pakistan werde Gastgeberland der Gespräche sein. Dar machte zunächst keine Angaben dazu, ob es sich um ein direktes oder ein indirektes Gesprächsformat handeln werde.

Trump sieht Fortschritte bei indirekten Gesprächen mit Iran

rtr | Die indirekten Gespräche zwischen den USA und Iran über pakistanische Vermittler kommen nach den Worten von US-Präsident Donald Trump einem Zeitungsbericht zufolge gut voran. Ein Abkommen über eine Waffenruhe ‌könne ziemlich schnell erzielt werden, berichtet die Zeitung Financial Times unter Berufung auf Aussagen Trumps. Zudem erlaube Iran nun 20 Öltankern unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und damit doppelt so vielen wie zuvor. Dies habe der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf genehmigt.

Trump spekuliert über Einnahme der Insel Charg

ap | US-Präsident Donald Trump hat über eine Einnahme der iranischen Insel Charg durch US-Truppen spekuliert. „Vielleicht nehmen wir Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, sagte Trump der Financial Times in einem Interview, das in der Nacht zum Montag veröffentlicht wurde. „Das würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort sein müssten.“

Die Insel im Persischen Golf ist der wichtigste Ölhafen der Islamischen Republik. Über das dortige Tankerterminal wurden vor dem Krieg fast die gesamten iranischen Rohölexporte abgewickelt.

Hohe Dieselpreise belasten Nahverkehrsunternehmen

dpa | Angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise warnt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen vor Einschnitten im Nahverkehrsangebot (ÖPNV) der Kommunen. „Die stark gestiegenen Dieselpreise treffen die Verkehrsunternehmen in Deutschland in einer ohnehin wirtschaftlich angespannten Lage“, teilte der ÖPNV-Geschäftsführer beim VDV, Alexander Möller, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Die Branche kann die zusätzlichen Belastungen nicht mehr lange aus eigener Kraft auffangen.“

Die Unternehmen seien mit monatlichen Mehrkosten in sechsstelliger Höhe konfrontiert. Bund und Länder seien jetzt gefordert, den Unternehmen zu helfen und schnelle Lösungen für die Situation zu finden. „Nur mit politischer Unterstützung können Angebot und Ticketpreise im ÖPNV stabil bleiben“, betonte Möller.

Das fordert auch der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) – und warnt vor dem Wegfall von Buslinien insbesondere in ländlichen Regionen. „Wir stehen vor einer ernsthaften Gefährdung der Mobilität im Land“, teilte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg mit. Die Unternehmen könnten die Kosten in dieser Größenordnung nicht aus eigener Kraft abfangen.

Iran gestattet 20 Schiffen Fahrt durch Straße von Hormus

ap | Der Iran hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, 20 mit Öl beladenen Schiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Starten werde dies am Montagmorgen und für einige Tage andauern, erklärte der Republikaner in der Nacht zum Montag an Bord der Regierungsmaschine Air Force One. Es handle sich um ein „Zeichen des Respekts“ von Teheran.

„Ich kann nur sagen, dass wir in dieser Verhandlung sehr gut vorankommen, aber man weiß nie, was mit Iran passiert. Wir verhandeln mit ihnen, und am Ende müssen wir sie doch wieder in die Luft jagen“, sagte Trump.

IAEA: Schwerwasserreaktor in Iran getroffen

dpa | Irans Forschungsreaktor Chondab ist nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch Beschuss stark beschädigt worden. Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor sei nicht mehr betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X. Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene Kenntnisse der Einrichtung. Die Anlage enthalte kein deklariertes Nuklearmaterial. Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet, hieß es. Seit einem Monat führen Israel und die USA Krieg gegen das Land.

Drohnen der Huthi-Miliz abgefangen

dpa | Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat Israel erneut mit Drohnen angegriffen. Es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden, teilte die israelische Armee in der Nacht mit. Zuvor hatten im Raum der Hafenstadt Eilat am Roten Meer im Süden Israels die Sirenen geheult.

Die islamistische Huthi-Miliz war am Samstag an der Seite Teherans in den vor einem Monat von Israel und den USA gegen Iran begonnenen Krieg eingetreten. Innerhalb von kurzen Abständen feuerten die Huthi Raketen und Drohnen auf Israel ab, die jedoch nach israelischen Armeeangaben allesamt abgefangen wurden.

Über 100.000 zivile Einrichtungen in Iran beschädigt

dpa | Bei den israelisch‑amerikanischen Angriffen in Iran sind nach jüngsten Angaben des Roten Halbmonds mehr als 100.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Allein in der Hauptstadt Teheran wurden demnach fast 40.000 Wohngebäude und Geschäftseinheiten getroffen. Zudem seien in den vergangenen vier Wochen rund 600 Schulen und fast 300 Gesundheitszentren angegriffen worden, teilte der Rote Halbmond auf der Plattform X mit. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht verifizieren.

Zur Zahl der Todesopfer gibt es keine aktuellen Angaben. Das iranische Gesundheitsministerium teilte Anfang der Woche mit, dass seit Kriegsbeginn am 28. Februar dieses Jahres mehr als 1.900 Menschen getötet worden seien, darunter 240 Frauen und über 200 Kinder. In derselben Zeitspanne seien zudem mehr als 24.800 Menschen verletzt worden.

US-Ölverband dringt auf Öffnung von Hormus-Straße

ap | Der Chef des wichtigsten Lobbyverbands der US-Öl- und Gasindustrie dringt auf rasche Schritte zur Öffnung der Straße von Hormus. Das sei die einzige Lösung mit Blick auf die steigenden Verbraucherpreise und Energiekosten, sagte Mike Sommers, Präsident und CEO des American Petroleum Institute (API), dem US-Sender Fox News.

Sommers sprach sich für gezielte Maßnahmen gegen die iranische Führung aus, um das Ziel zu erreichen. Ansonsten werde sich das Problem mit der Zeit verschlimmern. Je länger der Handelsweg blockiert bleibe, desto höher stiegen die Preise, warnte Sommers. Sorge bereite ihm auch das Eingreifen der jemenitischen Huthi-Miliz in den Konflikt.

Netanjahu ordnet Ausweitung von Pufferzone an

afp | Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine Ausweitung der Pufferzone im Libanon zum Schutz israelischer Ortschaften angeordnet. Er habe die israelische Armee angewiesen, die bereits bestehende Sicherheitszone in dem nördlichen Nachbarland „weiter auszudehnen“, sagte Netanjahu am Sonntag in einer Videobotschaft. Damit solle „die Gefahr einer Invasion“ durch die pro-iranische Hisbollah-Miliz „endgültig neutralisiert und der Beschuss der Grenze mit Panzerabwehrraketen verhindert werden“.

Während eines Besuchs bei Soldaten sagte Netanjahu, die Hisbollah verfüge zwar noch über „Restkapazitäten“ zum Abfeuern von Raketen auf Israel. Die Miliz sei aber von den israelischen Streitkräften schwer getroffen worden. „Der Iran ist nicht mehr derselbe Iran, die Hisbollah ist nicht mehr dieselbe Hisbollah und die Hamas ist nicht mehr dieselbe Hamas“, sagte er. „Das sind keine terroristischen Armeen mehr, die unsere Existenz bedrohen – es sind besiegte Feinde, die um ihr Überleben kämpfen.“

Pakistans Außenminister kündigt US-iranische Gespräche an

ap | Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar hat baldige Gespräche zwischen Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten angekündigt. Pakistan werde Gastgeberland der Gespräche sein, erklärte Außenminister Ishaq Dar am Sonntag. Er machte zunächst keine Angaben dazu, ob es sich um ein direktes oder ein indirektes Gesprächsformat handeln werde. Aus Teheran und Washington lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.

Pakistan freue sich sehr darüber, dass sowohl Iran als auch die USA Vertrauen in die Rolle Pakistans bei der Vermittlung der Gespräche geäußert hätten, die in den „kommenden Tagen“ stattfinden würden, sagte Dar in einer Fernsehansprache, nachdem sich mehrere Außenminister der Nahost-Region in Islamabad zu Gesprächen über den Konflikt getroffen hatten.

Dar sagte, die Außenminister der Türkei, Ägyptens und Saudi-Arabiens unterstützten die pakistanischen Friedensbemühungen. Beobachter rechneten mit einem weiteren Treffen am Montag.

Iran warnt USA vor Einsatz von Bodentruppen

dpa | Iran hat die USA vor einer Bodenoffensive gewarnt. „Zweifelt keinen Augenblick an der Entschlossenheit unserer Soldaten“, sagte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Iran sei sich sicher, dass er die USA bestrafen und zur Reue bewegen könne, sodass diese es nicht mehr wagen würden, das Land anzugreifen. Man befinde sich in einem „großen Weltkrieg“, so Ghalibaf.

Er äußerte sich zudem skeptisch zu Vermittlungsversuchen. Die USA signalisierten Verhandlungsbereitschaft, planten aber heimlich eine Bodenoffensive, so Ghalibaf. Der Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte dem Staatssender Irib zufolge, eine Bodenoffensive oder Besetzung eines Teils des iranischen Territoriums sei ein „Wunschtraum“, man warte nur auf solch eine Aktion.

In deutlich schärferem Ton äußerten sich die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) zu einer möglichen Bodenoffensive. „(US-Präsident Donald) Trump würde mit einer solchen Aktion die amerikanischen Truppen den Haien im Persischen Golf zum Fraß vorwerfen“, erklärten die IRGC im Staatssender Irib. Trump sei eine „verlogene Person ohne psychisches Gleichgewicht“ und direkt verantwortlich für die aktuelle Misere und die daraus entstehenden Schäden.

Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass das US-Militär Pläne für einen möglichen Einsatz mit Bodentruppen in Iran vorbereitet hat. Zugleich bemühen sich Pakistan, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei bei einem Treffen der Außenminister in Islamabad um Deeskalation.

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