+++ Krieg in der Ukraine +++: Mehrere Tote und viele Verletzte nach Angriff auf Kyjiw
In der Nacht zu Donnerstag haben russische Raketen mindestens sechs Menschen getötet. Die Ukraine hat ihre Angriffe ebenfalls verstärkt.
ap/rtr | Bei einem russischen Raketenangriff sind in der Nacht zum Donnerstag in Kyjiw mindestens sechs Menschen getötet worden. 33 weitere Menschen wurden verletzt, wie der ukrainische Katastrophenschutz mitteilte. Die ganze Nacht über waren Explosionen in der Hauptstadt zu hören. Der Luftalarm dauerte bis in die frühen Morgenstunden an. Die Angriffe trafen zwölf Orte in den Kyjiwer Stadtbezirken Darnyskyj, Swjatoschynskyj und Solomjanskyj. Dabei wurden Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Rettungskräfte bargen Menschen, die unter Trümmern eingeschlossen waren.
Im Bezirk Solomjanskyj wurden die beiden obersten Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses zerstört. In weiteren Stockwerken brachen Brände aus. Auch in zwei Wohngebäuden und einem Schutzraum einer Schule waren Menschen eingeschlossen.
Russland hat seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt zuletzt verstärkt. Damit soll die ukrainische Luftabwehr geschwächt werden. Kyjiw verfügt nur über wenige Systeme, die ballistische Raketen abfangen können. Zudem sind die Bestände an Raketen für die in den USA hergestellten Patriot-Luftabwehrsysteme seit längerem knapp.
US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine zunächst Lizenzen zur eigenen Produktion von Patriot-Systemen genehmigt, diese Entscheidung später jedoch zurückgenommen.
Ukraine beschießt strategische Ziele in Russland
Die Ukraine hat ihrerseits ihre weitreichenden Angriffe auf Waffenlager, militärische Einrichtungen und andere strategische Ziele tief im russischen Staatsgebiet verstärkt. Damit soll Russlands Fähigkeit geschwächt werden, seine Angriffe auf ukrainische Städte fortzusetzen.
In der Großstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim wird erneut der Strom abgeschaltet. Dies sei notwendig, um eine Überlastung der Stromnetze außerhalb der Region zu verringern und einen weitreichenden Ausfall zu verhindern, teilt Gouverneur Michail Raswoschajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Unterbrechung solle einige Stunden dauern.
Die von Russland annektierte Halbinsel leidet nach ukrainischen Angriffen auf Energieanlagen bereits seit Wochen unter Stromausfällen und einer Treibstoffkrise. Die Behörden haben deshalb unter anderem den Tourismus in der Region bis September ausgesetzt.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert