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Die WahrheitTeigwaren für alle!

Bei der 399.133. Vollversammlung des Wahrheitklubs auf der Frankfurter Buchmesse wurde geknödelt, was die Masse hergab.

Die folgende Klubmitteilung des Wahrheitklubvorstands darf nur von Vollmitgliedern gelesen werden. Nichtmitgliedern ist es streng untersagt, den Textinhalt zur Kenntnis zu nehmen.

Ja, es war eine Massenknödelei, man kann es nicht besser in Worte fassen. Und das ohne Große Ente und ohne den honorablen Humormessias der Wahrheit Michael Ringel! Dafür tagten zu Frankfurt am Main am Buchmessensamstag und zu Ehren der 399.133. Vollversammlung des Wahrheitklubs als Exekutivorgan die Wahrheit-Redakteurin Harriet Wolff sowie als fast noch nigelnagelneues Wahrheitklubmitglied der taz-Redakteur für dies und das Andreas Rüttenauer. Deren beider bereits jetzt schon sagenumwobene Moderation am brühwarmen und stets überfüllten taz-Messestand unterstützte vor zahlreichem Humorfachpublikum der geniale Aktivrenter ©Tom – diesmal dabei als täuschend echt verkleideter Marcus Weimer aka Rattelschneck! Eine Augenweide sondergleichen, doch der Reihe nach …

Zum Abschluss der Tschechischen Woche der Wahrheit, denn das böhmischmährische Binnenland war dieses Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, gelang unter dem Motto „Teigwaren, Schrägstrich, Böhmische Knödel für alle!“ eine fulminante Wiederbelebung des Klubs, der sämtliche Karteileichen unter herzhaftem Gebuhe aufs Beschwingteste begrüßte. Am allerfulminantesten ausgebuht wurde selbstverständlich das bis in alle Ewigkeit und auch dieses Mal wieder angereiste treue Wahrheitklubmitglied Reinhard Bergmann aus Karlsruhe.

Der hatte sich als Bonus-Witz ausbedungen, dies eine Mal als dreimillioneinhundertstes Wahrheitklubmitglied begrüßt zu werden. Ein Wunsch, dem ©Tom aka Rattelschneck, Wolff und Rüttenauer nur zu gern nachkamen. Tatsächlich trägt Bergmann allerdings die Wahrheitklubmitgliedsnummer 33.333, aber nun gut. Unter stark geknödelten Geräuschen wurde ferner der allmächtige LAMINATOR präsentiert. Mit ihm werden Mitgliedsausweise im Zehnjahrestakt vakuumverpackt. Bingo!

Wo aber waren wir stehengeblieben? Richtig, bei der weiteren Ausgestaltung der diesjährigen Wahrheitklubvollversammlung. Dazu band sich Wolff ein blauweißkariertes Küchenhandtuch als tschechische Schürze um und schritt flugs zur flankierenden Live-Messeknödelherstellung. Denn Rüttenauer, der sie in dieser gastronomischen Funktion als Karola Gottova vorstellte, „weil Karel Gott so schön knödeln konnte und man das Nationalgericht darob einfach ‚Knödel‘ genannt hat“, hielt eine Rede auf Tschechien, „besser bekannt als ‚Böhmische Dörfer‘“, die es wahrhaft in sich hatte.

Zitierte der Oberknödler doch fulminante Fundstücke aus deutschen Medien, wo sich derartige „Böhmische Dörfer“ befinden beziehungsweise welche Wissenslücken mit ihnen verbunden sind. Demnach weiß etwa die Main-Post aus Würzburg, dass „Böhmen zwischen Wald und Aschaff liegt“ – und dass an einem legendären Blasmusik-Gig in Waldaschaff, „das Orchester den Böhmischen Abend fulminös beendete.“ Genauso fulminös die Feststellung des Münchner Merkur, der zu „Pflegestärkungsgesetz“ und „Pflegesachleistungszuschüssen“ schreibt: „Worthülsen, die gerade viele ältere Menschen oft an böhmische Dörfer erinnern.“ Fazit: So fulminant wie fulminös.

Flankierend dazu fand das große Wahrheitklubmessespiel unter extrem Geknödele statt. Bestand doch die Aufgabe des Publikums darin, ein „Lückentextknödeln“ hinzuknödeln, das sich geknödelt hatte. Den so vielfachen wie vielstimmigen Refrain „Böhmische Dörfer“ knödelten dann am knödelistigen auf Rüttenauers geknödelten Vortrag hin die angereisten Wahrheitklubfans Eva Schweitzer, Susi Knoblauch und Gerd Schweizer. Das Trio teilte sich schließlich einträchtig den ersten bis dritten Preis in Form einer einzigen tschechischen Halbliterflasche „Pilsner Urquell“. Letztere wurde lauwarm und live zu dritt ausgetrunken. Darauf einen Dujardin und bis nächstes Jahr! Und nie die Wahrheitklub-Devise vergessen: „Ridentem dicere verum“, Knödel hin, Knödel her.

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