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Neuer Preis-IndexUmweltverband gegen Preiserhöhung des Deutschlandtickets

Einen Tankrabatt gibt es, mehr Förderung fürs Deutschlandticket aber nicht? Das geht nicht, sagt der BUND. Am Mittwoch entscheidet sich der neue Preis für die Fahrkarte.

rtr/kna | Die voraussichtliche Preiserhöhung des Deutschlandtickets stößt auf Kritik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Es sei nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimache, aber das Deutschlandticket nicht wenigstens preisstabil halten könne, erklärte der Verein am Mittwoch in Berlin.

Für die Preisgestaltung des Pauschalangebots für eine deutschlandweite Nahverkehrsnutzung greift ab dem kommenden Jahr erstmals ein Index-Verfahren, auf das sich die Verkehrsminister der Länder im Frühjahr verständigt hatten.

Im Gespräch sei ein neuer Monatspreis von 66,90 Euro, berichtete die Rheinische Post und verwies auf das Umfeld des Koordinierungsrates Deutschlandticket. Dieses Gremium werde ‌am Mittwoch den neuen Preis festlegen. Darin sitzen Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und Verkehrsbranche.

Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim BUND, nannte das Deutschlandticket einen Meilenstein für die Mobilitätswende. „Die ständigen Diskussionen um das Ticket und seinen Preis sind ermüdend und erzeugen Unsicherheiten. Die Menschen brauchen langfristige Planbarkeit, um ihr Mobilitätsverhalten dauerhaft zu ändern“, sagte er. Um Mobilität mit mehr sozialer Teilhabe zu schaffen, brauche es außerdem ein günstigeres Angebot etwa für Geringverdiener oder Auszubildende und Studenten. Dieses dürfe nicht teurer als 29 Euro monatlich sein, so der BUND.

Derzeit haben rund 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket, mit dem man den öffentlichen ⁠Regional- und Nahverkehr bundesweit nutzen kann. Das Ticket kostet seit Anfang dieses Jahres 63 Euro im Monat, nach zuvor ‌58 ‌Euro. Für die Verkehrsverbünde ist ⁠es ein dickes Verlustgeschäft. Deshalb finanzieren Bund und Länder das Ticket mit ‌je 1,5 Milliarden Euro ‌pro Jahr.

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8 Kommentare

  • Holger Friedrichsen

    Bei dieser Diskussion wird immer vergessen dass das Ticket heute schon mit hohen Milliardenbeträgen aus Steuergeldern subventioniert wird. Die ich als Nichtnutzer über die Steuer mit bezahle. Was auch nicht erwähnt wird dass durch den hohen Ölpreis und die hohen Preise an der Tankstelle der Staat erhebliche Mehreinnahmen hat.

  • Josef 123

    "Es sei nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimache, aber das Deutschlandticket nicht wenigstens preisstabil halten könne, erklärte der Verein am Mittwoch in Berlin."

    "Der Bund will das Deutschlandticket auch 2026 mit 1,5 Milliarden Euro mitfinanzieren. Den gleichen Betrag schießen die Länder zu. Laut Verkehrsverbänden tut sich dennoch eine Deckungslücke von mindestens 500 Millionen Euro auf. Die norddeutschen Bundesländer fordern Planungssicherheit."



    (NDR, Stand: 06.08.2025 17:17 Uhr)

    Das sind 3 Milliarden Förderung / Jahr.



    Von redet der BUND?

  • MK

    Der Tankrabatt gilt natürlich auch für Verkehrsunternehmen. Damit profitiere auch die ÖPNV-Kunden mit und ohne Deutschlandticket.

    • totto

      @MK:

      Schön wärs, denn die ÖPNV-Unternehment werden nicht den Fahrscheinpreis um ein paar Cent senken weil es einen Tankrabatt für ihre Busse und teilweise noch Dieselgetriebene Züge gibt.

      • MK

        @totto:

        Für Autofahrer wird der Treibstoff auch nicht billiger im Vergleich zum Jahresanfang - sondern der Mehrpreis etwas abgefedert.



        Die Tickets von ÖPNV-Kunden wurden gar nicht erst teurer - aber der Tankrabatt reduziert die Erhöhung der Treibstoffkosten der Verkehrsbetriebe und stabilisiert so die Preiskalkulation.

  • Woodbine

    Gut finde ich die erneute Preissteigerung überhaupt nicht, ganz besonders im Angesicht des "Tankrabattes". Den man eigentlich nicht noch einmal hatte aktivieren wollen, - weil u. a. viel zu teuer und wenig zielgerichtet. Allerdings frage ich mich, wie die verschiedenen Verkehrsverbände - ohne nicht erfolgende staatliche Unterstützung - die niedrigen Preise stemmen können. Gerade im ländlichen Raum fehlt oft die Infrastruktur, sowohl bei fahrbarem Material wie beim Personal. Alles Dinge, die man angehen kann, - die aber auch kosten und dauern. Mehr als Tankrabatte?



    Hier, direkt an der Nord-Süd-Bahnstrecke, ist es für Berufspendler spannend geworden, ob man den Arbeitsplatz mit dem ÖPNV pünktlich erreicht oder nicht. Kommt der Zug einmal pünktlich (und fährt auch nach Hannover, ohne unterwegs stehen zu bleiben), scheitert es oft an den Straßenbahnen. Viele Pendler sind wieder aufs Auto umgestiegen, weil sie mit den Nerven am Ende sind und / oder nicht in Gleitzeit arbeiten.



    "Öffis" zu nutzen wird hierzulande beinahe bestraft. Oder als merkwürdiges Hobby bestaunt.

  • Chaos-NRW

    Der Tankrabatt soll die Bürger entlasten, weil der Sprit durch den Irankrieg deutlich teurer geworden ist, das Deutschlandticket ist davon naturgemäß nicht betroffen. Insofern hat die eine Maßnahme mit der anderen überhaupt nichts zu tun. Und das Deutschlandticket wird ohnehin bereits umfangreich subventioniert, selbst wenn es nun eine moderate Erhöhung gibt.

    • Oleg Fedotov

      @Chaos-NRW:

      Und die, welche als Fußgänger oder Radfahrer weder Bus noch Bahn nutzen, sind hier naturgemäß außen vor.



      Wobei sich ohnehin die Frage stellt, warum man die Nutzung von Verkehrsmitteln überhaupt subventionieren sollte. Schließlich gibt es durch die Pendlerpauschale schon eine Subvention, welche die berufsbedingten Fahrtkosten teilweise abdeckt. Denn hier werden nur tote Pferde (Verkehrsunternehmen) künstlich am Leben gehalten, welche sonst längst vom markt verschwunden wären.