Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD bleibt konstant, CDU nähert sich der 5-Prozent-Hürde
Exklusiv: Eine repräsentative Umfrage nach der Sachsen-Anhalt-Wahl im Auftrag von Campact sieht keinen Schub für die AfD. Andere Umfragen sehr wohl.
Foto: Jens Büttner/dpa
Kann die AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern von ihrem endsiegartigen Ergebnis in Sachsen-Anhalt profitieren? Drei neue Umfragen sehen unterschiedliche Effekte. Eine repräsentative Umfrage der Meinungsforschungsagentur Pollytix im Auftrag von Campact sieht die ultrarechte Partei in dem Bundesland bei 36 Prozent – und damit auf gleichem Niveau wie in vor der Sachsen-Anhalt-Wahl. Auf Platz zwei folgt nach wie vor die SPD mit Spitzenkandidatin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die der Umfrage zufolge auf 30 Prozent käme. Die Daten liegen der taz exklusiv vor.
Drittstärkste Kraft würde die Linke, die bei 12 Prozent liegt. Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern verliert der Befragung zufolge weiter und läge bei 6 Prozent, genau wie die Grünen. Das BSW wird auf 5 Prozent taxiert und könnte damit in den Schweriner Landtag einziehen. Die FDP würde den Einzug dagegen mit 2 Prozent klar verfehlen.
Erhoben wurden die Daten nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom vergangenen Sonntag. Sie basieren auf der Befragung von 1.252 Menschen, die sich online und telefonisch beteiligten.
Nach der am Donnerstag veröffentlichen ARD-Vorwahl-Umfrage wächst die AfD in Mecklenburg-Vorpommern um 3 Prozentpunkte auf 38 Prozent. 5 Punkte dahinter käme die SPD mit 33 Prozent. Die CDU müsste demzufolge mit starken Einbußen im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren rechnen und käme auf 7 Prozent.
Empfohlener externer Inhalt
Demokratische Mehrheit durch Kopf-an-Kopf-Rennen in Gefahr?
Campact-Geschäftsführer Felix Kolb blickt besorgt auf die Schwäche der CDU und der Grünen. Gegenüber der taz teilte er mit: „Eine Zuspitzung des Wahlkampfs auf ein Duell zwischen SPD und AfD ist riskant.“ Für die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns sei es nicht entscheidend, wer am Wahlabend auf Platz eins gelange. „Wichtiger ist, dass genügend demokratische Parteien für eine stabile Mehrheit in den Landtag einziehen.“
Die Strategie der SPD ist es, den Wahlkampf auf die Auseinandersetzung um Platz eins zuzuspitzen. Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt justierte man die Kampagne nach und plakatiert nun mit Schwesig als „die Frau gegen Blau“ – statt wie bisher als „die Frau für MV“.
Eine aktuelle Umfrage von Insa im Auftrag des Nordkuriers sieht die SPD 3 Prozentpunkte hinter der AfD (33 und 36 Prozent). Die CDU rutscht demnach auf 7 Prozent ab. Linke und Grüne bleiben stabil bei 11 und 5 Prozent. Das BSW wäre demzufolge mit 4 Prozent nicht im Landtag vertreten. Die Menschen wurden vor und nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt befragt.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert