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Analyse des Iran-KriegsEine Frage des langen Atems

Die Angriffe von Israel und den USA haben das Regime in Iran geschwächt, es bleibt dennoch gefährlich. Um zu gewinnen, muss es nur überleben.

Das Mullahregime muss nur überleben, um zu gewinnen: Plakate zeigen den getöteten Ali Chamenei (l) und seinen Sohn Modschtaba Foto: Vahid Salemi/ap/dpa

Die Zitterpartie geht wieder los: Kommt nun der TACO-Moment? TACO steht für „Trump always chickens out“ – Trump zieht immer zurück. Und ist mittlerweile ein stehender Ausdruck in den USA. Der Präsident hatte in einem Interview mit dem US-Medienportal Axios vor einigen Tagen erklärt: Der Krieg mit Iran würde „bald“ enden, es sei „praktisch nichts übrig“, was man noch angreifen könne.

Einige Analysten sehen das vor allem als Beruhigungsversuch in Richtung Finanzmarkt. Andere als Vorbereitung des Rückzugs. Der US-Präsident steht zu Hause unter Druck, der Krieg ist selbst unter seinen Wählern unbeliebt und macht sich auch im Alltag bemerkbar. Die Benzinpreise sind bereits um rund 11 Prozent gestiegen.

Dazu kommt die Situation in der Straße von Hormus. Fast 40 Prozent des global gehandelten Rohöls passierte Clarksons Research zufolge vor Kriegsbeginn die Meerenge zwischen Iran auf der einen und Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der anderen Seite. Hinzu kamen fast 20 Prozent des raffinierten Öls.

Das nutzt Iran nun. Manche Frachter – jüngst etwa mit Bezug zu China und Indien – dürfen passieren, andere werden angegriffen. Zudem sollen die Revolutionsgarden Seeminen verlegt haben.

Wie soll es weitergehen?

Dadurch ist der Weitertransport des Öls aus dem Golf auf den Weltmarkt de facto unterbrochen. Zwar wird nun aushilfsweise Öl mittels einer Pipeline quer durch Saudi-Arabien ans Rote Meer und damit weiter auf den Weltmarkt gebracht. Allerdings deutlich weniger als zuvor. Alle ölfördernden Länder in der Region fahren also die Produktion massiv herunter, was zu höheren Preisen führt.

Wer die Meerenge von Hormuz kontrolliert, kann Druck ausüben. Momentan ist das Iran. Dass die USA dem dortigen Regime diese Kontrolle abringen, gilt derzeit als unrealistisch. US-Schiffe wären schon beim Versuch, in die Meerenge einzufahren, ein leichtes Ziel für Angriffe.

Wie soll dieser Krieg also weitergehen? Dass Iran geschwächt ist, bezweifelt kaum ein Analyst. Das zeigt sich exemplarisch in den Daten der Angriffe Irans auf die Vereinigten Arabischen Emirate. In den ersten beiden Kriegstagen schoss Teheran insgesamt mindestens 150 Raketen und knapp 550 Drohnen auf das Gebiet. Am 9. und 10. März waren es nur noch 24 Raketen und 53 Drohnen.

Hinzu kommt: Hohe Funktionäre der Revolutionsgarden und des Verteidigungsapparats sind tot, viele Raketenabschusssysteme, Basen der Revolutionsgarden und der Schlägertruppe Basij, Polizeistationen, Gerichte und Einrichtungen der Justiz wurden getroffen. Und nach dem Tod des Obersten Führers Ali Chamenei ist zwar sein Sohn Modschtaba zum Nachfolger ernannt worden, soll aber Berichten zufolge verletzt in einer Klinik liegen. Manche wähnen ihn gar bereits tot.

Doch Berichte von vor Ort zeigen auch, dass das Regime noch existiert. Es patrouilliert schwer bewaffnet auf den Straßen, schüchtert die Bevölkerung ein, passt sich an, macht weiter. Um diesen Krieg zu gewinnen, muss es einfach nur überleben. Ein geschwächtes, aber intaktes Mullahregime wäre wohl auch für die Golfstaaten das Worst-Case-Szenario.

Ein geschwächtes, aber radikalisiertes Regime in Iran könnte weiter mit Gewalt Druck ausüben. Etwa gegen die US-Präsenz in der Region oder eine weitere Annäherung an Israel.

Die Analystin Dania Thafer, Leiterin des Thinktanks Gulf International Forum, sagt dazu: „Militärisch gesehen sind die USA auf der Gewinnerseite. Politisch gesehen haben sie und Israel in Bezug auf Iran aber fast nichts erreicht“.

Wie kommt man aus diesem Krieg also wieder raus? Ziehen sich die USA zurück, ginge das wohl einher mit Vorwürfen seitens der Golfstaaten – und einem Gesichtsverlust Trumps, einen Krieg verloren zu haben. Das dürften auch China und Russland genau beobachten. Hält der Krieg an, klettert der Ölpreis weiter und weiter, während den USA ebenfalls langsam die Vorräte an Kriegsgerät wie Luftabwehrraketen ausgehen. Also zurück zum Verhandlungstisch? Das Regime weiß ja selbst, dass es einfach nur den längeren Atem braucht.

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7 Kommentare

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  • Das Regime hat einen langen Atem und es hat Anhänger, soweit ist das zutreffend, aber die stetige Schwächung der militärischen Sicherheitstrukturen steigert auch die Anfälligkeit für ein Ende per Aufstand.



    Den kann aber Trump nicht anordnen. Auch nicht Reza Pahlavi kann das auslösen, aber das Szenario eines Bürgerkriegs ist nicht abwegig.



    Hintergrund ist die Spaltung des Landes in drei Lager, eines (1) pro-Regime teilweise in Milizen organisiert, ein neutrales Lager und (3) ein Oppositionslager. Wenn Lager 1 gegen Lager 3 wirklich antritt und Trump die Opposition bewaffnet, dann könnte sich der Iran in einem Bürgerkrieg auflösen.



    Bislang scheint Trump diese Option nicht zu favorisieren, zu hoch die Risiken und zu unklar, was dabei rauskommen könnte.



    Das größe Problem von Trump ist, dass ein aktiver Iran in Händen von Hardlinern immer gefährlicher wird - für Israel aber auch für die USA und die Golfstaaten.



    Iran hat bisher eher auf eine Strategie gesetzt, die auch noch auf mili. Expansion ausgerichtet gewesen ist. Damit können die USA nicht gut leben. Israel kann das gar nicht hinnehmen. Insofern stehen dem Iran bittere Monate bevor.

  • 3.""..Dass Iran geschwächt ist, bezweifelt kaum ein Analyst.""



    ==



    Die Terrororganisation Hamas in Gaza (!!!) hat den Iran aufgefordert, Angriffe auf Nachbarstaaten zu beenden. Die Begründung: ""Die Staaten in der Region sollten zusammenzuarbeiten, um diese (US) Aggression zu stoppen und um die brüderlichen Beziehungen untereinander zu bewahren“".



    =



    Übersetzung: Die politische Zusammenarbeit der Hamas mit den



    8 Golfstaaten & mit dem Terrorregime im Iran sieht die Hamas als wesentlich und wichtig an - unter Umständen auch wichtig für das Überleben der Hamas?



    =



    In der Realität hat der Iran gerade die Zusammenarbeit mit den Golfstaaten durch die Bombardierungen torpediert - und setzt nach Aussagen der Hamas - durch die Aufsplitterung der "Achse des Widerstands" und des politischen Arms der Hamas in Katar die eigene Existenz aufs Spiel.?



    =



    Iran geschwächt - keine Frage - aber in welchen Bereichen geschwächt ist die Frage, wann Trumps Bedingungen zu einer Beendigung des Krieges erfüllt sind.



    =



    Nach der Atomfrage ist es die Bedingung das der Einfluss des Mullahregimes auf politische Entwicklungen im Nahen Osten - siehe Palästina und Israel - endgültig gekappt werden.

  • So etwas kommt halt dabei raus, wenn man ohne Plan und ohne echte Menschenkenntnis einen Krieg beginnt.







    Das Mullah Regime ist ganz sicher zutiefst verabscheuungswürdig, aber zu glauben mit ein paar Bomben schlägt es sich schon bald in die Büsche, ist zutiefst naiv. Hier geht es ganz massiv auch um die Verteidigung von Ehre (in dem Sinne wie es die Mullahs verstehen).







    Trump wird diesen Krieg verlieren..ob nun an den Zapfsäulen, der Wirtschaft, bei der MAGA Bewegung oder bei den Midterms.







    Und es wird Zeit, daß endlich mal alle aufwachen: Krieg hat noch NIE irgend etwas Gutes bewirkt.!!!







    Die neuerdings häufig zu hörende Ansicht, daß der Zweck (natürlich nur in diesem Fall) die Mittel heilige, ist so falsch wie sie immer war. Jede Relativierung von Angriffskriegen ist scheinheilig und dafür das Völkerrecht zu übergehen ist riskant und dumm.!!!







    Frieden kann es langfristig nur geben, wenn sich alle an gemeinsame Spielregeln halten. Jede kurzsichtige Relativierung ist also nur eine mittel- bis langfristige Rechtfertigung für immer heftigere Kriege.







    Das sollten sich wirklich alle wieder klarmachen..denn:







    .."war..what is it good for.? .. absolutely nothing .."say it again".

  • 1,,



    Das Prinzip im Handeln von Trump ist Vanadalismus mit dem Ziel, durch das Chaos die Konsolidierung der eigenen Macht voran zu treiben. Nach der Stiftung Wissenschaft & Politik (SWP) ist es nicht sicher, dass die midterms 2026 und die Präsidentschaftswahlen 2028 frei und fair ablaufen werden. Das bedeutet: Sich Hoffnungen zu machen dass der Trumpsche Vandalismus absehbar endet sind aus europäischer Sicht fehl am Platz,



    =



    "- Situation Str. von Hormus.-"



    USA haben mehr als 90 militärische Ziele auf der iranischen Ölexportinsel Charg zerstört - aber die Ölverladeeinrichtungen, über die der Iran sein Öl verschifft sind weiterhin intakt. Die Zerstörung der Ölinfrastruktur würde ein sicheres baldiges wirtschaftliches Ende des Iran bedeuten - aber die Bombardierung rein militärischer Ziele zeigt, das Trump darauf abzielt --



    wie in Venezuela - die Kontrolle über das iranische Öl zu erreichen. Das Ziel Trumps wird deutlich um Chinas Zugang zu Öl aus Venezuela & Iran unter amerikanische Kontrolle fallen zu lassen. Verminen kann der Iran die Meerenge nicht - weil er sich damit vom Export abschneiden würde -Tanker nach China & Indien bekommen momentan vom Iran freie Durchfahrt.

  • Überlebt das Regime den Krieg aber tausende Basiji, Polizisten und IRGC sind tot und zehntausende weitere verwundet. Die Infrastruktur zur Unterdrückung ist zerstört dann wird das Regime erneute Proteste nicht überleben.

  • Die Kernfrage lautet wie immer, welchen Druck und welches Angebot brauchen die, denen eigentlich egal ist, wem sie dienen. Hauptsache der eigene Kopf lässt sich retten. In diese Richtung gehen wahrscheinlich auch die Überlegungen der amerikanischen Regierung.

  • Trump hat zu Beginn seiner ersten Amtszeit die Frage gestellt, warum man denn die Nuklearwaffen nicht nutzt, da man sie doch habe....



    Hoffentlich zieht er nicht diese Option - es ist ihm zuzutrauen....