piwik no script img

+++ Reaktionen zu Zoll-Ankündigungen +++Ausverkauf an der Wall Street

Investoren stoßen im großen Stil ihre Aktien ab. Viele Staaten bereiten Gegenmaßnahmen vor. Russland bleibt von den US-Zöllen verschont.

Der Automobilsektor wird besonders von den Zöllen betroffen sein Foto: picture alliance/dpa/AP | Ahn Young-joon

Italien will Green-Deal-Aussetzung der EU

15:50 Uhr: Italien möchte zur Entlastung der besonders von den US-Zöllen betroffenen europäischen Auto-Industrie die Vorschriften zur Senkung von Industrieemissionen aussetzen. Industrieminister Adolfo Urso kündigt vor dem Parlament in Rom an, er werde sich dafür bei der Europäischen Union einsetzen. Ein entsprechender Antrag werde bei der EU eingereicht. (rtr)

Wall Street quittiert Trumps Zölle mit Aktienverkäufen

15:46 Uhr: Mit Aktienverkäufen in großem Stil haben Investoren auf ebenso umfangreiche wie hohe Importzölle der Regierung Trump reagiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte zum Handelsauftakt 2,7 Prozent auf 41.098 Punkte ein. Er vermied jedoch zunächst einen Rückfall unter das jüngste Tief von Mitte März bei 40.661 Zählern. Es wäre der größte prozentuale Tagesverlust des Dow seit September 2022.

Noch größer waren die Verluste an der von großen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 Index sackte um 3,9 Prozent auf 18.828 Punkte ab und fiel auf das niedrigste Niveau seit September vergangenen Jahres. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von mehr als 10 Prozent zu Buche.

Der S&P 500 rutschte um 3,2 Prozent auf 5.487 Zähler ab. Auch dieser marktbreite Index fand sich auf dem tiefsten Stand seit September 2024 wieder. (dpa)

Von US-Zöllen verschont: Russland, Belarus, Kuba und Nordkorea

14:42 Uhr: Russland, Belarus, Kuba und Nordkorea erscheinen nicht auf der vom Weißen Haus veröffentlichten Liste der Länder, die mit höheren „gegenseitigen“ Zöllen belegt werden. Auf die Frage, warum Russland nicht auf der Liste stehe, sagte Finanzminister Scott Bessent dem Sender Fox News, die Vereinigten Staaten handelten nicht mit Russland und dessen engen Verbündeten Belarus, und diese Länder stünden unter Sanktionen. Der Warenhandel zwischen Russland und den USA betrug im vergangenen Jahr nach US-Angaben 3,5 Milliarden Dollar. Im Jahr 2021, dem Jahr vor der russischen Invasion in der Ukraine, waren es noch 36 Milliarden Dollar. (rtr)

Wegen Zölle gegen Vietnam und Kambodscha: Auch Sportkleidung wird in den USA teurer

14:30 Uhr: Sneaker und Hoodies dürften in den USA wegen der hohen Zölle gegen asiatische Länder wie Vietnam und Kambodscha deutlich teurer werden. Die weltgrößten Sportartikelfirmen Nike, Adidas und Puma lassen dort mehr als 90 Prozent ihrer Schuhe und Sportkleidung fertigen und können kurzfristig auch kaum ausweichen. Eine nennenswerte Produktion gibt es weder in den USA noch in Europa.

Die Zölle könnten die Margen in der ganzen Branche um mehr als zehn Prozentpunkte drücken, sagte Metzler-Analyst Felix Dennl am Donnerstag. Die Verbraucher in den USA dürften zudem weniger für Textilien ausgeben. „Die Sportartikelhersteller werden wohl mit Preiserhöhungen in den USA reagieren“, sagte Dennl. Nach Berechnungen der UBS müssten die Preise allein wegen der Zölle gegen Vietnam um zehn bis zwölf Prozent erhöht werden. (rtr)

Eine Insel, zwei Zölle: Probleme in Irland und Nordirland

14:01 Uhr: Die Strafzölle führen auf der geteilten irischen Insel zu „enormen Komplexitäten“ bei Handelsfragen. Für Exporte aus Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört, werden in den USA die niedrigeren Zehn-Prozent-Zölle gelten, für Güter aus dem EU-Mitglied Irland werden 20 Prozent fällig. „Um ehrlich zu sein, wird derzeit intensiv daran gearbeitet, dieses Thema im Detail zu analysieren“, sagte der irische Vize-Regierungschef Simon Harris dem Sender RTÉ. Kompliziert wird es laut Harris vor allem bei Produkten mit grenzüberschreitender Produktion. (dpa)

Drinks in US-Bars werden teurer – Umsatzeinbruch und Jobabbau drohen

13:31 Uhr: In den USA werden Liebhaber von Cocktails, Champagner und ausländischen Bieren wegen der verhängten Einfuhrzölle tiefer in die Tasche greifen müssen. Darüber hinaus dürften Spirituosen-Marken von den Speisekarten der Bars verschwinden und auf beiden Seiten des Atlantiks Arbeitsplätze verloren gehen, erklärten Branchenverbände und Analysten der Getränkeindustrie am Donnerstag. Experten der Großbank UBS schätzten, dass die großen börsennotierten Spirituosenhersteller ihre Preise um zwei bis fünf Prozent erhöhen müssten, um die Zölle zu decken. Alternativ könnten sie die Kosten selbst tragen zum Preis von Gewinneinbußen. (rtr)

US-Zölle treffen auch entlegene Inseln und Mini-Staaten

13:31 Uhr: Präsident Trumps US-Zölle treffen nicht nur große Wirtschaftsnationen, sondern auch abgelegene Inseln – teils unbewohnt oder mit wenigen Bewohnern.

Unter ihnen: Die Heard- und McDonaldinseln im südlichen Indischen Ozean. Sie gehören zu mehreren australischen Außengebieten, die auf Trumps Zollliste separat aufgeführt werden. Das vulkanische Archipel liegt rund 4.000 Kilometer südwestlich von Australien und gehört zu den entlegensten Orten der Erde. Seevögel, Robben und Pinguine leben dort in großen Kolonien. Dennoch: Das Gebiet exportierte im Jahr 2022 der Weltbank zufolge Produkte im Wert von 1,4 Millionen US-Dollar in die Vereinigten Staaten.

Auch auf der neuen US-Zollliste: das britische Überseegebiet im Indischen Ozean. Dieses umfasst die Insel Diego Garcia, die von den USA und Großbritannien als Militärstützpunkt genutzt wird. Die Inselgruppe ist außer dem militärischen Personal unbewohnt: Die Bewohner wurden in den 1970er-Jahren umgesiedelt, als die USA den Stützpunkt errichteten.

Weitere ungewöhnliche Regionen sind die Kokosinseln im Indischen Ozean mit rund 600 Einwohnern, die vor allem für Touristen für ihre tropische Schönheit bekannt ist, oder die Pazifikinseln Tokelau Norfolk mit jeweils rund 2000 Bewohnern. (dpa)

EU-Handelskommissar will am Freitag mit US-Regierung sprechen

12:40 Uhr: EU-Handelskommissar Maros Sefcovic will am Freitag mit Vertretern der US-Regierung über den Zollkonflikt sprechen. Dies kündigt er auf der Plattform X an. „Wir werden ruhig, schrittweise und einheitlich handeln, während wir unsere Antwort abstimmen und ausreichend Zeit für Gespräche lassen. Wir werden jedoch nicht tatenlos zusehen, sollten wir keine faire Vereinbarung erreichen können“, erklärt Sefcovic. (rtr)

Spanien kündigt Milliarden-Hilfspaket an

12:37 Uhr: Spanien will nach den neuen US-Zöllen die heimische Wirtschaft mit einem Hilfspaket im Volumen von 14,1 Milliarden Euro unterstützen. 7,4 Milliarden Euro davon seien für neue Finanzierungen geplant, sagt Ministerpräsident Pedro Sanchez. 400 Millionen Euro seien für die Unterstützung des E-Autosektors vorgesehen. Auch die Europäische Union müsse ein Paket mit Gegenzöllen und anderen Maßnahmen schnüren. „Die Rückkehr der USA zum Protektionismus des 19. Jahrhunderts ist kein intelligenter Schachzug“, sagt Sanchez. „Europa wurde bereits im Osten angegriffen durch Russland, nun kommen die Handelsangriffe aus dem Westen.“ (rtr)

Baerbock spricht von „Tag der Inflation“

12:14 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock spricht von einem „absolut schlechten Tag“ für die Weltwirtschaft. Für Europa sei dies kein „Tag der Liberation“ und für die US-Verbraucher eher ein „Tag der Inflation“, sagt Baerbock vor Beratungen der Nato-Außenminister in Brüssel. Europa sei an einem Handelskrieg nicht interessiert, werde seinen Binnenmarkt aber schützen, falls dies notwendig sei. (rtr)

Frankreich rechnet mit EU-Maßnahmen gegen US-Digitalkonzerne

11:39 Uhr: Nach der Ankündigung massiver Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump rechnet Frankreich im Gegenzug mit EU-Maßnahmen gegen US-Digitalkonzerne. In ihrer Antwort auf die Zölle könne die EU wohl „die digitalen Dienste angreifen“, sagte die französische Regierungssprecherin Sophie Primas am Donnerstagmorgen in Paris. Die EU sei „bereit zu einem Handelskrieg“.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte die Zölle in der Nacht als „schweren Schlag für die Weltwirtschaft“. Sie kündigte ein „neues Paket“ von Gegenmaßnahmen der EU-Länder an, ließ die Tür für Verhandlungen aber offen. Es sei „noch nicht zu spät“ für Gespräche, sagte sie in Richtung des US-Präsidenten.

In Handelsfragen ist in der EU die Kommission in Brüssel zuständig, sie berät sich mit den Mitgliedstaaten. Eine Digitalsteuer etwa kann die Kommission nicht eigenhändig einführen – sie könnte aber Strafen gegen US-Digitaldienste wie Google, Apple und Meta wegen Verstößen gegen die europäischen Digitalgesetze und Wettbewerbsregeln verhängen, wegen denen in Brüssel bereits Verfahren laufen. (afp)

EU bereitet Gegenmaßnahmen vor

10:35 Uhr: Die EU bereitet nach der Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump Gegenmaßnahmen vor, will aber gesprächsbereit bleiben. „Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer Staaten in Usbekistan. Man werde auch genau beobachten, welche indirekten Auswirkungen die Zölle haben könnten. Die EU könne keine globale Überkapazität auffangen und auch kein Dumping auf seinen Märkten akzeptieren.

Zugleich betonte die deutsche Spitzenpolitikerin, es sei noch nicht zu spät für Verhandlungen, und appellierte an die US-Seite, sich auf Gespräche einzulassen. Ziel müsse es sein, Handelshemmnisse abzubauen, und nicht, sie zu erhöhen. Zu den Entscheidungen Trumps sagt von der Leyen, die Universalzölle gegen die ganze Welt seien ein schwerer Schlag für die Weltwirtschaft, und es seien immense Folgen zu erwarten. „Millionen von Menschen werden mit höheren Lebensmittelrechnungen konfrontiert sein. Medikamente werden teurer, ebenso der Transport. Die Inflation wird ansteigen. Und dies schadet vor allem den wirtschaftlich schwächsten Bürgern“, erklärte sie.

Zudem würden auch große wie kleine Unternehmen vom ersten Tag an unter dieser Entscheidung leiden – unter anderem durch größere Unsicherheit, unterbrochene Lieferketten und aufwendige Bürokratie. Hinzu komme, dass es in dieser Unordnung keine Ordnung zu geben scheine, sagte von der Leyen. „Es gibt keinen klaren Weg durch die Komplexität und das Chaos, das geschaffen wird, da alle Handelspartner der Vereinigten Staaten betroffen sind.“

Die Bürgerinnen und Bürger in der EU rief sie dennoch auf, nicht die Zuversicht zu verlieren. Sie wisse, dass viele Menschen von dem ältesten Verbündeten enttäuscht seien, sagte sie. Europa habe aber alles, was es brauche, um diesen Sturm zu überstehen. Man werde zusammenhalten und sich füreinander einsetzen. Mit dem besonders von den Zöllen betroffenen Automobil- und Pharmasektor kündigte sie schnelle Gespräche über mögliche Unterstützung an. (dpa)

Eurokurs legt nach US-Zollpaket weiter zu

08:03 Uhr: Der Euro hat nach der Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump weiter zugelegt. Der Kurs für die Gemeinschaftswährung stieg in der Nacht auf Donnerstag bis auf knapp 1,0925 Dollar. Zuletzt gab der Euro einen Teil der Gewinne wieder ab, kostete aber mit 1,0907 Dollar immer noch mehr als vor der Pressekonferenz von Trump zu den Zöllen am Mittwochabend um 22 Uhr. Kurz davor hatte der Euro 1,0850 Dollar gekostet. (dpa)

Neue US-Zölle machen Börsen in Asien zu schaffen

07:51 Uhr: Die beispiellosen US-Zollerhöhungen sorgen für starke Kursverluste an den Börsen in Asien. Der 225 Werte umfassende Tokioter Nikkei-Index rutschte am Donnerstag um gut drei Prozent auf 34.570 Punkte ab. Der breiter gefasste Topix verlor fast vier Prozent auf 2548 Zähler. Damit verzeichneten die beiden Börsenbarometer ihre größten Tagesverluste seit rund einem halben Jahr. In China gaben die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen jeweils rund ein halbes Prozent nach. (rtr)

Indien stellt sich im Edelsteingeschäft auf starken Exportrückgang ein

07:50 Uhr: Die US-Zölle in Höhe von 26 Prozent werden Indiens 32 Milliarden Dollar schwere Edelstein- und Schmuckindustrie belasten und zu einem starken Exportrückgang führen. „Der Zoll ist höher als erwartet“, sagte Colin Shah, Geschäftsführer von Kama Jewelry, einem der führenden Diamantschmuckhersteller Indiens, gegenüber Reuters. Das werde den Export beeinträchtigen. Auf die USA entfallen fast zehn Milliarden Dollar oder 30,4 Prozent von Indiens jährlichen Edelstein- und Schmuckexporten. (rtr)

Dollar bricht nach US-Zöllen ein – Euro im Aufwind

07:35 Uhr: Die drastischen Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump lassen den Dollar einbrechen. Der Dollar-Index verlor am Donnerstag in der Spitze 0,8 Prozent auf 102,9840 Punkte und markierte damit den tiefsten Stand seit Mitte Oktober 2024. „Die Anleger wollen kein Risiko eingehen und preisen ein schwächeres globales Wirtschaftswachstum ein,“ sagte Kyle Rodda von Capital.com. Investoren fürchten, dass es zu einem umfassenden Handelskrieg kommt, der die Konjunktur weltweit in Mitleidenschaft zieht.

Der Euro konnte nach den Zollankündigungen Boden gut machen. Die Gemeinschaftswährung stieg um bis zu 0,7 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1,0935 Dollar. Rodrigo Catril, Währungsstratege bei der National Australia Bank, sagte, die Widerstandsfähigkeit des Euro sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sich Europa angesichts der US-Zölle auf die Unterstützung seiner Wirtschaft konzentriere, statt nur auf Vergeltungsmaßnahmen zu setzen. Ebenfalls im Aufwind war die japanische Landeswährung, die in Krisenzeiten traditionell als sicherer Hafen angesteuert wird. Der Dollar verlor zeitweise 1,4 Prozent auf 147,12 Yen. (rtr)

Taiwan will verhandeln

07:27 Uhr: Taiwans Regierung hält die von den USA erhobenen Zölle für unangemessen und will mit der US-Regierung darüber sprechen. Taiwanische Produkte werden mit einem Zoll von 32 Prozent belegt, ausgenommen sind Halbleiter. Die taiwanische Regierung erklärt, sie bedauere die „unangemessenen“ US-Zölle, werde sich um eine Klärung bemühen und die Gespräche mit Washington fortsetzen, um sicherzustellen, dass die Interessen Taiwans geschützt werden. (rtr)

EU sucht neue Partner

07:09 Uhr: Die Europäische Union sollte nach den Worten von EU-Ratspräsident Antonio Costa nach den neuen US-Zöllen Freihandelsabkommen mit anderen Ländern abschließen. „Wir werden mit allen unseren Partnern zusammenarbeiten und unser Handelsnetz weiter stärken und ausbauen. Jetzt ist es an der Zeit, die Abkommen mit Mercosur und Mexiko zu ratifizieren und die Verhandlungen mit Indien und anderen wichtigen Partnern entschlossen voranzutreiben“, schrieb Costa in einem Beitrag auf X. (rtr)

Macron lädt ein

06:45 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron lädt Vertreter sämtlicher Branchen, die von den US-Zöllen betroffen sind, in den Élysée-Palast. Das Treffen soll im Laufe des Tages stattfinden, wie das französische Präsidialamt mitteilt. (rtr)

Protest aus China

05:45 Uhr: China fordert die USA auf, ihre neuesten Zölle unverzüglich aufzuheben, und kündigt Gegenmaßnahmen an. „China lehnt dies entschieden ab und wird Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen zu schützen“, so das chinesische Handelsministerium in einer Erklärung. Der Schritt der USA missachte den Interessenausgleich, der in multilateralen Handelsverhandlungen im Laufe der Jahre erreicht worden sei. (rtr)

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

16 Kommentare

 / 
  • "Russland, Belarus, Kuba und Nordkorea erscheinen nicht auf der vom Weißen Haus veröffentlichten Liste der Länder (...) Auf die Frage, warum Russland nicht auf der Liste stehe..."



    Warum Russland da nicht steht, ist nicht wirklich rätselhaft.



    Was ist aber überhaupt nicht verstehe, ist Kuba. Seit wann ist Trump Kuba-Fan?

  • "Investoren stoßen im großen Stil ihre Aktien ab." Und wieder mal diese von kompletter Ahnungslosigkeit zeugende Formulierung. Nein, an jedem einzelnen Tag werden genau so viele Aktien gekauft wie verkauft. Mit derselben unsinnigen Berechtigung könnte man also behaupten: "Investoren kaufen Aktien wie wild."

    • @PeterArt:

      "an jedem einzelnen Tag werden genau so viele Aktien gekauft wie verkauft."



      Theoretisch richtig. Die Frage ist dabei, zu welchem Preis. Und wenn die Preise sinken, sind offenbar mehr Leute willens zu verkaufen als zu kaufen.



      Markt halt.

  • Bin gespannt, ob mal einer Trump darauf aufmerksam macht, dass die ganzen MAGA-Caps, -Klamotten und -Transparente zu 100% in Südostasien gefertigt werden. Seinen Jüngern werden sie erzählen, dass die Verteuerungen durch die radical left lunatics verursacht werden, aber seine Lizenzeinnahmen werden sinken, und der Mann braucht offenbar dringend jeden Cent.

  • Irgendwie berichtet ihr nur von der Wall Street wenn es dort bergab geht und es euch damit ins Raster passt...🤷‍♂️



    Als die Tesla, Amazon und co zuletzt abstürzten gab es hier auch reichlich Häme - das in den zwei Wochen danach beispielsweise Tesla wieder um 20% gestiegen ist, darüber habt ihr hingegen kein Wort verloren...



    Trumps Zollpolitik ist freilich Gift ☠️, aber wenn man eurer Berichterstattung folgt, dann müsste Tesla längst ins Bodenlose gestürzt sein - tatsächlich aber ist Tesla mit Blick auf den letzten Monat nur um 10% gefallen, heute kamen bis dato nochmal 5% dazu.



    Seit Jahresbeginn, wo alle Werte auf einem Hoch rangierten, ging es sogar um 30% abwärts, aber auf das letzte Jahr betrachtet stehen immer noch über 50% Gewinn zu Buche...😯



    Wie gesagt, Trumps Zollpolitik ist Gift und der Boykott Musks und damit Teslas schlägt fraglos hart ins Kontor, aber ein "Ausverkauf", wie in der Überschrift behauptet, sieht für mich dennoch ganz anders aus.



    Viele nutzen auch gerade die Möglichkeit und kaufen billig nach, das lässt sich sehr gut an den täglichen Orders ablesen.

    • @Farang:

      Tesla ist ein ganz schlechtes Beispiel. Der Preis der Aktie ist ein reiner Phantasiewert. Zahlen 2024: KGV 183, KBV 17,8



      Zum Vergleich Ford Motor: KGV 6,7 KBV 0,88



      Würde die Tesla-Aktie genau so gehandelt wie die Ford-Aktie, dürfte sie etwa zwischen 5$ und 15$ liegen.



      Phantasiepreise brechen schnell ein, wenn irgend etwas die Stimmung trübt. Und das passiert dieses Jahr.



      Ich sollte mir wohl mal die Preise der PUTs ansehen, die weit out of money sind....

  • " „Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen"



    Man möchte schreien.



    Das hätte längst fertig sein können und müssen, um quasi per Knopfdruck als sofortige Reaktion in Kraft gesetzt zu werden.



    Kommt ja schließlich nicht überraschend oder so.

    • @Encantado:

      Das kann man in einer handvoll Exceltabellen ganz simpel vorbereiten.



      Sind die fertig, trägt man einfach die täglich neue US-Zollentscheidung ein und hat in weniger als einer Sekunde Vorschläge für Gegenmaßnahmen.



      Für den effizienten Einsatz könnte man Regeln formulieren, die z.B aus US-Zöllen auf Stahl und Aluminium den EU-Zoll auf Harley Davidson oder Jack Daniels berechnen.



      So kann man quasi sofort auf neuen Trump-Unsinn reagieren. Und auch sofort damit drohen...

  • Wenn Trump die Weltwirtschaft crasht, fällt der Ölpreis massiv, das wird Staaten wie Venezuela, Russland, Nigeria, Iran massiv destabilisieren.

    • @Machiavelli:

      Bei Russland wie Iran wenig Mitleid mit den Regimes, bei Saudi-Arabien u.v.a. auch nicht.



      Das Geld geht an die Falschen. Es sorgt für Klimaschäden.

      Doch zurück zu USA und Trump. Wenn wir unsere fatale Exportfixierung und Autophilie überwunden haben und im Inland mal wieder für faire Löhne und gute Infrastruktur wie auch für die Energie- udn Verkehrswende gesorgt haben, geht es uns besser und wir sind nicht von Trumps unter Druck zu setzen. Klingt eigentlich ganz verführerisch.

    • @Machiavelli:

      Wenn Trump die Weltwirtschaft crasht, wird das ALLE Staaten massiv destabilisieren...

  • "Bereit für einen Handelskrieg"



    Wir sind das auf keinen Fall. Ein Leben ohne CocaCola, Mc D und Konsorten, ohne HD für lärmsüchtige Selbstdarsteller ist nicht lebenswert.

  • Verbrennerautos ist sowieso die Steinkohlezeche von heute. Die Abwicklung sozialverträglich für die Arbeitnehmers einleiten und sich nicht von Trump damit erpressen lassen. Spart uns auch einiges an Kosten, die sonst auf die bundesdeutsche Allgemeinheit abgewälzt werden.

    • @Janix:

      Und wieso sieht man so viele Teslas, wenn Verbrennerautos out sind?

    • @Janix:

      Die Leute, die jetzt für die Automobilindustrie arbeiten, werden anderswo dringend gebraucht. Was die jetzt herstellen ist zu großen Teilen kontraproduktiv und schädlich. Die hiesige Bevölkerung vergeudet damit einen guten Teil der Lebenszeit für Dinge, die das Leben verschlechtern. Es wäre gerade für Deutschland von Vorteil, wenn man sich endlich frei machen würde von der fixen Idee, dass diese Industrie nützlich oder gar unersetzlich ist.

    • @Janix:

      Muss schön sein, solch ein einfaches Weltbild zu haben.