In der Hitzewelle steckt eine Chance: Lasst uns jetzt die Welt retten

Die Erderwärmung ist spürbar. Spätestens jetzt müssen wir anfangen, all die Strategien gegen den Klimawandel umzusetzen.

Eine Frau liegt auf trockenem Boden und hat die Haare über dem Gesicht

Augen zu und durch? Läuft nicht Foto: unsplash/Oscar Keys

Dieser Sommer ist das Beste, was uns passieren konnte. Die wochenlange Hitze, die die Felder verdorren lässt und sogar das deutsche Beamtentum dazu bringt, Hitzefrei einzufordern, ist genau das, was uns spüren lässt, was „Erderwärmung“ bedeutet. Und verdeutlicht: Hier muss was passieren.

In den letzten Tagen, in denen das Thermometer gefühlt nie unter 45 Grad Celsius sank und eine Gruppe internationaler For­scher:innen vor einer dauerhaften Heißzeit warnte, konnte man zwei Arten von Reaktionen beobachten. Zum einen Panik, ausgelöst durch das plötzliche Realisieren, dass durch den Klimawandel nicht nur Miami absäuft, sondern dass auch wir betroffen sind.

Eine nachvollziehbare Reaktion. Wie, wenn jemand aus Angst zu ertrinken wild anfängt, mit den Armen zu paddeln und nach Luft zu schnappen. Ein menschlicher Reflex – aber wenig hilfreich.

Die andere Reaktion ist das Ausmalen eines Endzeitszenarios. Darauf hinzuweisen, dass wir mit allem, was wir machen, die Überhitzung dieser Welt nicht mehr aufhalten können – egal ob wir das Pariser Klima­abkommen einhalten, ob wir Kohlekraft abschaffen oder ob wir gleichzeitig alle Autos mit Verbrennungsmotor von den Straßen vertreiben.

Kühlen Kopf bewahren

Um im Bild der Ertrinkenden zu bleiben: Das wäre, als würde man jegliche Bewegung einstellen und den Körper ins dunkle Wasser hinabsinken lassen, bis man endlich ertrunken und die Misere überstanden ist.

Beides tendenziell eher weniger zielführend. Also: Begreifen wir den Sommer 2018 als Chance. Und überlegen uns kühlen Kopfes (Entschuldigung), was wir gegen die Klimaerwärmung machen können – auch wenn wir damit reichlich spät dran sind. Menschen müssen offenbar erst einen gewissen Leidensdruck empfinden, bevor sie reagieren. Das zeigt auch die Psychologie.

Wir wissen, wie Klimaschutz geht. Jetzt müssen wir’s auch machen

Wie es geht, wissen wir alle: Wir können damit anfangen, unseren Lifestyle zu ändern. Unsere Konsumentscheidungen machen einen großen Teil dieser Welt kaputt. Dafür tragen wir Verantwortung. Aber als Konsument:innen haben wir auch Macht. Und die können wir nutzen.

So zum Beispiel: vom privaten Auto auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umsteigen, um aktiver Teil der Verkehrswende zu sein. Einen Ökostrom-Anbieter nutzen, um erneuerbare Energien zu pushen. Aufhören, Fleisch zu essen, damit nicht weiter Regenwald gerodet wird, um Anbauflächen für Tierfutter zu generieren. Kleidung second hand kaufen und so der Fast-Fashion-Industrie mit ihren endlosen Produktionsketten, ihrer Kurzlebigkeit und ihren Schadstoffen entgegenwirken.

Leihen, reparieren, wiederverwenden

Generell sehr viel weniger kaufen und mehr leihen, reparieren, wiederverwenden. Videotelefonate führen, anstatt für ein einstündiges Meeting von Berlin nach Frankfurt zu fliegen. Wir können uns fragen, ob der morgendliche Koffeinkick es wert ist, dass die dafür zuständige Bohne einmal über Weltmeere geschifft wurde; oder ob man nur auf Bali gut entspannen kann.

All diese Ideen sind nicht neu, und ja, sie kommen moralisch daher. Obendrein sind sie unbequem, weil wir alle derart verwöhnt sind, dass wir keine Lust haben, mit unseren Gewohnheiten zu brechen. Aber Leute: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Das allein reicht nicht? Stimmt! Nach oben hin ist viel Platz für mehr Engagement. Einer Umweltorganisation beizutreten, zum Beispiel. Sich dafür einzusetzen, die Moore wieder zu bewässern, damit die das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid binden. Oder gegen Braunkohleabbau zu protestieren. Oder sich an Bäume, deren Wälder abgeholzt werden sollen, zu ketten. Auf die Straße gehen, Lärm machen, so was.

Ob das die Erde rettet? Weiß niemand. Aber spätestens ab diesem Sommer ist klar: Wir müssen es versuchen! Und zwar jetzt.

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