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Schafbesitzer protestieren

GERISSEnMit Kadavern vorm Landtag in Hannover fordern Nutztierhalter Schutz vor dem Wolf

Mit gerissenen Tieren haben Schafhalter am Mittwoch vor dem Landtag in Hannover gegen das aus ihrer Sicht zu zaghafte Vorgehen gegen Wölfe protestiert. „Wölfe zerstören meine Zukunft“ und „Ist der Wolf wichtiger als der Mensch?“ stand auf Transparenten.

Im Landtag hatte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) zuvor angekündigt, Schafhalter schneller zu beraten und ihnen praktische Unterstützung zum Schutz ihrer Herden anzubieten. „Fakt ist aber auch, dass eine rechtzeitige Vorsorge der Weidehalter unabdingbar ist“, sagte Wenzel.

„Wir haben mit vermehrten Wolfsangriffen zu tun“, sagte der Vorsitzende der Schafzuchtverbände Niedersachsen, Joachim Rehse. „Wir fordern ganz klar, dass Wölfe, die Herdenschutzzäune überwinden, entnommen werden.“

„Grundsätzlich hat sich gezeigt, dass ein wirksamer Herdenschutz gegen den Wolf möglich ist“, sagte Wenzel im Landtag. Herdenschutztiere oder elektrifizierte Zäune könnten die Sicherheit erhöhen. Nach Angaben des Ministeriums sank die Zahl der getöteten Nutztiere in den ersten neun Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2016 waren es bis Ende September 38 Übergriffe und 96 verendete Tiere, im Jahr zuvor 47 Angriffe mit 118 toten Tieren.

In Südergellersen im Landkreis Lüneburg waren Anfang Dezember binnen weniger Tagen rund zwölf Schafe gerissen worden. Ob Wölfe dafür verantwortlich sind, steht noch nicht fest. Einem weiteren Wildtier-Angriff vor wenigen Tagen fielen in einem Damwild-Gehege im Landkreis Uelzen 23 Tiere zum Opfer. (dpa)

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