was fehlt ...: ... Gisbert
Gisbert Engelhardt war der bislang nervigste Tatort-Ermittler. Kaum lernten wir ihn kennen und lieben, ging er von uns. Zu früh, viel zu früh ...
Eigentlich nervte der Gisbert enorm: mit seiner Sonnenbrille, mit seinem Tick, das Fenster ständig zu öffnen, mit seinen ständig neuen Thesen über den Mörder, mit seinem überschwänglichen „Ich verspreche Ihnen, wir finden die Mörder“. Nicht nur die Münchener Tatortkommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic waren von ihrem neuen Kollegen genervt, sondern auch jeder Zuschauer, der nur einen ruhigen, erwartbaren Krimi sehen wollte.
Und dann starb Gisbert plötzlich. Gisbert, der das Husten des Mörders auf einer verrauschten Handy-Aufnahme identifizierte; Gisbert, der viele schlechte Bilder von sich an seinem neuen Arbeitsplatz machte; Gisbert, der sich noch mehr Mühe geben wollte; Gisbert, der Sachen sagte wie: „Jetzt bekommt man langsam ein Gefühl für den Fall, richtig?“ Eigentlich war Gisbert der Tatort-Zuschauer im Film; der nervige Mitbewohner, der ständig zu erraten versucht, wer der Mörder ist (und dann auch noch recht hat); die verkörperte Selbstironie des BR. Er ist von uns gegangen. Viel zu früh. Wir wollen ihn zurück. (lrs/taz)
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert