die wahrheit: Geflügelte Nervensägen
Gegen depressive Wellensittiche hilft Folklore, traditionelle Hausmusik oder gerne auch Harfenklänge. Doch was hat die Volksmusik für Folgen auf Vogel samt Besitzer?
Der "Industrieverband Heimtierbedarf" macht sich große Sorgen um unsere depressiven Wellensittiche: "Was tun, wenn die Wellensittiche nicht singen mögen und still in einer Ecke sitzen?", fragen die Knabberstangenverkäufer in einer dramatischen Pressemitteilung, die uns gestern erreichte. Nun ja, Wellensittiche singen ja eigentlich nicht, sie krakeelen und plappern eher und sagen so etwas wie: "Kuki lieb". Doch wenn sie auch das nicht tun, empfiehlt eine Wellensittichexpertin, den traurigen, kleinen Freunden Musik vorzuspielen: "Wir haben beobachtet, dass die Vögel besonders auf Folklore ansprechen. Traditionelle Hausmusik, Harfen und andere Zupfinstrumente scheinen die gefiederten Gesellen besonders zu animieren." Das klingt ja schwer nach Volksmusik. Was das für Folgen haben kann! Am Ende hat man einen kleinen gefiederten Florian Silbereisen im Käfig, der einen mit seiner krankhaften Fröhlichkeit schneller in den Wahnsinn treibt, als es dem Volksflorian je gelänge. Dann wünscht man sich doch besser einen schwermütigen Trauerkloß, der brav den Schnabel hält.
Die Wahrheit auf taz.de
Die Wahrheit
ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.
Die Wahrheit
hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
Die Wahrheit
hat drei Grundsätze:
Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
Nur noch 460 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert