Wolfsburg siegt im Supercup über Bayern: Das wird keine Liebe mehr

Der FC Bayern hat‘s einfach nicht so mit dem Supercup, dem ersten „Titel“ der Saison. Gegen den VfL Wolfsburg verlieren die Münchner im Elfmeterschießen.

Torwart Koen Casteels hält mit dem Fuß den Elfmeter von Xabi Alonso

Entscheidende Szene: Koen Casteels hält mit dem Fuß den Elfmeter von Xabi Alonso. Foto: dpa

WOLFSBURG dpa | Auch im dritten Anlauf hat Pep Guardiola den ersten Supercup-Sieg verpasst. Der spanische Trainer verlor am Samstag mit dem deutschen Meister FC Bayern München im Elfmeterschießen mit 4:5 bei Pokalsieger VfL Wolfsburg. Nur eine Minute fehlte Guardiolas Mannschaft nach den beiden Niederlagen gegen Borussia Dortmund in den Vorjahren. Doch dann glich der eingewechselte Nicklas Bendtner (89. Minute) zum 1:1 (0:0) aus, nachdem Arjen Robben (49.) die Bayern in Führung gebracht hatte.

Im Elfmeterschießen setzten sich die Wolfsburger nach einer Parade von Koen Casteels gegen Xabi Alonso durch und feierten den ersten Titel der Saison. Den letzten Strafstoß für den VfL verwandelte Bendtner, der damit zum Matchwinner wurde. Eine Verlängerung gab es nicht, nach der regulären Spielzeit ging es direkt ins Elfmeterschießen.

„Ich bin enttäuscht, ich bin auch sauer“, sagte Bayern-Torschütze Robben. „Am Ende müssen wir kritisch sein, wir müssen das Spiel früher entscheiden.“ Ähnlich sah es sein Kapitän Philipp Lahm: „Wir haben es verpasst, den Deckel draufzusetzen und wurden am Ende bestraft.“ Glücklich war hingegen VfL-Trainer Dieter Hecking, der vor der Pokalübergabe an Wolfsburgs Kapitän Naldo bilanzierte: „Das war ein richtig tolles Supercup-Spiel mit hohem Tempo.“

Vor 30.000 Zuschauern erwischten die Bayern, die nach dem Tod von Franz Beckenbauers Sohn Stephan mit Trauerflor aufliefen, den besseren Start. Mit viel Ballbesitz und variabler Raumaufteilung dominierten sie die Anfangsviertelstunde, in der Abwehrchef Jerome Boateng (8. Minute) nach einer Ecke von Xabi Alonso den Querbalken traf.

Danach unterliefen den Bayern aber zu viele Fehler, wenn sie das Tempo erhöhen wollten. Die anfangs nervös wirkende Defensive der Wolfsburger wurde hingegen immer sicherer – und die Offensive kreierte sich gute Chancen. Doch sowohl Vieirinha per Fernschuss (13.) als auch Ivan Perisic per Kopfball (24.) zielten knapp vorbei, ehe Kevin De Bruyne (42.) seinen ersten großen Auftritt hatte.

Vorm leeren Tor verzogen

Der vor dem Spiel als Fußballer des Jahres ausgezeichnete Belgier überlupfte den ungestüm herauslaufenden Bayern-Keeper Manuel Neuer und hatte das leere Tor vor sich. Doch De Bruyne verzog um wenige Zentimeter. Der Belgier Koen Casteels, der für den wegen Rückenproblemen fehlenden Stammkeeper Diego Benaglio im Tor stand, wurde bis zur Pause nicht ernsthaft geprüft.

Dies änderte sich direkt nach Wiederanpfiff – und Casteels sah dabei nicht gut aus. Eine Flanke von Douglas Costa brachte der Keeper nicht aus der Gefahrenzone. Robben rauschte heran und sorgte aus kurzer Distanz für das 1:0.

Seinem Trainer war beim Jubel am Spielfeldrand anzusehen, wie wichtig ihm nach den Supercup-Pleiten gegen Dortmund 2013 und 2014 die Partie war. Der Spanier gestikulierte während des gesamten Spiels wild an der Außenlinie.

Zwei Wochen vor dem Bundesligastart hinterließ Douglas Costa, der im Gegensatz zu Arturo Vidal in der Startelf stand, nicht nur wegen der Vorarbeit zum Führungstor einen guten Eindruck. Der Brasilianer überzeugte mit seiner Schnelligkeit und stellte VfL-Rechtsverteidiger Vieirinha ständig vor Probleme. Zudem arbeitete der für rund 30 Millionen Euro von Schachtjor Donezk gekommene Flügelflitzer viel in der Defensive mit.

Erst ab der 74. Minute durfte dann auch 37-Millionen-Mann Vidal mithelfen, den Sieg zu sichern. Der Chilene, von den Bayern-Fans freudig begrüßt, begann seinen ersten Einsatz für den Meister mit mehreren Fouls und sah acht Minuten nach seiner Einwechslung Gelb. Die Bayern fühlten sich wie die sicheren Sieger, ehe Bendtner eine Vorarbeit von De Bruyne zum Ausgleich einschob.

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