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Wochenvorschau für BerlinVon Bodenfrost und anderen Stolperfallen

Das Verwaltungsgericht beschäftigt sich mit Parkbereichen für E-Scooter, die Moscheen öffnen am Tag der Einheit die Türen. Und auch sonst ist viel los.

Aus Berlin

Plutonia Plarre

Wir starten in eine sonnige Woche, die wegen des Feiertags kürzer ist, als sonst, aber keinen Zweifel lässt: Der Herbst ist da. Stellenweise könnte es laut Wetterdienst sogar schon Bodenfrost geben.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Zu gut für die Tonne“, findet am Dienstag ein Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung statt. Eine Übersicht über die Veranstaltungen und Aktivitäten finden sich auf der Seite der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz. Laut Statistischem Bundesamt landen in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Um ein Ärgernis, das nichts mit Essen zu tun hat, geht es am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht: die Stolperfallen. Genauer gesagt wird über eine Klage des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins verhandelt, der feste Parkbereiche für E-Scooter fordert. Für sehbehinderte Menschen sind die achtlos auf den Gehwegen abgestellten oder sogar umgefallenen Roller ein echtes Sicherheitsrisiko. Eine positive Entscheidung wäre auch im Sinne von Leuten, die gut gucken können. Aber bis zum Vollzug wird es wahrscheinlich mal wieder dauern.

Das Tauziehen um die Treitschkestraße in Steglitz immerhin ist beendet. Am Mittwoch wird sie in Betty-Katz-Straße umbenannt. 20 Jahre ging das Gezerre. Nach anfänglichem Widerstand der Anwohnerschaft und mehreren Bürgerbefragungen hatte sich zuletzt eine große Mehrheit der Anwohnenden für die Umbenennung ausgesprochen. Heinrich von Treitschke (1834 – 1896), Politiker im Kaiserreich, gilt als Wegbereiter des Antisemitismus. Von ihm stammt das Zitat „Die Juden sind unser Unglück.“ Katz war Direktorin des jüdischen Blindenheims in Steglitz, sie wurde nach Theresienstadt deportiert, wo sie im Juni 1944 starb.

Womit wir beim 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, wären, der dieses Jahr auf einen Freitag fällt und ein langes Wochenende einläutet. Wie jedes Jahr laden die muslimischen Religionsgemeinschaften zum „Tag der offenen Moschee“ ein, mit Führungen, Vorträgen und Ausstellungen. Der 3. Oktober ist aber auch der Tag der Clubkultur. Unter dem Motto „Bridging Realities – 35 Years of Movement“ vergibt die Clubcommission am Abend den offiziellen Kulturpreis für die Berliner Clubszene.

Wer es lieber herbstlich mag und keinen Garten hat – das erste Oktoberwochenende ist ja oftmals das der eigenen Apfelernte: Im Akazienkiez in Schöneberg gibt es Samstag und Sonntag wieder das Kürbisfest. Mit über 20 Kürbissorten und vielem mehr.

Übrigens: Das Prinzenbad in Kreuzberg hat – Bodenfrost hin oder her – immer noch auf. Allerdings nur noch wochentags.

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