WM-Spiel England gegen Iran: Fußballer mit Haltung
Vor dem Spiel schweigen die iranischen Spieler bei der Hymne. Englands Kapitän trägt eine Armbinde mit der Aufschrift „no discrimination“.
Der Auftakt des zweiten WM-Spiels in Katar war hoch symbolisch. Vor der Partie England gegen den Iran am Montag schwiegen zunächst ausnahmslos alle iranischen Spieler beim Abspielen der eigenen Hymne. Sie folgten damit dem Beispiel vieler Sportler:innen ihres Landes, die in den letzten Wochen das Singen der Hymne verweigert hatten, um sich mit den Protesten gegen das Regime ihres Landes zu solidarisieren. Der iranische Staatssender unterbrach die Live-Übertragung bei der Hymne. Den Spielern könnten nun Konsequenzen drohen.
Nach dem Singen legten die englischen Spieler ihre Trainingsjacken ab und es wurde sichtbar, dass ihr Mannschaftskapitän tatsächlich auf die „One Love“-Armbinde verzichtet hatte. Dennoch war seine Kapitänsbinde nicht haltungslos. Es stand nun „no discrimination“ drauf.
Zuvor hatte der Weltfußballverband FIFA die an der Kampagne für Menschenrechte und Vielfalt beteiligten UEFA-Teilnehmer stark unter Druck gesetzt – und mit sportlichen Sanktionen gedroht. Daraufhin hatten der englische Verband, der Deutsche Fußball-Bund und die weiteren Verbände angekündigt, auf das symbolträchtige Stückchen Stoff zu verzichten.
Spielern, die gegen Entscheid der Fifa doch eine „One Love“-Binde tragen, droht eine Gelbe Karte. „Wir waren bereit gewesen, Strafen zu zahlen, was normalerweise bei Verstößen gegen Kleider-Regularien der Fall wäre. Dennoch konnten wir unsere Spieler nicht in eine Situation bringen, in der sie eine Gelbe Karte bekommen könnten oder gar gezwungen werden, das Spielfeld zu verlassen“, hieß es in der von der englischen FA verbreiteten gemeinsamen Stellungnahme.
Empfohlener externer Inhalt
Die #FIFA verbietet WM-Spielern das Tragen einer "One Love"-Armbinde. Englands Kapitän Harry Kane trägt nun eine mit der Aufschrift "no discrimination". Was soll auf der Armbinde von #DFB-Kapitän Manuel Neuer stehen?
— Gereon Asmuth (@gereonas) November 21, 2022
Unmittelbar vor dem Anpfiff zeigten dann alle Spieler der englischen Elf Haltung. Sie knieten auf dem Rasen nieder – ein Zeichen antirassistischer Solidarität aus der Black-Lives-Matter-Bewegung.
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