piwik no script img

Vorwahlen in den USATrump gibt den Donnerfalken

Amerika zuerst und so: In einer Rede zur Sicherheitspolitik bleibt sich der Immobilienmakler treu und möchte die Nation „unberechenbarer“ machen.

ap | US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump will die Sicherheit der Vereinigten Staaten zum beherrschenden Thema seiner Politik machen. „„Amerika zuerst“ wird das wichtigste und überragende Leitmotiv meiner Regierung sein“, sagte Trump am Mittwoch in Washington vor eingeladenen Sicherheitsexperten und Auslandskorrespondenten. „Wir müssen als Nation unberechenbarer werden.“

Trump warnte die Verbündeten der USA, sie müssten sich selbst verteidigen, wenn sie „ihren gerechten Anteil“ nicht zahlten. Die USA würden jedoch ein verlässlicher Partner sein. „Unseren Freunden und Verbündeten sage ich, Amerika wird wieder stark sein, Amerika wird wieder verlässlich sein“, sagte Trump. Gleich nach seiner Amtsübernahme solle es ein Gipfeltreffen mit Nato-Verbündeten und Partnern in Asien geben.

Trump sagte, die USA, China und Russland seien nicht dazu verpflichtet, Widersacher zu sein. „Wir sollten nach Gemeinsamkeiten auf der Grundlage gemeinsamer Interessen suchen“, sagte er.

Amtsinhaber Barack Obama habe im Nahen Osten eine Erbe von „Schwachheit, Verwirrung und Unordnung“ hinterlassen. „Wir haben den Nahen Osten instabiler und chaotischer gemacht als je zuvor“, kritisierte Trump. Ex-Außenministerin Hillary Clinton, mit der Trump möglicherweise um die US-Präsidentschaft bei der Wahl im November konkurrieren wird, ging er für deren Management um die tödliche Attacke auf die US-Botschaft im libyschen Bengasi 2012 an.

Trumps Berater sind bemüht, den Reden des Kandidaten einen politischeren Anstrich zu geben. Das soll Kritiker besänftigen, die ihn zu unerfahren für den Posten eines Präsidenten finden.

Diese zeigten sich nach der Rede kaum überzeugt. Trumps Ansprache sei „erbärmlich, was das Verständnis der Rolle angeht, die Amerika in der Welt spielt“, twitterte der republikanische Senator Lindsay Graham.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare