Von Shuttlebussen bis Reisetaschen: Trump-Firma meldet Markenrechte für Flughäfen an
Trump will, dass mehrere Flughäfen in den USA nach ihm benannt werden. Die Trump Organization hat nun seinen Namen als Marke dafür schützen lassen.
ap | Das Unternehmen der Familie von Donald Trump hat beim US-Patentamt beantragt, die Verwendung des Präsidentennamens auf Flughäfen als Marke schützen zu lassen. Die Trump Organization erklärte, dass sie vorerst keine Gebühren erheben wolle – zumindest nicht für eine geplante Umbenennung eines Flughafens in der Nähe seines Hauses in Florida. Die bei der Behörde eingereichten Anträge des Unternehmens zielen jedoch darauf ab, exklusive Rechte für die Nutzung des Namens auf Flughäfen und Dutzenden damit verbundenen Fahrzeugen und Gegenständen zu erhalten – von Shuttlebussen über Regenschirme bis hin zu Reisetaschen.
Die Anträge erfolgten vor dem Hintergrund einer Debatte in Florida über einen Gesetzesvorschlag, den Flughafen Palm Beach nach Trump zu benennen. Daneben soll auf Trumps Wunsch auch der Dulles International Airport in Virginia seinen Namen tragen sowie ein Tunnel zwischen New York und New Jersey, über dessen Finanzierung zuletzt ein Streit entbrannt war.
Die Trump Organization erklärte, die Anträge seien durch das Gesetzesvorhaben in Florida ausgelöst worden, und dass sie keinen Gewinn anstrebe – lediglich den Schutz vor „schlechten Akteuren“, da der Name Trump die „am meisten verletzte Marke der Welt“ sei. Diese Behauptung konnte von der AP nicht sofort überprüft werden.
Das Unternehmen antwortete zunächst nicht auf Fragen, ob es in Zukunft für die Nutzung des Namens an anderen Flughäfen oder für die in den Anträgen geschützten Waren Lizenzgebühren erheben werde.
Normalerweise müssen Präsidenten jahrelang warten, bis ein Flughafen nach ihnen benannt wird
Josh Gerben, ein auf Markenrecht spezialisierter Anwalt, der die Anträge am Wochenende entdeckte, erklärte, dass dies die ersten ihrer Art seien, die ihm je begegnet seien. Noch nie habe ein amtierender Präsident im Vorfeld solcher Benennungen Markenrechte beantragt. Dies sei „völlig beispiellos“.
Auf Kritik, er und seine Familie würden von der Präsidentschaft profitieren, entgegnete Trump, dass sein Unternehmen in einem Treuhandfonds seiner Söhne gehalten werde und er selbst keine Verantwortung im Geschäft habe.
Normalerweise müssen Präsidenten jahrelang warten, bis ein Flughafen nach ihnen benannt wird – oder gar sterben. Bill Clinton wartete 11 Jahre, Ronald Reagan 9 Jahre, Gerald Ford 22 Jahre. Im Fall John F. Kennedy erfolgte die Namensgebung am schnellsten – nur einen Monat nach seiner Ermordung 1963 trug ein Flughafen in New York seinen Namen.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert